+
Lokale Produkte gibt es jetzt auch online.

Hilfen

Frankfurter Händler helfen sich in der Corona-Krise gegenseitig

Die Initiative „Frankfurt hilft Dir“ bietet regionalen Unternehmen eine kostenlose Onlineplattform für ihre Produkte an. Über 100 Händler sind bereits beteiligt.

Ein Feierabendbier im Bahnhofsviertel mit Freunden vor dem Yok-Yok-Kiosk trinken oder einen Ebbelwei bei Wagner in Sachsenhausen genießen. Das ist in Zeiten von Corona schon lange nicht mehr möglich. Für die meisten Unternehmen bedeutet das vor allem eines: Umsatzeinbrüche und Existenzängste.

Damit sie aber weiterhin ihre Kunden erreichen und ihre Waren verkaufen können, haben Nazim Alemdar vom Kiosk Yok-Yok und das Team von „yokyoktreats“ den Onlineshop „Frankfurt gibt Dir“ gegründet. Auf der für die Unternehmen kostenlosen Plattform werden über 100 Produkte angeboten. Mittlerweile wurden seit dem Start des Onlineshops vor vier Wochen 300 Produkte bestellt. Von Blumensträußen über T-Shirts, Mundschutze mit dem Aufdruck „Frankfurt bleibt stabil“ bis über Kaffee und Fünf-Liter-Fässchen Ebbelwei. Und die Waren werden kostenlos ab einem Mindestbestellwert von 15 Euro geliefert.

„Wir freuen uns über jeden, der mitmacht“, sagt Alex Zochowski, einer der Gründer von „Frankfurt gibt Dir“. Die Idee sei über Nacht entstanden. „Es war klar, dass der stationäre Handel einbrechen wird und die Kunden nicht mehr zu uns kommen. Also haben wir uns gedacht, dann kommen wir eben zu ihnen“, sagt Zochowski.

Dass „Frankfurt gibt Dir“ für die lokalen Händler kostenlos ist, hat seine Gründe. Denn schließlich sollen die Unternehmen davon profitieren, um die Einbußen ausgleichen zu können. „Die Einnahmen gehen an die Händler, ein Teil an den Lieferanten Yves Ungefehr und einen weiteren Teil spenden wir an die Kinder-Krebs-Station und an die Teestube Jona“, sagt Zochowski.

Mit dabei ist auch die Inhaberin vom Hessenshop, Sybille Nolte: „Die Idee ist super, weil wir dadurch die Kunden nicht im Stich lassen“, sagt sie. Sie musste alle vier Standorte in Frankfurt wegen den Maßnahmen schließen. Der Onlineverkauf lief zwar weiter, die Umsatzeinbrüche konnte Nolte dadurch jedoch nicht kompensieren. „Das ist insgesamt eine grauenvolle Situation, aber es hilft auch nicht, zu jammern“, sagt Nolte.

Für Viola Beuscher, die seit vier Jahren ihren Laden „Viola Beuscher Ceramics“ führt und neben selbst gemachten Keramikprodukten auch Workshops anbietet, kommt der Onlineshop wie gerufen. Ihre Aufträge seien zu 100 Prozent weggebrochen. „Ich war anfangs in einer Schockstarre“, sagt sie. In der schwierigen Situation sei sie dem Yok-Yok-Team „über den Weg gelaufen“. So kam schließlich der Kontakt und die Zusammenarbeit zustande.

Kunden freuen sich

Auch für Yves Ungefehr, der den Kunden die Produkte liefert, kommt „Frankfurt mit Dir“ zur richtigen Zeit. In den letzten vier Jahren arbeitete er als Flugbegleiter und verlor seinen Job. Nun freut er sich, die Menschen zu beliefern. „Die Leute sind tatsächlich gerührt, wenn ich ihnen die Produkte bringe“, sagt er.

Stefan Simon

Weitere Informationenunter www.yokyoktreats.com/frankfurt-gibt-dir.

An Gabenzäunen in Frankfurt hängen Tüten mit Kleidung, Hygieneartikel und Lebensmittel für Hilfsbedürftige. Die Stadt lehnt die Spendenaktion jedoch ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare