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Der Frühling ist schon da, aber ob ein Neubau wie geplant kommt, ist noch offen.

Kultur

Corona-Krise: Feldmann sieht keine Priorität bei den Bühnen

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Der Frankfurter Oberbürgermeister will in diesem Jahr wegen der Coronakrise keinen Neubau der Städtischen Bühnen finanzieren.

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) will derzeit nicht in den Neubau der Städtischen Bühnen investieren. Investitionen in Höhe von 800 bis 900 Millionen Euro stünden in diesem Jahr wegen der Corona-Krise nicht an, sagte er in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung. „Zuerst muss die Stadt wieder auf die Beine kommen.“

Jeden Tag erreichten ihn Anfragen von Arbeitnehmern, Handwerkern, Mietern, Vermietern, Wirten, Handwerkern oder Kulturschaffenden wegen der Corona-Krise. Sie alle wollten wissen, wie es nun weitergehen soll. Das habe in der Finanzplanung Priorität, sagte Feldmann.

Wie lange sich der Neubau der Bühnen nach hinten verschieben werde, konnte er nicht sagen. Zunächst müsse die Stadt die Gewerbesteuereinnahmen abwarten und einen Kassensturz machen.

Die Stadtverordneten im Römer hatten Ende Januar für einen Abriss der teilweise maroden Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz gestimmt. Der Beschluss für einen Neubau steht aus. Er war bis Sommer erwartet worden. Derzeit prüft die zuständige Stabsstelle mögliche Standorte in der Innenstadt. Genannt wurden das Sparkassen-Areal in der Neuen Mainzer Straße, der Opernplatz und die unbebaute Seite des Willy-Brandt-Platzes.

„In der Corona-Krise steht die unmittelbare Not der Kulturschaffenden im Vordergrund“, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). Die Planungen für einen Neubau der Bühnen liefen weiter. Standorte in zentralen innerstädtischen Lagen würden geprüft. Die Entscheidung über die Gesamtinvestition hätte in diesem Jahr laut Zeitplan ohnehin nicht stattgefunden. „Wir müssen zunächst die Corona-Krise abwarten und unsere kulturelle Infrastruktur erhalten“, sagte Hartwig. Das Kulturdezernat habe einen Notfallfonds eingerichtet, darüber hinaus gebe es Mittel von Bund und Land (Übersicht: www.kultur-frankfurt.de).

„Dass die Corona-Krise tiefe Spuren im Haushalt und bei den Gewerbesteuereinnahmen hinterlassen wird, steht außer Zweifel“, sagte Thomas Dürbeck, der kulturpolitische Sprecher der CDU. Nach der Gewerbesteuerschätzung der Kämmerei am 18. Mai müsse gemeinsam überlegt werden, welche Projekte überhaupt noch finanzierbar seien und wo Einsparpotenziale lägen. „Ich erwarte hierzu zunächst Vorschläge der Dezernentin.“

Die Planungen für das Kinder- und Jugendtheater im Zoo-Gesellschaftshaus gingen unterdessen voran, erklärte Hartwig. Möglicherweise werde ein Teil des Kinder- und Jugendtheaters als Interim für die Bühnen gebraucht.

„Wir warten immer noch auf die Magistratsvorlage zu den Bühnen-Standorten“, sagte Sebastian Popp, der Fraktionsvorsitzende der Grünen. Er gehe davon aus, dass die Stadtverordneten erst nach der Kommunalwahl im März 2021 über den Neubau der Bühnen entscheiden werden.

Bislang gibt es in der Koalition keine Einigkeit darüber, wo die Bühnen neu gebaut werden sollen. Während SPD und Grüne mindestens eine Sparte auf dem Willy-Brandt-Platz, die andere in der Innenstadt errichten wollen, würde die CDU lieber beide Sparten gemeinsam neu bauen, entweder in der Innenstadt oder auf einem Areal wie dem Osthafen.

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