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Zafer Cakaloglu bei der Arbeit. Rolf Oeser
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Zafer Cakaloglu bei der Arbeit. Rolf Oeser

Taxis

Corona-Krise bremst Zukunft des Frankfurter Taxigeschäfts aus

  • VonJohanna Stein
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Durch die Pandemie fehlen Taxifahrerinnen und Taxifahrern die Geschäftsleute als Kundschaft. Ein Blick hinter die Trennscheibe.

Zafer Cakaloglu liebt die Freiheit, die ihm sein Beruf als Taxifahrer bietet. Sein Job ist flexibel, er kann sich die Pausenzeiten frei einteilen. „Man fängt jeden Tag anders an und hört jeden Tag anders auf“, erzählt er. Und die unterschiedlichen Menschen faszinieren ihn.

Was Cakaloglu hingegen gar nicht mag, ist Langeweile. Und die begegnet ihm seit Corona fast täglich. „Die meisten Kunden vor der Pandemie waren Geschäftsleute“, sagt er. Die fehlten, vor allem seit sich der Flughafen nicht mehr im Normalbetrieb befinde. Zurück blieben Einheimische, überwiegend alte und kranke Menschen. „Das ist zu wenig, um über die Runden zu kommen.“

Staatliche Hilfen zu gering

Der 47-jährige gebürtige Frankfurter kutschiert bereits seit mehr als 20 Jahren Menschen durch die Stadt. Seit 2008 besitzt er ein eigenes Unternehmen. Als die Pandemie in Deutschland ankam, wussten Cakaloglu und seine Kolleg:innen nicht, was das für sie bedeuten würde. „Wir haben uns einfach an die Haltestellen gestellt und den ganzen Tag gewartet“, erinnert er sich. „Da sind zwischen zwei Fahrten oft vier bis sechs Stunden Wartezeit vergangen.“ Er selbst habe nie gedacht, dass sein Geschäft von einem Virus so schlimm getroffen werde. „Das war echt eine Überraschung.“

Die Pandemie hat die Zukunft des Taxigeschäfts ausgebremst. Zwar bekommen Cakaloglu und seine Kolleg:innen finanzielle Hilfen vom Staat – die entsprechen circa 50 bis 80 Prozent des vorherigen Gewinns –, aber das reiche nicht für den Unterhalt. „Ich kenne keinen, der keinen Kredit aufgenommen hat“, sagt er. „Das ist wirklich keine einfache Zeit.“ Für eine kleine Aufmunterung hatte immerhin die Stadt Frankfurt gesorgt: „Als die Impfzentren öffneten, gab es Taxigutscheine für Menschen über 80“, erzählt Cakaloglu. Das habe eine positive Wirkung gehabt. Sein Taxi hat er umgerüstet: Eine Trennscheibe sorgt für eine geschützte Fahrt.

Heute befördert Cakaloglu zwei bis drei Kund:innen am Tag, fünf, wenn es hochkommt. Gerade hat er ein Schulkind an der Weißfrauenschule abgeliefert; seit 2007 übernimmt er dort regelmäßig Schulfahrten, auch Kollege:innen von ihm sind vor Ort. Schulschließungen, Notbetreuung und Wechselunterricht haben es ihnen schwer gemacht. Doch: „Seit zwei drei Wochen läuft hier zum Glück alles wieder normal.“

Cakaloglus Wunsch: „Ich hoffe, dass das alte Geschäft wiederkommt.“ Er möchte selbst arbeiten und wieder ohne die staatlichen Hilfen zurechtkommen. Doch so richtig sehen kann er das noch nicht. Im Bereich der Mobilität verändert sich derzeit viel, der Trend geht hin zum Homeoffice. Keine einfache Zeit für die Branche. „Wir werden sehen“, sagt Cakaloglu. Erst einmal müssten er und seine Kolleg:innen ihre Schulden abbezahlen.

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