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Ein klassischer Studierendenjob: Bedienen in einem Café.

Arbeitsmarkt

Corona-Knick bei den Nebenjobs

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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Der Lockdown hat Studierende wirtschaftlich schwer getroffen - doch allmählich erholt sich das Angebot.

Im Rhein-Main-Gebiet hat die Corona-Pandemie eine gehörige Delle in der Statistik des Unistellenmarkts hinterlassen. „Ab März zeigte sich ein atypisches Nutzungsverhalten bei den Studierenden“, sagt Adrian Weiss von der Deutschen Hochschulwerbung, die den Stellenmarkt verantwortet. Das Frankfurter Studentenwerk stellt seine Website als Plattform für die Düsseldorfer zur Verfügung.

„Durch die regionale Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk Frankfurt haben wir einen sehr engen Draht zur jungen Zielgruppe im Rhein-Main Gebiet“, sagt Ioannis Voudouris, Geschäftsführer der Deutschen Hochschulwerbung.

Entgegen dem Trend der Vorjahre sei die Anzahl der Nutzer im April und Mai nicht gesunken, sondern angestiegen. Der März ist normalerweise einer der stärksten Monate des Jahres. Den Grund für das gesteigerte Nutzerinteresse vermutet Weiss im Lockdown. „Viele Studierende haben da ihren Job verloren.“

Jobs für Studierende

Der Unistellenmarkt ist eine der größten Jobbörsen Deutschlands für Studierende und Absolventen. An mehr als 30 Hochschulstandorten bietet er einen Blick auf das regionale Angebot. Unternehmen können sich den jungen Talenten mit Nebenjobs, Praktika, Abschlussarbeiten und Absolventenstellen präsentieren. Alle Stellenanzeigen laufen zudem auf dem bundesweiten Dachportal Unistellenmarkt.de. Zusätzlich können die Unternehmen Stellenausschreibungen an den Hochschulen als Aushang auf Jobboards oder auf digitalen Screens buchen.

Zenjob (www.zenjob.de) ist ein Personalservice-Unternehmen, das studentische Aushilfskräfte an Unternehmen überlässt. Über die Zenjob-App buchen Studierende kurzfristige Jobs auf Stundenbasis oder für mehrere Monate. Mehr als 12 000 Studierende kämen monatlich in Branchen wie Logistik, Event, Einzelhandel und Gastronomie unter, gibt das Unternehmen an. Zu den Kunden zählen unter anderem Uniqlo, Flixbus, Terra Naturkost und Mercure-Hotels. 2015 in Berlin gegründet, ist der Service inzwischen in 60 deutschen Städten verfügbar.

Auch der Career Service der Frankfurter Goethe-Uni sorgt sich um die Studierenden. Ansonsten berät er eher für die Karriere nach dem Studium, derzeit hat er aber auch viele Nebenjobs im Angebot: www.stellenportal-uni-frankfurt.de/start/

Portal von Jobmensa: jobmensa.de/studentenjobs/frankfurt

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen sucht dringend Studierende: kvhessen.de/jobs/

Dazu passt, dass just in dieser Zeit die Anzahl der inserierten Stellen gesunken ist – im April sind sie im Vergleich zum Vorjahr um etwa 70 Prozent eingebrochen. Auch da ist der März zwar traditionell der stärkere Monat, „normalerweise bewegt sich der Rückgang an Inseraten aber nur im einstelligen Prozentbereich“, erläutert Weiss.

Corona-Krise: Viele Studierende ohne Job

Während der Corona-Krise haben viele Studierende ihren Job verloren und sind in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Das ist auch das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Zenjob. Das Berliner Start-up vermittelt, ähnlich wie eine Zeitarbeitsfirma, Studierende an Unternehmen. 1837 Personen haben die Berliner befragt, 40 Prozent davon mussten sich im Nebenjob neu orientieren, 22 Prozent waren nicht mehr in der Lage, ihre Miete und Rechnungen zu zahlen und mussten sich Geld bei Familie oder Freunden leihen. Jeder Dritte gab an, wegen der aktuellen finanziellen Situation sehr große Sorgen zu haben.

Der digitale Personaldienstleister habe aus diesem Grund seinen Service vorzeitig in ganz Deutschland ausgeweitet. „Trotz Pandemie konnten bereits Zehntausende Studierende regelmäßig Nebenjobs durch die App finden“, sagt Firmenchef Fritz Trott.

Corona: Seit August beruhigt sich der Stellenmarkt

Auch die Anbieter des Hochschulstellenmarkts haben eine Entspannung beobachtet. „Zum Glück näherten sich im Laufe des Spätsommers die Zahlen wieder dem Vorjahresniveau, gerade auch in den für Nebenjobs wichtigen Branchen Gastro, Tourismus und Event“, sagt Geschäftsführer Voudouris. Ab August hat sich so etwas wie Normalität eingestellt. Wie in den Vorjahren steigen die Besucherzahlen an. Die Zahl der Inserate nimmt seit Juni kontinuierlich zu, ist fast auf dem Niveau des Vorjahrs. „Das lag vermutlich an der Lockerung der Hygienevorschriften und der teilweisen Öffnung von Branchen wie Gastro, Tourismus und Event“, sagt Weiss.

Es gibt auch krisenresistente Jobs. Bei Nachhilfe und Schuldienst, also im Bereich „Bildung, Erziehung und Soziales“, ist die Zahl der Inserate auch zu Zeiten des Lockdowns fast unverändert geblieben. Auch bei „IT & Kommunikation“ und „Banken & Versicherungen“ habe es weiterhin „fast unverändert Ausschreibungen“ gegeben, sagt Weiss.

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