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Jugendliche leiden Umfragen zufolge in der Corona-Zeit besonders an Einsamkeit und Zukunftsängsten. Zu sehen ist eine junge FRau, die nach unten blickt. (Symbolbild)
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Jugendliche leiden Umfragen zufolge in der Corona-Zeit besonders an Einsamkeit und Zukunftsängsten. (Symbolbild)

Auswirkungen der Corona-Pandemie

Corona: Keine Hoffnung in die Politik - Jugendliche fühlen sich einsam und allein gelassen

  • Anna Charlotte Groos
    VonAnna Charlotte Groos
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Jugendliche berichten von Einsamkeit und Zukunftsängsten in der Corona-Zeit. In die Politik setzen sie dabei keine großen Hoffnungen.

  • Mehr als 12.500 Jugendliche nahmen an einer Befragung der Universität Frankfurt und Hildesheim zu ihrem Befinden während der Corona-Pandemie teil.
  • Fast 70 Prozent sind durch Zukunftsängste und finanzielle Sorgen während der Corona-Pandemie belastet.
  • Die Bertelsmann Stiftung fordert Konzepte zur Bekämpfung von Kinderarmut.

Gütersloh – Während der Corona-Pandemie leiden Jugendliche besonders unter psychischen Problemen, Vereinsamung und Zukunftsängsten. Dies wurde bei Online-Befragungen von mehr als 12.500 Jugendlichen festgestellt. Mit ihren Problemen fühlten die Jugendlichen sich überwiegend alleingelassen und von der Politik nicht gesehen, erklärte die Bertelsmann Stiftung am Dienstag (23.03.2021) in Gütersloh bei der Vorstellung der Ergebnisse zweier Befragungen.

Die beiden Befragungen „Jugend und Corona“ wurden von einem Forschungsverbund der Universitäten Hildesheim und Frankfurt am Main umgesetzt. Rund 5.500 Jugendliche nahmen im vergangenen Frühjahr daran teil, an der zweiten Umfrage beteiligten sich den Angaben zufolge mehr als 7.000 junge Menschen. Die Resultate wurden in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung ausgewertet.

Jugendliche während der Corona-Krise: Einsamkeit, Zukunftsängste und finanzielle Probleme

61 Prozent der Jugendlichen gaben laut den Umfrageergebnissen an, sich teilweise oder dauerhaft einsam zu fühlen. 64 Prozent stimmen zum Teil oder voll zu, psychisch belastet zu sein; fast 70 Prozent sind demnach von Zukunftsängsten geplagt. Besonders häufig wurden Zukunftssorgen von jungen Leuten mit finanziellen Problemen geäußert - sie machten etwa ein Drittel der Befragten aus.

Die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen, dass junge Menschen „Möglichkeiten für eine breite und kontinuierliche Beteiligung in allen sie betreffenden Bereichen“ bräuchten, erklärte Tanja Rusack von der Universität Hildesheim. Die Bertelsmann Stiftung forderte, „vorliegende Konzepte zur Bekämpfung der Kinderarmut“, insbesondere eine Kindergrundsicherung in Form eines Teilhabegelds für alle jungen Menschen bis zu 25 Jahren „endlich umzusetzen“.

Verzicht in der Corona-Pandemie: Jugendlichen fehlen Räume zum Austausch

Auch dass sie in der Corona-Pandemie auf vieles verzichten müssten, wird nach Meinung der jungen Frauen und Männer kaum anerkannt. Dazu zählen etwa persönlicher Kontakt zu Freund:innen, organisierte Freizeitaktivitäten oder die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen.

Besonders die jungen Menschen, denen im Lockdown Orte und Räume fehlten, um „abzuhängen“ und sich auszutauschen, seien von den Sorgen besonders betroffen, teilte die Frankfurter Goethe-Universität mit. „Für das psychosoziale Wohlbefinden sind offene Räume sogar wichtiger als das Ausüben von Hobbys wie Sport, Musik, Jugendarbeit oder gesellschaftliches Engagement etwa in Umweltverbänden“, erklärten die Forscher:innen.

Kein politisches Gehör in der Corona-Zeit – Jugendliche fühlen sich von Politik nicht gesehen

Etwa zwei Drittel der Jugendlichen gaben während des zweiten Lockdowns im November außerdem an, dass ihre Sorgen „eher nicht oder gar nicht gehört“ werden. Dies sei ein deutlicher Anstieg im Vergleich zur ersten Befragung im April und Mai 2020, als bereits 45 Prozent diesen Eindruck äußerten, wie es weiter hieß. Dabei wären angesichts der Belastungen durch die Corona-Pandemie Aufmerksamkeit und Unterstützung für die jungen Menschen durch die Politik besonders wichtig.

Auch gaben 58 Prozent an, ihre Situation sei den Politiker:innen nicht wichtig. Etwa ebenso viele glauben nicht, dass das Einbringen ihrer Ideen in die Politik erwünscht und möglich sei. Die Jugendlichen hatten allerdings eine andere Idee: In einem Online-Workshop schlugen sie vor, dass die Belastungen durch die Corona-Krise in den Schulen thematisiert werden sollten. Sie forderten zudem, in den Medien sollten Jugendliche nicht ausschließlich als Regelbrecher:innen dargestellt werden.

Jugendliche geben auch positive Effekte der Corona-Zeit an – „Ein paar Dinge, die man behalten kann“

Aber auch positive Effekte der Corona-Pandemie seien von den Jugendlichen festgestellt worden: weniger Stress, mehr freie Zeiteinteilung und Selbstorganisation, Wertschätzung von sozialen Beziehungen, mehr Digitalisierung und ein umweltfreundlicheres Leben - all dies nannten die jungen Leute den Angaben zufolge unter der Überschrift „Ein paar Dinge, die man behalten kann.“ (Anna Charlotte Groos mit Agentur)

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