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Pandemie

Corona in Frankfurt: Viele Hürden für die Arbeit im Home Office

Die Arbeit von zu Hause in Zeiten der Corona-Pandemie leidet unter organisatorischen Problemen und schlechtem Image.

  • Der Coronavirus zwingt viele Menschen im Homeoffice arbeiten.
  • In einigen Branchen ist das aber nicht immer möglich.
  • Die Einstellungen einiger Arbeitgeber sind veraltet.

Frankfurt - Noch mehr Beschäftigte bei Unternehmen und Verwaltung sollen ab sofort wegen der Corona-Krise zu Hause bleiben, am heimischen Schreibtisch ihre Arbeit erledigen. Es sollen sich deutlich weniger Menschen in Bussen und Bahnen auf dem Weg zur Arbeit und in den Büros begegnen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Mitarbeiter:innen sollen sogar von ihren Chefs verlangen können, ins Homeoffice gehen zu dürfen. Betriebe müssen mit Kontrollen der Arbeitsschutzbehörden rechnen, ob sie im möglichen Maß ihre Beschäftigten von zu Hause arbeiten lassen. So wollen es Wissenschaft und Politik.

Mehr Homeoffice als derzeit gehe kaum, die Möglichkeiten seien ausgereizt, weitgehend jedenfalls, sagt Bernd Jenne, Sprecher der Frankfurter Sparkasse. Für 800 der 1500 Mitarbeiter:innen habe das Finanzunternehmen die technischen Voraussetzungen geschaffen fürs Arbeiten in den eigenen vier Wänden. In Anspruch genommen werde dies von etwa 500.

Corona-Krise in Frankfurt: Homeoffice nicht immer möglich

Besonders Mitarbeiter:innen aus den Kernbereichen wie etwa Personalabteilung und Controlling arbeiteten wegen der Corona-Pandemie daheim. Tatsächlich gebe es aber auch Bereiche, die Präsenz am Arbeitsplatz unerlässlich machten: in den Filialen, in der IT-Administration, in sicherheitskritischen Zuständigkeiten. „Und überall da, wo es um Verträge und Unterschriften geht“, so Jenne. Die jüngste Landesverordnung für mehr Homeoffice liege der Fraspa noch nicht vor. Da, wo sie ins Arbeitsrecht eingreife, sei möglicherweise eine umfassende juristische Prüfung erforderlich.

Nicht jeder hat einen voll ausgestatteten Arbeitsplatz zuhause, um während der Corona-Krise seinem Job in den eigenen vier Wänden nachzugehen.

Nicht viel Potenzial für noch mehr Homeoffice vermutet ein Spitzenvertreter des Unternehmerverbandes Frankfurt (UVF). „Ich gehe davon aus, dass es die allermeisten Betriebe, die es können, längst machen“, sagte Hauptgeschäftsführer Volker Fasbender auf Anfrage. Bei der Forderung nach mehr Homeoffice in Zeiten der Corona-Krise werde nicht ausreichend gewürdigt, dass in den Betrieben seit März viel getan worden sei für den Gesundheits- und Infektionsschutz. „Diese Effekte werden völlig vernachlässigt“, so Fasbender.

Corona-Pandemie: Nicht alle Arbeiten können im Homeoffice erledigt werden

Im Homeoffice könnten nicht alle erforderlichen Arbeiten erledigt werden. Daran ändere auch die Ankündigung des Arbeitsministers nichts, Betriebe zu kontrollieren. Da, wo Mitarbeiter auf Posteingang und Aktenbestand zugreifen müssten, müssten sie im Zweifel pendeln zwischen Büro und Zuhause. „Ob das den Personennahverkehr entlastet, wage ich zu bezweifeln“, sagte Fasbender.

Der Weg ins Homeoffice ist bei der Stadt Frankfurt mitunter offenbar hindernisreich. Die Stadtverwaltung mit 13.000 Beschäftigten hat für 8.000 die technischen Voraussetzungen eingerichtet. „Man bekommt eine Zugangsberechtigung, das war es dann aber auch“, berichtet ein Mitarbeiter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Er müsse mit Abteilungs- und Sachgebietsleitern regelrecht darum kämpfen, im Homeoffice zu arbeiten.

Corona in Frankfurt: Misstrauen gegenüber der Arbeit im Homeoffice

„Die Einstellung vieler ist so veraltet. Hier gibt es Misstrauen, dass zu Hause nicht gearbeitet wird. Oder dass es nicht fair wäre, wenn nicht alle ins Homeoffice könnten – also müssen alle im Büro antanzen“, erzählt der städtische Angestellte. „Wenn es gut läuft, bekommt man einen Tag pro Woche. Egal ob Alleinerziehender oder Angehöriger einer Risikogruppe.“ Zwar gebe es die Dienstanweisung, großzügig Homeoffice anzubieten. „Aber die Realität sieht vollkommen anders aus. Es wird einfach nicht gerne gesehen, und daher trauen sich auch viele gar nicht, nach Homeoffice zu fragen.“ (Sylvia Amanda Menzdorf)

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch/dpa

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