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Corona-Hilfe: Messe Frankfurt erhält 250 Millionen Euro

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Von: Christoph Manus

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Auf dem Frankfurter Messegelände ist in den vergangenen zwei Jahren wenig los gewesen. Wegen der Corona-Pandemie fiel der größte Teil der Messen aus oder wurde verschoben.
Auf dem Frankfurter Messegelände ist in den vergangenen zwei Jahren wenig los gewesen. Wegen der Corona-Pandemie fiel der größte Teil der Messen aus oder wurde verschoben. © peter-juelich.com

Die Stadt Frankfurt und das Land Hessen wollen die Messe Frankfurt mit einer kräftigen Eigenkapitalerhöhung unterstützen. Dem Unternehmen hat die Pandemie stark zugesetzt.

Die in der Pandemie in finanzielle Not geratene Messe Frankfurt erhält von ihren Gesellschaftern, der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen, eine Finanzspritze von bis zu 250 Millionen Euro. Das Kabinett hat am Dienstag einer Eigenkapitalerhöhung von bis zu 100 Millionen Euro zugestimmt. Der Magistrat der Stadt Frankfurt hatte bereits Mitte Februar eine Hilfe von bis zu 150 Millionen Euro beschlossen. Der Stadt gehört das Unternehmen zu 60 Prozent, dem Land zu 40 Prozent. Der Haushaltsausschuss des Landtags und die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung müssen der Hilfe für die Messegesellschaft noch zustimmen. Alles spricht aber für ein positives Votum.

Die Finanzhilfe soll den von der Messe-Geschäftsführung ermittelten und von einem externen Prüfer bestätigten Kapitalbedarf des Unternehmens bis 2023 decken. Sie werde zur Bewältigung der durch die Corona-Krise verursachten Liquiditätsschwierigkeiten dienen, teilen Stadt und Land mit.

Die Messe Frankfurt hat 2020 und 2021 jeweils hohe Verluste erwirtschaftet

Die Corona-Pandemie hat die viele Jahre lang erfolgsverwöhnte Messe Frankfurt massiv getroffen. Seit zwei Jahren sind fast alle Messen, Kongresse und Veranstaltungen auf dem Frankfurter Gelände ausgefallen, verschoben worden oder wurden mit einem Rumpfprogramm durchgeführt. Nun hat sie aus Kostengründen die Musikmesse eingestellt. Ihre Konsumgütermessen Ambiente, Creativeworld und Christmasworld richtet sie vom kommenden Jahr an zeitgleich aus. Die Paperworld entfällt als eigenständiges Angebot. Auch das Auslandsgeschäft hat sehr gelitten. 2020 und 2021 hat die Messe jeweils dreistellige Millionenverluste verzeichnet. Mit einem Geschäftsbetrieb wie vor der Pandemie rechnete Messe-Chef Wolfgang Marzin jüngst frühestens für 2024/2025.

„Die Messe hat bereits konsequent Kosten reduziert, kann die Folgen der Corona-Krise aber nicht alleine stemmen“, sagt der Hessische Finanzminister Michael Boddenberg (CDU). „Für Fälle wie diese haben wir im Haushalt 2022 eine Corona-Vorsorge von 500 Millionen Euro vorgesehen, um im Bedarfsfall schnell helfen zu können. Dieser Fall tritt nun ein.“ Die Pandemie habe nicht nur das Messegeschäft, sondern auch die mit der Messe verbundenen Wirtschaftszweige schwer getroffen, sagt Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Schon deshalb sei es wichtig, die Gesellschaft gemeinsam mit der Stadt erneut zu unterstützen.

Frankfurter OB Peter Feldmann sieht die Chance, dass die Messe gestärkt aus der Krise kommt

Für die Stadt Frankfurt sei die geplante Unterstützung eine Kraftanstrengung, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Donnerstag. Die „gewaltige Summe“ sei aber gut investiertes Geld. Schließlich profitierten viele Branchen vom Messebetrieb. Feldmann spricht von der Chance, dass die Messe sogar gestärkt aus der Krise hervorgeht.

Das politische Ziel der Gesellschafter sei es, die Messe zu stärken und den Messestandort weiterzuentwickeln, sagt die Frankfurter Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP). Mit der Kapitalaufstockung erhalte sie eine wichtige Hilfe, um Investitionen zu tätigen, die den Standort „zukunftsfit“ für neue Anforderungen machten.

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