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Im Herbst bilden sich vor dem Frankfurter Impfzentrum lange Schlangen.
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Im Herbst bilden sich vor dem Frankfurter Impfzentrum lange Schlangen.

Jahresrückblick Frankfurt & Hessen

Corona hat Hessen fest im Griff

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Die Politik reagiert mit neuen Regeln auf steigende Zahlen. Doch es gibt immer neue Probleme.

Am Ende dieses Jahres, das ganz anders geplant war, wurde auch noch der Glühwein zum Politikum. Weil die Infektionszahlen im November und auch noch in der ersten Dezember-Hälfte deutlich gestiegen waren und außerdem die Omikron-Variante drohte, forderte die Fraktion „Die Fraktion“ im Frankfurter Römer den Abbruch des Weihnachtsmarktes. Angesichts voller Intensivstationen könne man in der Innenstadt keine Party feiern, zumal Abstandsregel oft nicht eingehalten würden, argumentierte Fraktionschef Nico Wehnemann, und viele in der Stadtverordnetenversammlung stimmten ihm offen oder zumindest insgeheim zu.

Doch vor allem Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) wollte diese Veranstaltung jetzt durchziehen. Zu oft hatte er in den vergangenen knapp zwei Jahren Hoffnung auf etwas Normalität bei Großveranstaltungen gemacht. Und zu oft hatte ihn die Realität eines Besseren belehrt. Der Herbstmarkt 2020 musste abgebrochen werden, den Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr gab es nicht, die Buchmesse auch nicht (wenn man die digital abgehaltenen Termine außen vor lässt), der Marathon wurde 2020 wie 2021 abgesagt, und bei der Buchmesse 2021 war nur wenig Publikum zugelassen. Dieser Weihnachtsmarkt aber sollte regulär enden. Und Feldmann setzte sich durch.

Ansonsten war aber kaum etwas normal in diesem Jahr – zumindest wenn man von den Sommermonaten absieht, in denen niedrige Inzidenzen das trügerische Gefühl vermittelten, die Pandemie sei beherrschbar. Doch mit den Rückkehrerinnen und Rückkehrern aus dem Urlaub stiegen die Zahlen wieder. Und die Menschen mussten neue Ziffern-Buchstaben-Kombinationen lernen. 3G (geimpft, genesen oder getestet), 2G (geimpft oder genesen), 2G-plus (geimpft oder genesen und zusätzlich getestet)... Gerade im Herbst gab es immer neue Vorgaben, welche Veranstaltungen, welche Geschäfte, welche Bars und Restaurants mit welchem Schutz besucht werden dürfen. Am Ende hatten viele Hessinnen und Hessen den Überblick verloren.

Dabei begann das Jahr durchaus verheißungsvoll – und gar nicht kompliziert. Es galt, sich impfen zu lassen. Möglichst schnell. Anfang Januar ging es in der Alten- und Pflegeheimen los. Wenige Tage später öffneten die Impfzentren. Doch damit fingen die Probleme an. Teils hochbetagte Menschen mussten irgendwie an einen Termin kommen. Entweder über eine völlig überlastete Seite im Internet. Oder über eine Telefon-Hotline, die immer und ewig besetzt zu sein schien.

Sondervermögen verfassungswidrig

Doch diese Probleme ließen sich lösen. Im Impfzentrum Frankfurt konnten bis zu 4000 Menschen täglich das Vakzin erhalten, und im Februar gab es weitere gute Nachrichten aus Hessen. Biontech nahm in Marburg die Impfstoff-Produktion auf. Netter Nebeneffekt: Der Stadt bescherte das einen immensen Zuwachs an Gewerbesteuer. Allerdings: Die Zahlen blieben hoch. Und so gab es im Frühling in Städten mit hoher Inzidenz tatsächlich eine Ausgangssperre. Nachts durften – von allerdings zahlreichen Ausnahmen abgesehen – nur noch geimpfte oder genesene Menschen auf die Straße. Betroffen waren Frankfurt und vor allem Offenbach. Fast immer führte „OF“ die Statistik der Inzidenzen an.

Als die Menschen in Hessen dann glaubten, sie hätten das Schlimmste überstanden, als die Schulen endlich wieder komplett geöffnet waren, als die Kliniken wieder im Normalbetrieb arbeiten konnten und bis auf die Maskenpflicht in Geschäften und Bussen und Bahnen wenig auf die Pandemie hindeutete, kam die Delta-Variante, die noch einmal ansteckender war als die bisherigen Varianten von Corona. Trotzdem wurden im September die (zu der Zeit in der Tat verwaisten) Impfzentren geschlossen. Ein Fehler, wie man heute weiß. In Frankfurt blieb das Impfzentrum offen und zog nur von der Festhalle in die Messehalle 1. Ein Segen, wie sich im Spätherbst herausstellte, als die Leute in langen Schlangen anstanden, um einen Booster zu bekommen.

Auch der Landesregierung setzte die Pandemie zu. Im Oktober entschied der Staatsgerichtshof, dass das zwölf Milliarden Euro hohe Sondervermögen, mit dem Hessen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie lindern wollte, gegen die Verfassung verstößt. Einen anderen Weg für die Finanzierung der Krise zu finden, wird eine der vielen Herausforderungen sein, vor die Corona die Politik im kommenden Jahr stellen wird.

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