Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Auch in Frankfurt sind die Schulen seit Montag wieder geschlossen. Es gibt nur eine Notbetreuung.
+
Auch in Frankfurt sind die Schulen seit Montag wieder geschlossen. Es gibt nur eine Notbetreuung.

Corona-Krise

Trotz Informations-Wirrwarr an Frankfurter Schulen – Wechsel zu Distanzunterricht klappt fast problemlos

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
    schließen

Die Umstellung auf Distanzunterricht klappt in Frankfurt weitgehend problemlos. Die CDU übt wegen des Durcheinanders am Wochenende scharfe Kritik an Sylvia Weber.

Frankfurt – Das große Chaos blieb aus. Zwar hatte es am Wochenende ein Hin und Her über die Frage gegeben, wie es am Montag an den Frankfurter Schulen weitergehen würde. Zunächst hatte es von Bildungsdezernentin Sylvia Weber geheißen, die Corona-Notbremse werde erst ab 3. Mai umgesetzt – obwohl Frankfurt am Samstag den dritten Tag in Folge über einer Inzidenz von 165 lag. Dann stellte sich heraus, dass das Infektionsschutzgesetz eine solche Auslegung nicht zulässt, deshalb hieß es am Sonntag, die Schulen müssten doch schließen. Aber mit Notbetreuung – auch für Eltern, die zunächst keine Bescheinigung ihrer Arbeitgeber vorlegen können.

Angesichts dieses Durcheinanders hatte manch einer schlimme Szenen am Schultor befürchtet. Doch Bilder von verzweifelten Schüler:innen und Eltern gab es am Montag nicht. Die meisten Schulen gingen einigermaßen entspannt mit der Situation um.

Schule in Frankfurt-Schwanheim: Unterschiedliche Infos haben am Wochenende zu Irritation geführt

Die unterschiedlichen Informationen am Wochenende hätten „ein bisschen zu Irritation und Durcheinander geführt – ansonsten hätten wir alles schon Freitag fertig organisieren können“, sagte Saskia Ghribi, Leiterin der August-Gräser-Schule in Schwanheim. Am Samstag plante sie noch den Wechselunterricht für den Montag.

Erst am Sonntagmorgen stand fest, dass die Schulen in den Distanzunterricht mit Notbetreuung wechseln müssen. Dennoch habe sie alle Eltern per Mail erreicht, so dass am Montag nur die Kinder zur Schule kamen, die auch einen Platz in der Notbetreuung hätten. Alle anderen nahmen am Distanzunterricht von Zuhause teil. „Das Durcheinander hätte ich mir ersparen können, dann hätte ich nämlich auch ein bisschen Wochenende gehabt“, so Ghribi.

Private Grundschule in Frankfurt: Distanzunterricht und Corona-Notbetreuung klappt gleich zum Montag

An der privaten Phorms-Grundschule hat die Kommunikation zu den Eltern auch noch rechtzeitig geklappt. „Die Eltern haben absolut spontan und gut reagiert“, zeigte sich Schulleiterin Gabriele Schorn erfreut. Die Grundschule schaffe es mittlerweile, innerhalb eines Tages auf Distanzunterricht umzustellen. Das sei nach einem Jahr nun kein Problem mehr, meinte die Schulleiterin. Bei den dritten und vierten Klassen kamen geplant etwa fünf Kinder zur Notbetreuung. In den ersten Klassen werde diese von einigen Kindern mehr in Anspruch genommen.

Im Goethe-Gymnasium wurde die spontane Information der Stadt über E-Mail, Homepage und Update des Digitalen Vertretungsplans kommuniziert. „Donnerstag bis Sonntagmittag war schlimm“, berichtete die Schulleiterin Ute Utech. Bis zur endgültigen Entscheidung erhielt sie unzählige Nachfragen wegen der Unklarheiten. Seitdem liefe aber alles ziemlich glatt.

Corona-Notbremse: Schnelle Umstellung zu Distanzunterricht für Schule in Frankfurt leichter als umgekehrt

Tatsächlich kamen nur vereinzelt Schüler:innen. Im Übergang zum Distanzunterricht sieht sie an sich keine Probleme: „Wenn Schulen mittlerweile was können, dann den sofortigen Wechsel auf Distanzunterricht. Da ist der schnelle Übergang in den normalen Präsenzunterricht fast problematischer.“

Auch der Verwaltungsstab der Stadt Frankfurt beschäftigte sich am Montagvormittag mit der Frage, wie es an den Schulen weitergeht. Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) bestätigte im Gespräch mit der FR die nun getroffene Regelung: Die Schulen stellen auf Distanzunterricht um, wie es die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes verlangt. Gleichzeitig kommt die Stadt Frankfurt den Eltern entgegen. Sie können die Notbetreuung in dieser Woche nutzen, ohne die eigentlich erforderlichen Bescheinigungen einzureichen. Das müssten sie erst in der kommenden Woche tun.

Unterschiedliche Voraussetzungen: Anspruch auf Notbetreuung für Frankfurter Schüler:innen in Corona-Zeit

Anspruch auf eine Notbetreuung haben Kinder von Eltern, die beide berufstätig oder alleinerziehend sind. Auch in Härtefällen und zur Abwendung einer Gefahr für das Kindeswohl kann eine solche Betreuung gewährt werden. Die Regelung gilt nun für Schulen und analog für Kindertagesstätten und Horte.

„So eine Regelung hätten wir schon am Freitagnachmittag haben können, das hätte vieles einfacher gemacht“, sagte Majer. Weber habe mit ihrem Vorstoß, die Schulen erst nach einer Woche zu schließen, unnötig für Durcheinander gesorgt, kritisierte der Gesundheitsdezernent.

Fehlinformation an Frankfurter Schulen: Kritik an Bildungsdezernentin wegen Umsetzung von Corona-Notbremse

Während die Bildungsdezernentin die Schuld für das Chaos in erster Linie beim Land Hessen sieht und fehlende Kommunikation beklagt, sieht sie sich auch Angriffen der CDU ausgesetzt. Der Vorsitzende der Frankfurter Christdemokraten, Jan Schneider, schrieb auf Facebook von einer „landesweiten Blamage“. Das Bildungsdezernat meine, „sich nicht an Recht und Gesetz halten zu müssen“. Schneider, der auch Baudezernent ist, kritisierte: „Gut gemeint ist halt noch lange nicht gut gemacht, Frau Weber!“ Ähnlich äußerte sich CDU-Vorstandsmitglied Yannik Schwander, der Ortsvorsteher in Nieder-Erlenbach ist: „Das Chaos trägt am Ende einen Namen: Weber!“ (Johannes Blüm, Georg Leppert, Clara Meyer-Horn)

Transparenzhinweis: In einer früheren Version des Textes hieß es, das Goethe-Gymnasium biete keine Notbetreuung an. Das ist falsch. Richtig ist: Das Goethe-Gymnasium bietet die Notbetreuung nach den Vorgaben des Hessischen Kultusministeriums an. Am 26.04.2021 durften wegen der Kurzfristigkeit bei dringendem Bedarf auch Schülerinnen und Schüler ohne Arbeitgebernachweis der Eltern in die Notbetreuung. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare