Nur wer selbst mit Corona infiziert ist, wird in Frankfurt derzeit in Quarantäne geschickt (Symbolbild).
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Nur wer selbst mit Corona infiziert ist, wird in Frankfurt derzeit in Quarantäne geschickt (Symbolbild).

Kritik an Vorgehen

Corona an Schulen in Frankfurt: Müssen Kontaktpersonen in Quarantäne?

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Bei einem Corona-Fall in einer Klasse in Frankfurt müssen die Mitschüleri:nnen oft nicht in Quarantäne und werden nicht getestet. Der FDP ist das unverständlich.

  • Auch in den Schulen in Frankfurt steigen die Corona-Fälle wieder.
  • Laut Gesundheitsamt Frankfurt werden nur mit Corona infizierte Schülerinnen und Schüler in Quarantäne geschickt.
  • Die FDP-Fraktion im Römer äußert Kritik an dieser Quarantäne-Regelung.

Frankfurt – Wenn es in einer Schulklasse einen Corona-Fall gibt, dann passiert in Frankfurt ganz häufig: nichts. Lediglich die infizierte Person darf dann nicht mehr am Präsenzunterricht teilnehmen. Alle anderen können weiter zur Schule gehen, müssen nicht in Quarantäne, müssen keinen Test machen. So regelt das Gesundheitsamt das zumindest in Fällen, in denen in den Klassen konsequent Masken getragen wurden. An den weiterführenden Schulen gilt die Maskenpflicht nicht nur auf Fluren und Schulhof, sondern auch im Unterricht.

Corona an Schulen in Frankfurt: Nur Infizierte müssen in Quarantäne

Grundsätzlich geht das Gesundheitsamt nicht von einer hohen Übertragungswahrscheinlichkeit in Schulen und Kitas aus. Wurde aber nicht durchgehend eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen, ergreift das Gesundheitsamt bei einem positiven Getesteten in einer Klasse eventuell weitere Maßnahmen: Es könnte sein, dass die Klasse oder Lerngruppe nun für einen gewissen Zeitraum ständig eine Maske tragen muss. Oder dass die gesamte Klasse oder Lerngruppe getestet wird.

FDP-Fraktion im Frankfurter Römer: Kritik an Regelungen zu Corona und Quarantäne

Allerdings sei es wichtig, „sorgsam mit den Testkapazitäten umzugehen“. Auch solle durch Testungen zu einem bestimmten Zeitpunkt „nicht ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt werden, das möglicherweise zur Vernachlässigung der Hygieneregeln führt“. Die FDP-Fraktion im Frankfurter Römer findet das Vorgehen des Gesundheitsamts bei positiven Fällen in Klassen unverständlich. „Eine möglichst lange Aufrechthaltung des Regelbetriebs an unseren Schulen befürworten wir sehr“, sagt Stefan von Wangenheim, der bildungspolitische Sprecher. „Dies darf jedoch nicht zu Lasten der Gesundheit unserer Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte erfolgen und letztendlich zu einer unkontrollierten Weitergabe der Viren in die Familien führen.“

Corona in Frankfurt: Regelmäßige Tests statt kollektiver Quarantäne

Kollektive Quarantäne bei einem Covid-19-Fall sei auf Dauer nicht zielführend, „jedoch fehlen aus unserer Sicht jegliche Konzepte, die das aktuelle Vorgehen rechtfertigen könnten“. So seien die Schulen noch immer nicht mit Luftreinigungsgeräten ausgestattet, die Aerosole aus der Luft filtern können. In sehr vielen Klassenzimmern sei es nicht möglich, querzulüften.

Die FDP fordert, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler regelmäßig zu testen, um ein ungehindertes Ausbreiten des Virus an den Schulen zu verhindern. Außerdem sollten Eltern über Corona-Fälle an den Schulen ihrer Kinder informiert werden, „damit keine unnötigen Verunsicherungen auftreten“, sagt Wangenheim. Auch sollte eine Verkleinerung der Klassen geprüft werden, um das Infektionsrisiko zu reduzieren. (Sandra Busch)

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