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Mitarbeiter der Stadt Frankfurt verteilen Flyer zu den neuen Corona-Maßnahmen auf dem Römerberg.

Corona-Pandemie

Corona in Frankfurt: Die Regeln für Wochenmärkte sorgen für Verwirrung

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Am Freitag sind verschärfte Corona-Regelungen in Frankfurt in Kraft getreten. Doch wie sind diese von den Bürgern angenommen worden?

  • Am Freitag sind verschärfte Corona-Regelungen in Frankfurt eingetreten.
  • Die Corona-Maßnahmen auf dem Wochenmarkt in Frankfurt sorgten für Verwirrung.
  • Wochenmarkt-Betreiber fühlten sich durch die Corona-Regelungen in Frankfurt massiv benachteiligt.

Frankfurt – Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus werden überwiegend akzeptiert. Irritationen gibt es über Alkoholverbot und Schutzzone.

Die Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Frankfurt sind am ersten Wochenende auf breite Akzeptanz gestoßen. Die Sperrstunde für die Gastronomie ab 23 Uhr wurde eingehalten, in den Zonen, in denen eine Pflicht zur Bedeckung von Mund und Nase galt, wurden überwiegend Masken getragen. Allerdings gab es auch einige Irritationen über die am 9. Oktober erlassene Allgemeinverfügung.

Ratlosigkeit wegen Corona-Maßnahmen auf dem Wochenmarkt in Frankfurt

Allen voran auf der Konstablerwache bei den Standbetreibern des Wochenmarkts herrschte am Samstagmorgen Ratlosigkeit. Durfte dort, auf einem öffentlichen Platz in der Innenstadt, Alkohol ausgeschenkt werden? „Es war ein Hin und Her“, hieß es beim Obsthof Dienst, der letztlich seinen Apfelwein ausschenkte. Brigitte Weyerhäuser vom Rollanderhof, der mit einem großen Weinstand vor Ort ist, sprach von „großer Verwirrung“. Zunächst habe es aus dem Ordnungsamt geheißen, es dürfe kein Alkohol ausgeschenkt werden. Doch damit wollte sie sich nicht zufriedengeben.

„Wir sind ein gastronomischer Betrieb“, betonte die Winzerin und wies darauf hin, dass die Erzeuger auf den Wochenmärkten während des Lockdowns über Wochen massiv benachteiligt worden seien und ihre alkoholischen Produkte nicht mal zum Mitnehmen hätten verkaufen dürfen. Die Marktaufsicht habe schließlich am Samstagvormittag das Okay zum Ausschank gegeben. Weyerhäuser räumte aber ein, dass diese Entscheidung schon in der kommenden Woche ganz anders aussehen könnte. „Wir schwimmen“, sagte sie, gab sich aber kämpferisch: „Wir würden diesmal auch den Rechtsstreit suchen.“

Vorerst ohne Rechtsstreit lief das obligatorische Tragen von Masken ab. Auf der Zeil etwa hielten sich geschätzt drei Viertel der Menschen an die Vorgaben. Entgegen der Ankündigung des Ordnungsamts verzichtete die Stadtpolizei hier aber auf Kontrollen. Stattdessen verteilten Mitarbeiter der Stadt Flyer, auf denen die Maßnahmen aufgelistet waren. Dabei sorgte die Auswahl der Straßen teilweise für Unverständnis. Während im Oeder Weg bis zur Glauburgstraße und auf der Schweizer Straße Maskenpflicht herrscht, wird darauf in der Neuen Altstadt, in der Schillerstraße oder auch in Alt-Sachsenhausen verzichtet. Die BFF-Fraktion im Römer bezeichnete die Maßnahmen als „unkoordiniert“. Auf der weitläufigen Zeil herrsche Maskenpflicht, in der Töngesgasse mit ihren beengten Bürgersteigen nicht.

Corona in Frankfurt: Mund-Nase-Bedeckung auch für Radfahrer?

Unklar blieb auch, ob Radfahrer, etwa beim Passieren der Leipziger Straße eine Mund-Nase-Bedeckung tragen müssen. In der 20-seitigen Allgemeinverfügung werden Radfahrer nicht explizit erwähnt und ausgenommen, müssten also eine Maske tragen. Doch was ist dann mit Rollerfahrern, die ebenso motorisiert sind wie Autofahrer, die aber ausdrücklich keine Maske tragen dürfen.

Gut angenommen wurden die verschärften Auflagen für die Kirmes „Herbst in der Stadt“. Zwar bildeten sich beim Einlass am Römer und auf dem Roßmarkt teilweise Schlangen. Die Besucher zeigten aber Verständnis für die Maßnahme, sich vor Betreten des Geländes namentlich registrieren zu müssen, damit mögliche Infektionsketten verfolgt werden können.

Corona-Pandemie: Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen in Frankfurt

Wenig problematisch gestaltete sich am Wochenende auch das Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Dabei spielte den Ordnungsbehörden aber auch das Wetter in die Karten. Der Freitag war regnerisch, der Samstag zwar trocken, aber in den Abendstunden relativ kühl und nicht eben einladend zu einem Umtrunk im Freien.

Dies war wohl auch ein Grund dafür, dass es keinerlei Probleme bei der Umsetzung der Sperrstunde ab 23 Uhr gab. Während in vielen Lokalitäten in der Stadt die Außengastronomie bis 23 Uhr gut besucht war, leerten sich Gastgärten ab 23 Uhr zusehends. Die einstündige Verlängerung habe der Gastronomie sehr geholfen. „Wer nur bis 22 Uhr weggehen darf, überlegt sich vielleicht gleich, zu Hause zu bleiben, aber 23 Uhr ist ja fast schon Mitternacht“, sagte eine Gastronomin in der Innenstadt.

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