Auf Konfrontationskurs an der Alten Oper: Vorne sind die Corona-Kritiker zu sehen, hinten mit Masken jene, die gegen sie protestieren.
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Auf Konfrontationskurs an der Alten Oper: Vorne sind die Corona-Skeptiker zu sehen, hinten mit Masken jene, die gegen sie protestieren.

Corona-Krise

Proteste in Frankfurt: Corona-Skeptiker treffen auf Gegendemonstranten

  • Clemens Dörrenberg
    vonClemens Dörrenberg
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Eine Aktionsgruppe protestiert an der Alten Oper in Frankfurt gegen die Corona-Maßnahmen. Gegendemonstrant:innen stellen sich dagegen.

  • An der Alten Oper in Frankfurt gibt es eine Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen.
  • Gegendemonstranten mischen sich unter die Zuhörer.
  • Die Polizisten bilden eine Kette, um die Gruppen zu trennen.

Frankfurt - Im ersten Augenblick wirkt die Situation etwas unübersichtlich. Wer demonstriert hier wogegen? Kurz nach Beginn einer Kundgebung der „Aktionsgruppe Widerstand 4.0 gegen Coronamaßnahmen und 5G“ haben sich am Samstagnachmittag auf dem Platz vor der Alten Oper in Frankfurt Demonstranten und Gegendemonstranten gemischt. An der Treppe vor dem Opernhaus hängen neben einem Transparent gegen das Mobilfunknetz 5G weitere mit den Aufschriften „Wir sind die 99 %“ sowie „Stopp den Krieg gegen die Menschheit“, offenbar alles Parolen der Veranstalter.

Gegendemonstranten in Frankfurt: „Unsere Antwort heißt Solidarität“

Direkt davor hat sich eine kleine Gruppe schwarz gekleideter junger Leute gestellt, die ein Transparent hochhalten. Darauf steht „Verschwörungstheorien gefährden Ihre Gesundheit“, daneben „Unsere Antwort heißt Solidarität“ und darunter „Aufstehen gegen Rassismus“.

Weil eine Lautsprecheranlage zunächst nicht funktioniert, spricht ein Redner durch ein Megafon. Nur leise ist er zu hören, die Gegendemonstranten dagegen umso besser. Unmissverständlich fordern sie den Redner zum Schweigen auf, skandieren „Alerta, Alerta Antifascista“ und „Wir impfen euch alle“. Davon lässt sich der Redner jedoch nicht abhalten weiterzusprechen. Er verweist auf die Pflicht zum Tragen einer Maske sowie Abstandsregeln. Dazu hätten die Veranstalter Kreuze mit Kreide auf den Opernplatz gezeichnet. Die Markierungen sind tatsächlich zu sehen. Darauf achtet aber niemand der Anwesenden.

Eine Rednerin stellt sich als ehemalige Occupy-Aktivistin vor, was ihr keine Sympathien bei den Gegenprotestlern einbringt. Wie weitere Redner verknüpft sie die Corona-Krise mit einem „bevorstehenden Kollaps des Finanzsystems“. Eine Gegendemonstrantin ruft: „Du bist so peinlich!“

Proteste gegen die Corona-Maßnahmen in Frankfurt: Maskenpflicht wird nicht eingehalten

Zwei Frauen halten kleine Schilder in die Höhe. Auf der roten Seite steht: „Warnung vor dem Hunde“, auf der weißen, die sie selbst beschriftet haben: „Sei gehorsam“ und „Trage Maske“. Eine Frau, die eines der Schilder hochhält, hat ihre Einwegmaske unter die Nase geschoben. Trotz Maskenpflicht halten sich nur wenige Teilnehmer daran. Ein Mann hat sich eine Kaffeefiltertüte ins Gesicht gebunden. Der Einsatzleiter der Polizei, Herr Wüstenhagen, der mit zwei Kolleginnen hinter den Säulen vor dem Operneingang steht, sagt: „Viele können hier allerdings begründete Ausnahmen vorweisen, dass sie keine Maske tragen müssen.“ Das seien Atteste, aber auch einfach Entschuldigungen der Demonstranten, die sie den Beamten bei Kontrollen erzählten.

Auf rund 50 schätzen die Polizisten die Zahl der Kundgebungsteilnehmer. Etwa drei Dutzend weitere Menschen sind auf dem Platz zu sehen. „Es ist ein bisschen schwierig auseinanderzuhalten“, sagt Wüstenhagens Kollegin. Gegner der Kundgebung stehen zwischen Corona-Kritikern. An ihren Fahrrädern hängen Schilder, einige laufen auch damit herum: „Vorsicht! Verschwörungserzählungen“. Hier und da kommt es zu kurzen verbalen Auseinandersetzungen, die aber schnell im Nichts enden.

Frankfurt: Corona-Kritiker wollen dikutieren

Die Corona-Kritiker wollen meist diskutieren, ihre Kontrahenten beschränken sich eher auf stummen Protest. Ein Mann im Maleranzug und mit einer Maske in Science-Fiction-Optik läuft durch die Menge und wiederholt ständig: „Niemals hinterfragen, niemals hinterfragen.“ Im Verlauf der Demo bilden einige Polizisten eine Kette, um die Gruppen mit den gegensätzlichen Anliegen voneinander zu trennen. (Clemens Dörrenberg)

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