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In dem „Fit Fit“-Kiosk in Frankfurt können sich Menschen auf Corona testen lassen.
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In dem „Fit Fit“-Kiosk in Frankfurt können sich Menschen auf Corona testen lassen.

Corona-Pandemie

Corona: Alarmierender Rekord in Frankfurt - Neuinfektionen auf absolutem Höchstwert

Mehr als 10.000 Fälle sind es seit Beginn der Pandemie, die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf knapp 290.

  • In Frankfurt explodiert die Zahl der neu mit Corona* infizierten: Mehr als 2300 Frankfurter:innen haben sich binnen einer Woche mit dem Virus angesteckt.
  • Besonders oft infizieren sich Personen aus der Altersgruppe der 20- bis 50-Jährigen mit dem Virus, aber auch ältere Menschen trifft es immer häufiger.
  • Neue Beschränkungen soll es in Frankfurt dennoch erst mal keine geben, so der Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne).

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in Frankfurt in der vergangenen Woche dramatisch gestiegen. Allein für dieses Wochenende meldet das hessische Sozialministerium mehr als 1000 bestätigte Neuinfektionen in der Mainmetropole. Binnen einer Woche haben sich demnach mehr als 2300 Frankfurter:innen neu mit Covid-19 infiziert. Das entspricht beinahe einem Viertel aller seit Beginn der Pandemie in der Mainmetropole gemeldeten Fälle (10 401). Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte auf einen Rekordwert von 288,8.

Corona-Pandemie in Frankfurt: Verzögerte Meldekette ändert nichts an den insgesamt hohen Werten

Zwar sei ein Teil der 587 gemeldeten Neuinfektionen vom Samstag einem Übermittlungsfehler vom Freitag geschuldet, als mit 199 zu wenige Fälle statistisch erfasst worden seien, die dann am Samstag mitgezählt worden seien. Das ändere jedoch nichts daran, „dass wir sehr hohe Meldezahlen haben“, bestätigt der Leiter des städtischen Gesundheitsamts, René Gottschalk. Das Problem dabei: Es gibt keine echten Hotspots, also einzelne Infektionsherde, auf die sich zahlreiche Fälle zurückverfolgen ließen. Die wären für die Mitarbeiter:innen des Gesundheitsamts leichter einzudämmen als Hunderte Einzelfälle. „Das Gros der Fälle ist nicht nachvollziehbar*“, erklärt Gottschalk, dass sich das Virus längst in der Stadt breitgemacht hat.

Frankfurt: Leiter des Gesundheitsamtes fordert mehr Disziplin im Kampf gegen Corona

Nicht nachvollziehbar ist für den Infektiologen, warum sich nach wie vor so viele Bürger:innen nicht an die Hygieneregeln gegen Corona halten. „Wenn alle Masken tragen und Abstand halten würden, hätten wir den zweiten Teillockdown nicht gebraucht. Stattdessen sehen wir viele völlig unvernünftige Menschen“, kritisiert er und nennt Beispiele: Da sei der Altenpfleger, der trotz seiner großen Verantwortung im Umgang mit den besonders gefährdeten, älteren Menschen in seiner Freizeit jegliche Vorsicht vermissen lasse. Da sei aber auch die junge Oma, die trotz einschlägiger Symptome unbedingt beim Geburtstag des Enkelkinds dabei sein wolle.

„Solange die Leute einfach nicht kapieren, dass sie sich auch zu Hause an die Regeln zur Bekämpfung der Pandemie halten müssen, werden wir die Infektionszahlen nicht in den Griff bekommen“, mahnt Gottschalk zu mehr Disziplin. Ob die gestiegenen Fallzahlen möglicherweise auch damit zu tun haben, dass viele das vergangene Wochenende unmittelbar vor dem Shutdown genutzt haben, um noch mal richtig zu feiern, lasse sich nicht eindeutig sagen, sagt Gottschalk. „Aber zeitlich kommt das schon hin.“

Gesundheitsdezernent: Strengere Auflagen zur Bekämpfung der Pandemie derzeit nicht geplant

Dass die Stadt die Daumenschrauben angesichts von gut 2300 Neuinfektionen binnen einer Woche nun weiter anzieht und etwa die Maskenpflicht auf das gesamte Stadtgebiet ausweitet, ist laut Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) zunächst nicht zu erwarten. „Aktuell haben Bund und Länder ja Regelungen getroffen, die sehr viel weiter reichen als das, was wir als Kommune regeln können“, betont Majer.

Er könne sich schon vorstellen nachzujustieren, dann allerdings, um auf eine spezifische Situation oder ein lokales Ausbruchsgeschehen zu reagieren. Solange aber das Infektionsgeschehen so wie derzeit „die Breite der Bevölkerung“ betreffe, hält der Dezernent zusätzliche Beschränkungen auf kommunaler Ebene für wenig zielführend. Das gelte auch für Dinge wie einen Zweischichtbetrieb an den Schulen. Majer: „Die aktuellen Regelungen des Bundes wurden ja gerade getroffen, um den Schulbetrieb wenn irgendmöglich weiterlaufen zu lassen.“

Altersgruppe der 20- bis 50-Jährigen steckt sich besonders häufig mit Corona an

Der aktuell starke Anstieg der Zahlen zeige, „wie dringend erforderlich die scharfen Maßnahmen des Bundes und der Länder waren“, urteilt Stefan Majer. Mehr noch: „Wenn ich mir die Entwicklung der vergangenen Woche ansehe, wäre eher eine Diskussion darüber angebracht, ob diese Beschlüsse nicht hätten schon früher kommen müssen.“

Nach wie vor ist in Frankfurt vor allem die Altersgruppe der 20- bis 50-Jährigen betroffen. „Wir haben aber einen Zuwachs bei alten Menschen, das ist das, was mich sorgt“, berichtet der Leiter des Gesundheitsamts. Denn: Es sind vor allem ältere Menschen, die besonders schwer erkranken. Hier seien auch die meisten Todesfälle zu verzeichnen. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie 122 Frankfurter:innen mit Corona-Infektion gestorben.

Die Zahl der Covid-19-Infizierten in Hessen, die intensivmedizinisch betreut werden, lag nach Daten des Divi-Intensivregisters gestern bei 269. Knapp jeder Zweite davon musste beatmet werden (134). Aktuell sind von 2131 Intensivbetten in hessischen Kliniken 1679 belegt, 452 sind noch frei. (Stefan Liedtke) *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

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