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In Frankfurt gilt Maskenpflicht in Bus und Bahn - aber nicht jeder hält sich daran.

Corona im ÖPNV

Maskenpflicht in der Bahn: Nicht alle halten sich daran – das sorgt für Ärger

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Weil Schaffnerinnen und Zugbegleiter keine Polizeigewalt haben, können sie nichts gegen Corona-Verstöße in der Bahn unternehmen.

  • Nicht alle Menschen in Hessen halten sich an die Maskenpflicht in der Bahn.
  • Die Mitarbeitenden im ÖPNV können nur auf die Corona*-Regeln hinweisen, sie aber nicht durchsetzen.
  • Der RMV in Frankfurt setzt auf soziale Kontrolle.

Frankfurt – Ingrid Wiegand ist empört. „Da wird ohne Maske* gehustet und geschnauft. Einige Personen saßen im Gang, tranken fröhlich Bier, natürlich auch ohne Schutz.“ Die Frankfurterin war mit der Regionalbahn von Bebra nach Frankfurt gefahren. Mit ihr mehrere Leute ohne Maske, wie sie erzählt. 

Corona bei Bahn und RMV in Frankfurt: Schaffner hat keine rechtliche Handhabe zur Maskenpflicht

Der Schaffner, der im 1. Klasse-Abteil mit drei Bahnangestellten saß, wollte nichts unternehmen. Er habe keine rechtliche Macht, diese Leute aus dem Zug zu weisen. Und er sei es leid, immer erfolglos zu predigen. „Ich könne ja die Polizei rufen.“

Der Zugbegleiter hat recht, sagt eine Sprecherin der Deutschen Bahn. „Er hat keine Polizeigewalt.“ Das Personal könne lediglich auf die Maskenpflicht wegen Corona hinweisen, ihm seien die Hände gebunden: „Wir appellieren an die Vernunft der Menschen, sonst können wir nichts machen.“

Corona im ÖPNV in Frankfurt: RMV-Personal kann Reisende auf Maskenpflicht hinweisen

Nach Angaben des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) obliegt die Kontrolle, ob jeder Fahrgast eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt, den jeweils zuständigen Ordnungsbehörden. Laut Verordnung des Landes Hessen können diese bei Verstößen gegen die Corona-Regeln auch ein Bußgeld verhängen. 

Darüber hinaus sei das Personal in den Zügen dazu angehalten, Fahrgäste auf die Pflicht hinzuweisen. Zu berücksichtigen sei dabei, dass die Verordnung auch Ausnahmen beinhaltet. „Insgesamt setzen wir auf soziale Kontrolle und ein verantwortungsbewusstes Verhalten unserer Fahrgäste“, ergänzt RMV-Sprecher Maximilian Meyer. Der Großteil von ihnen verhalte sich auch rücksichtsvoll.

Von Jutta Rippegather

In einem ICE von Frankfurt Richtung Norden hat sich ein Mann als Bundeswehroffizier ausgegeben. Doch ein Zugbegleiter wurde misstrauisch.

Busse und Bahnen von RMV, VGF und DB in Frankfurt sind vom Corona-Mindestabstand ausgenommen. Folglich wird dieser auch nicht kontrolliert. Anders sieht es jedoch bei der Maskenpflicht im ÖPNV aus.

Die Corona-Krise als künstlerische Inspiration: Ein Frankfurter Unternehmen begeistert mit ungewöhnlichen Artikeln.

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