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Corona in Frankfurt: Inzidenz liegt über 1000 – Welche Folgen hat das?

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Von: Steven Micksch

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Ein Mann mit Maske geht vor der Skyline vorbei.
Frankfurt hat eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 1000. © Sebastian Gollnow/dpa

Die Situation in Frankfurt ist trotz hoher Corona-Infektionszahlen in den Verkehrsbetrieben und Kliniken noch stabil. Kitas haben allerdings bereits Probleme.

Frankfurt – Die Corona-Inzidenz in Frankfurt hat am Montag (17.01.2022) mit 1060,1 erstmals die 1000er-Marke überschritten. In der Hessen-Stadt mit rund 764.000 Einwohner:innen ist damit faktisch ein Prozent der dort lebenden Menschen infiziert. Welche spürbaren Auswirkungen hat die oft so abstrakt wirkende Inzidenzzahl aber konkret?

Auf die Frankfurter Kindertagesstätten hat sie bereits spürbare Auswirkungen. So teilt die Trägerin BVZ auf FR-Nachfrage mit, dass es zunehmend zu Personalausfällen komme. „Seit dem 16. Dezember mussten in 92 von insgesamt 154 Einrichtungen wegen Personalausfällen oder Quarantäneverfügungen einzelne Gruppen schließen oder die Öffnungszeiten verkürzt werden. Vereinzelt mussten ganze Einrichtungen geschlossen werden“, so die Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit, Nasaria Makey. Am Montag waren 71 Einrichtungen betroffen, bei den meisten mussten die Öffnungszeiten verkürzt werden, vier wurden ganz geschlossen. Die Trägerin rechne mit einer Zuspitzung der Lage in den kommenden Tagen.

Corona-Inzidenz in Frankfurt über 1000: Probleme im ÖPNV?

Im Frankfurter Nahverkehr wird derzeit noch nicht mit Einschränkungen des Fahrplans gerechnet. „Wir prüfen den Krankenstand bei Busunternehmen und der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) regelmäßig, er ist noch stabil“, sagt Klaus Linek, der Sprecher der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq. Angestrebt werde, so lange wie möglich das vollständige Angebot im Nahverkehr aufrechtzuerhalten. Am Beginn der Pandemie war der Nahverkehr aufgrund von Schulschließungen für etwa zwei Monate eingeschränkt worden. Seitdem fahren die Busse und Bahnen in der Regel mit dem kompletten Angebot.

Die VGF arbeite auf den Betriebshöfen falls möglich in kleinen Teams, um das Infektionsrisiko zu minimieren, sagt der Sprecher Bernd Conrads. In Bussen gebe es zum Schutz der Fahrerinnen und Fahrer Plexiglasscheiben, ergänzt Linek. Im Frankfurter Nahverkehr gilt die 3G-Regel – alle Fahrgäste von Bus und Bahn müssen geimpft, genesen oder getestet sein. Das Ergebnis eines Bürgertests darf nicht älter als 24 Stunden sein. In Fahrzeugen und in Stationen müssen medizinische Masken getragen werden. Nur Kinder unter sechs Jahren müssen keine Maske tragen.

Corona-Lage in den Krankenhäusern in Frankfurt noch relativ entspannt

Die Lage in den Frankfurter Krankenhäusern scheint derweil etwas entspannter als noch in den Wochen und Monaten zuvor zu sein – zumindest wenn man die nüchternen Zahlen betrachtet, die die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) seit fast zwei Jahren auflistet.

Denenzufolge wurden am 24. April 2020 insgesamt 50 Corona-Kranke in den Frankfurter Kliniken behandelt worden. 41 davon mussten invasiv beatmet werden. Am 18. Dezember desselben Jahres waren es 69 Fälle und davon mussten 38 beatmet werden. Am 16. Januar 2021 gab es 75 behandelte Fälle und 38 Beatmungen. Vor fast zwei Monaten, am 21. November 2021, waren 47 Covid-Kranke in den Frankfurter Kliniken, 20 davon brauchten eine Beatmung. Und die aktuelle Zahl vom Sonntag, 16. Januar: 37 Fälle bei 10 notwendigen Beatmungen– die geringste Fallzahl aus allen genannten Beispielen.

Corona in Frankfurt: Hospitalisierungsrate kann mit Verzögerung steigen

Im Grunde verdeutlicht das auch die Hospitalisierungsinzidenz für Hessen, die mittlerweile zu einem wichtigen Wert zur Einschätzung der Pandemie-Lage geworden ist. Die Zahl gibt an, wie viele Covid-Patient:innen pro 100.000 Einwohner:innen binnen sieben Tagen neu in Kliniken aufgenommen wurden. Am gestrigen Montag lag der Wert bei 2,61. Er geht in der Tendenz zurück, vor einer Woche lag er noch bei 3,42. Beide Werte liegen auch weit weg vom Grenzwert 8. Dieser Grenzwert, beziehungsweise mehr als 200 Intensiv-Patientinnen und Patienten würden die Stufe 1 eines zweistufigen Maßnahmenkonzepts aktivieren.

Allerdings könne die Hospitalisierungsrate auch erst mit Verzögerung steigen. Bis eine vom Coronavirus betroffene Person auf der Intensivstation landet, können Tage, mitunter auch Wochen vergehen, je nachdem, wie sich der Zustand entwickelt. (Steven Micksch)

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