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Wegen des Lockdowns ist ein Teil der Läden geschlossen. Trotzdem zieht es viele Menschen auf die Schweizer Straße.
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Wegen des Lockdowns ist ein Teil der Läden geschlossen. Trotzdem zieht es viele Menschen auf die Schweizer Straße.

Corona

Ein Spaziergang über Frankfurts Einkaufsstraßen

  • Helen Schindler
    vonHelen Schindler
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Trotz Lockdown ist auf der Schweizer und der Berger Straße einiges los. Vor Bäckereien und Metzgereien bilden sich Schlangen, während einige Modegeschäfe kreativ werden.

Dass gerade Lockdown herrscht, könnte man fast vergessen, wenn man dieser Tage über die Schweizer Straße in Frankfurt schlendert. Während sich wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen abzeichnet, dass der zunächst bis 10. Januar verhängte Lockdown am heutigen Dienstag wohl verlängert wird, herrscht auf der Schweizer Straße in Sachsenhausen wuseliges Treiben. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass sich dort und rund um den Schweizer Platz eine Vielzahl an Bäckereien und Metzgereien befindet – die bekanntlich geöffnet bleiben dürfen. Und die Nachfrage ist hoch. Dass sie für Einkäufe und Erledigungen anstehen müssen, daran scheinen sich die Menschen längst gewöhnt zu haben.

Am Montagmittag bilden sich trotz kalter Temperaturen vor zahlreichen Bäckereien und Metzgereien, aber auch vor Banken lange Schlangen. Supermärkte, Drogerien, Apotheken, Brillenfachgeschäfte, Obst- und Gemüsestände sind ebenfalls weiterhin geöffnet und zum Teil gut besucht.

Frisörsalons hingegen müssen geschlossen bleiben. Michael Müller Frisöre auf der Schweizer Straße hat sich vorübergehend in ein Corona-Testzentrum verwandelt. Angeboten werden dort Antigenschnelltests und PCR-Tests. Ein zweites Testzentrum betreibt das zehnköpfige Team, bestehend aus Ärztinnen und Ärzten sowie medizinischem Personal, in einem Fitnesssstudio in der Textorstraße, das wegen des Lockdowns ebenfalls geschlossen bleiben muss. Zudem werden Hausbesuche angeboten. „Wir haben erst kurz vor Weihnachten eröffnet, aber in der Nachbarschaft hat sich das schon ganz gut rumgesprochen und wird auch nachgefragt“, sagt die Ärztin Patricia Deißenroth.

Während die allermeisten Modeläden zu sind, bietet Oska am Schweizer Platz eine virtuelle Beratung an. „Wir sind hier im Laden und zeigen unseren Kundinnen über Zoom- oder Google-Meetings unsere Ware“, erklärt Angelique Dreher-Volz. Die gewünschten Teile könnten dann entweder im Laden abgeholt werden, oder sie werden per Post verschickt. „Als Privatperson befürworte ich die Verlängerung des Lockdowns, auch wenn er für den Einzelhandel eine Katastrophe ist“, sagt Dreher-Volz. „Eigentlich müsste der Lockdown viel strenger sein, es sind zu viele Menschen unterwegs.“

Das sieht eine Passantin auf der Schweizer Straße, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, anders: „Ich finde den Lockdown ganz schlimm, insbesondere für die Restaurants und die Geschäfte, die in Hygienemaßnahmen investiert haben“, sagt die Frau mit kurzen, grauen Haaren. „Ich bin dafür, dass teilweise gelockert wird, in Geschäfte kann man ja auch einzeln eintreten. Auch Frisöre sollten wieder öffnen dürfen, das ist einfach wichtig für den Wohlfühlzustand.“ Sie selbst sei in der Medizinbranche beschäftigt und somit vom Lockdown in beruflicher Hinsicht nicht betroffen.

Während an der Hauptwache, auf der Zeil und an der Konstablerwache vergleichsweise wenig los ist, zeichnet sich auf der Berger Straße, zumindest zwischen Höhenstraße und Bornheim Mitte, ein ähnliches Bild wie auf der Schweizer Straße. Es ist nicht ganz so voll, aber auch dort bilden sich Schlangen vor Bäckereien, Metzgereien und Bankfilialen.

Und auch dort gibt es Geschäfte, die sich kreative Lösungen haben einfallen lassen. Die beiden zusammengehörenden Modegeschäfte Mina und Number Seven bieten sogenanntes Window Shopping an. Passant:innen, denen etwas aus dem Schaufenster gefällt, können dies an der Tür kaufen, ohne den Laden zu betreten.

Um mehr Menschen zu erreichen, zeigen die beiden Geschäfte die Klamotten auf ihren Instagram-Kanälen. „Damit haben wir im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 angefangen“, sagt Jasmina Bogdan von Number Seven. „Die Leute können uns auf Instagram schreiben und die Sachen dann hier abholen.“ Je nach Nachfrage sei das Geschäft für circa vier Stunden am Tag geöffnet. „Es muss weitergehen, es ist besser als nichts.“ Den Lockdown hält Bogdan für „Quatsch. Warum ist es okay, wenn die Menschen bei der Drogerie gegenüber anstehen, aber bei uns geht das nicht?“

Jördis Fraude, eine Passantin, die an einem Schaufenster auf der Berger Straße stehen geblieben ist, findet: „Die Medien geben die Situation einseitig wieder. Über Alternativen zur jetzigen Corona-Strategie wird zu wenig informiert.“ Sie wünscht sich eine Auswertung darüber, wo Infektionen tatsächlich stattfinden. „Da müsste man nach einem Jahr doch schon mehr wissen.“

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