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In Frankfurt haben zahlreiche Menschen gegen die geltenden Corona-Bestimmungen demonstriert.
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In Frankfurt haben zahlreiche Menschen gegen die geltenden Corona-Bestimmungen demonstriert.

Proteste

Frankfurt: Antifa demonstriert gegen Querdenker und Ausgangssperren 

  • Hanning Voigts
    VonHanning Voigts
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Seit einem Jahr demonstriert die Frankfurter Antifa gegen „Querdenken“ und Corona-Leugner. Gegen die Ausgangssperren geht die linke Szene nun selbst auf die Straße.

Frankfurt – Eins macht der Mann am Mikrofon schon ganz zu Anfang klar. Corona-Leugner:innen und Verschwörungstheorien seien in Frankfurt überhaupt nicht willkommen. „Wir haben gar keinen Bock auf Querdenker“, ruft der Aktivist. Und deshalb bitte man auch darum, während der Demonstration Masken zu tragen und möglichst auf Hygieneabstände zu achten.

„Wir wollen ja nicht mit den Coronaleugnern verwechselt werden, sondern wir fordern einen solidarischen Lockdown!“ Die gut 300 Menschen, die sich am Kaisersack versammelt haben, jubeln und klatschen Beifall.

Corona in Frankfurt: „Gegen die staatliche Pandemiepolitik und für den Lockdown des Kapitals“

Es ist eine Demonstration gegen die herrschende Pandemie-Politik, die an diesem Samstagabend gegen 20.45 Uhr am Frankfurter Hauptbahnhof beginnt. Aber sie ist so ganz anders als die unzähligen, die es seit März vergangenen Jahres gegeben hat. Denn diesmal sind es Linksradikale und Aktivist:innen der autonomen Antifa, die unter regem Medieninteresse gegen die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes und gegen die frisch verhängten abendlichen Ausgangssperren auf die Straße gehen.

In den vergangenen zwölf Monaten haben sie vor allem gegen „Querdenken“ demonstriert und rechten Verschwörungserzähler:innen entgegengebrüllt, dass das Coronavirus eine reale Gefahr und ihre Geschichten von der angeblichen geheimen Weltelite hinter der Pandemie mindestens latent antisemitisch seien. Jetzt wollen sie selber zeigen, was sie von der Pandemiebekämpfung halten.

Demonstration in Frankfurt gegen die staatliche Pandemiepolitik

Man demonstriere heute „gegen die staatliche Pandemiepolitik und für den Lockdown des Kapitals“, ruft eine Aktivistin der Gruppe „Kritik und Praxis“, die zu der Demo aufgerufen hat, bei der ersten Rede vor Beginn des Protestzuges. Die Corona-Regeln und auch die Ausgangssperren zielten nur auf die einzelnen Menschen und ihre Freizeitgestaltung, dabei fänden die Infektionen offensichtlich in Schulen, Schlachthöfen, Großraumbüros und auf den Spargelfeldern statt.

Um die Infektionszahlen nachhaltig zu senken, müsse daher die gesamte Wirtschaft für einige Wochen runtergefahren werden – bei vollem Lohnausgleich für Angestellte. Außerdem müssten sofort alle Patente für Corona-Impfstoffe aufgehoben werden, damit alle Menschen weltweit gut geschützt werden könnten.

Frankfurt: Linke demonstrieren gegen Ausgangssperren

Ein Redner von der linken Gruppe „Zerocovid Frankfurt“ betont, die Ausgangssperren führten lediglich die „bisherige, gescheiterte Pandemiepolitik“ fort. Die Wirksamkeit der autoritären Maßnahme sei beschränkt, wenn tagsüber alle zur Arbeit gingen. Die Ausgangssperren seien letztlich „eine Alibi-Maßnahme“, weil der Staat Handlungsfähigkeit zeigen wolle, aber keine echte Strategie habe. Es brauche jetzt eine „solidarische Arbeitspause“ für alle, um das Virus zu besiegen, sagt der Aktivist. „Ein Ende der Pandemie ist möglich!“

Mittlerweile ist es 21.15 Uhr und die Demo setzt sich mit der Parole „Alerta, Alerta, Antifascista“ in Bewegung. „Das Virus geht nicht nachts spazieren, sondern tagsüber arbeiten“ steht auf dem Transparent an der Demospitze, auf anderen Plakaten und Schildern heißt es „Klassenkampf statt Verschwörungstheorie“ oder „Lohnarbeit gefährdet Ihre Gesundheit“. Die Protestierenden skandieren „Eins, zwei, drei, gebt die Patente frei“ und „Ausgangssperren blanker Hohn, Lockdown für die Produktion“. In recht hohem Tempo zieht die Demo eine Runde durch das Bahnhofsviertel in Frankfurt und dann über die Mainzer Landstraße ins Gallusviertel. Einmal kracht ein Böller, einmal werden bunte Bengalische Feuer gezündet. Gegen 22.15 Uhr löst der Protest sich dann am Saalbau Gallus auf – und die Antifa ist fast pünktlich zum Beginn der Ausgangssperre zu Hause. (Hanning Voigts)

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