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Vor rund 15 Jahren: Architekt Paap auf der Stadionbaustelle.

Stadionausbau im Stadtwald

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Hans-Joachim Paap hat die Frankfurter WM-Arena entworfen und könnte deren Ausbau jetzt gestalten. Entstehen sollen gut 4000 weitere Sitzplätze.

Zum Waldstadion hat Hans-Joachim Paap eine besondere Beziehung. „Das Stadion war mein erstes großes Projekt.“ Paap erinnert sich noch gut, wie er selbst donnerstagsabends beim Alt-Herren-Fußball im Schatten der Haupttribüne mitmischte, während er zeitgleich mit der Realisierung der WM-Arena betraut war. „Es war ein absoluter Traum, zu sehen, wie das wächst“, erinnert sich Paap. Rund 15 Jahre nach Fertigstellung des Stadions könnte sich Paap, mittlerweile wohlvertraut mit großen Stadien und im Berliner Büro von GMP Architekten beschäftigt, erneut mit der Heimstätte der Eintracht befassen.

Der 58-Jährige hat auch die Ausbaupläne für das Stadion entworfen. „Eine solche Erweiterung lässt sich mit vertretbarem konstruktiven Aufwand machen“, sagt Paap. Im Gegensatz zum Stadion Bernabeu von Real Madrid, das derzeit ebenfalls von GMP aufwendig renoviert wird, habe Frankfurt „ein Luxusproblem“.

Gut 4000 zusätzliche Stehplätze in Frankfurter WM-Arena

Für den Ausbau würden die Tribünen auf den Kopfseiten des Stadions nach unten verlängert. Der Logenring falle damit in diesem Bereich weg. Auf beiden Tribünen könnten so jeweils gut 2000 zusätzliche Sitzplätze entstehen, die Gesamtkapazität damit bei internationalen Spielen auf 53.800 Sitzplätze steigen. Damit würde die Arena im Stadtwald auch den Anforderungen der Uefa für die Ausrichtung von Finalspielen genügen. Dafür muss das Stadion mindestens 50.000 Sitzplätze haben. 

Mit der Zuteilung der EM 2024 erhält das Thema Stadionausbau neuen Auftrieb. „Wir werden uns jetzt zusammensetzen“, sagt Paap. Mit dem Umbau begonnen werden kann aber erst 2020. Dann soll die Eintracht mit ihrer Profiabteilung aus den Räumen im Bauch der Nordwesttribüne in ihr neues Domizil unweit des Stadionbads ziehen. Der derzeitige Physiobereich in der Tribüne muss für die Aufstockung weichen. Paap geht davon aus, dass sich die Erweiterung „in einer Sommerpause machen lässt“. Vorbereitende Maßnahmen, wie der Bau von zusätzlichen Toiletten und Kiosken könnten schon zuvor im laufenden Ligabetrieb erfolgen.

30 Millionen Euro soll der Ausbau kosten

30 Millionen Euro solle der Ausbau kosten, schätzt Paap. Inklusive der Sanierung des Innendachs. Die Membrane des Faltdachs müssen ausgetauscht werden. Die Summe soll nach Vorstellungen der Eintracht die Stadt aufbringen. Die gleiche Summe würde im Gegenzug die Eintracht in die Hand nehmen, um das Stadion technisch und elektronisch auf den neusten Stand zu bringen. 

Paap hofft, dass sich im Zuge der Investitionen auch die Gelegenheit findet, die beiden Medientürme links und rechts der Haupttribüne fertigzustellen. „Die Türme stehen noch immer im Rohbau und sehen aus wie ein Krematorium, das war so nicht geplant“, murrt der Architekt. Ursprünglich sollten die Türme mit einem Stahlskelett versehen und dann verkleidet werden, so dass zwei große Werbeflächen entstehen, die wahlweise auch in den Farben der Eintracht oder des Namensponsors angeleuchtet werden könnten. Doch bei der Übernahme der Kosten in Höhe von damals etwa 400.000 Euro waren sich die Commerzbank als Namenssponsor und die Stadionbesitzgesellschaft nicht einig geworden. Paap kann das nicht nachvollziehen, denn die Kosten ließen sich mit Werbeeinnahmen schnell reinholen, meint er.

Von den zwei Türmen im Rohbau abgesehen, macht Paap die Arena im Stadtwald aber viel Freude. „Es freut mich, dass das Stadion fast immer ausverkauft und bei allen Fans anerkannt ist.“ Mit einem Beschluss zum Ausbau dürfte Paap das Stadion dann wieder öfter selbst zu sehen bekommen.

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