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Schwindelfreie Fotografen.

Frankfurt-Innenstadt

Über den Dächern der Stadt

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Die Ausstellung Urban Exploring zeigt besondere Perspektiven auf Frankfurt. Die Fotografen Johannes Krenzer und Jonas Skorpil schrecken auch nicht vor schwindelnden Höhen zurück, wenn sie ihre Bilder machen.

Ein Mädchen sitzt in dem großen O einer Leuchtreklame und blickt auf die Stadt. Hinter dem Schriftzug auf dem Dach eines Hauses erhebt sich hell die er Commerzbank und andere Wolkenkratzer gegen den dunklen Nachthimmel. Auf einem anderen Foto laufen drei Personen leichtfüßig über einen Bogen der Osthafenbrücke, während die Sonne die Welt um sie herum in goldenes Licht taucht. Ein weiteres Motiv zeigt zwei Männer, die sich auf den Dachvorsprüngen zweier Hochhäuser gegenübersitzen, zwischen ihnen leuchtet das Hotel Radisson Blue.

Die Frankfurter Johannes Krenzer und Jonas Skorpil haben diese ungewöhnlichen Blicke mit ihren Kameras festgehalten. Viele der Fotografien zeigen Frankfurt von oben, meist bei Nacht. Perspektiven, die selbst für Anwohner neu sein können. Nun werden ihre Bilder am Wochenende in der Jugendkulturkirche Sankt Peter unter dem Titel „Urban Exploring“ ausgestellt.

Die jungen Männer sind Parkoursportler, also eine Art Hindernisläufer, die sich durch die Stadt schlagen. Durch ihre Streifzüge hätten sich immer wieder tolle Ausblicke ergeben, sagt Krenzer, der in Griesheim wohnt. „Wir wollten unser Umfeld erkunden und neue Orte entdecken.“ Auf diese Weise lernten sie außergewöhnliche Plätze kennen, an die die meisten nicht hinkommen. So ergaben sich auch andere Ansichten auf die Stadt, in der sie aufgewachsen sind. Doch nicht nur in Frankfurt waren sie auf den Dächern unterwegs. Eine Aufnahmen zeigt etwa den glitzernden Großstadtdschungel Hongkongs – natürlich von oben.

Aus Leidenschaft wird Beruf

Schwindelfrei sollten die Entdecker also sein. Ganz legal und ungefährlich sieht es nicht aus. „Wir erreichen die Orte ohne einzubrechen oder ohne etwas kaputt zu machen“, sagt jedoch Krenzer. Manchmal müsse man natürlich Mauern hochklettern, aber sie könnten gut einschätzen, ob etwas zu riskant sei. „Meist sind wir eine feste Gruppe, die alle sportlich sind und jeder kann abschätzen, was er tut.“

Durch den Parkoursport habe sich seine Leidenschaft fürs Fotografieren entwickelt, sagt Krenzer. Das machte dem 20-Jährigen so viel Spaß, dass er es zu seinem Beruf machen will. Schon jetzt erledige er verschiedene Auftragsarbeiten, fotografiert und dreht Videos. Doch noch ist er eingeschrieben als Student, in Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Goethe-Universität.

In der Ausstellung können die Besucher mitraten, wo welches Bild entstanden ist. Zudem gibt es ein Video zu sehen und für Mutige Balance-Training oder ein Roof-Top-Selfie.

Die Schau „Urban Exploring“, in der Jugendkirche Sankt Peter, Bleichstraße 33, ist am Samstag, 29., von 11 bis 18 Uhr, am Sonntag, 30. August, von 11 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, www.explorefrankfurt.de

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