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Die bunt erleuchtete Fassade des Einkaufszentrums My Zeil in der Fußgängerzone.

Einzelhändler in Rhein-Main

Nur jeder Dritte verkauft auch online

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Die Einzelhändler im Rhein-Main-Gebiet machen gute Geschäfte. Sie nutzen aber nicht alle Vertriebswege, wie eine neue Studie zeigt.

Die Einzelhändler im Rhein-Main-Gebiet beurteilen ihre Situation nach einer Unternehmerkunden-Studie im Auftrag der Commerzbank mehrheitlich positiv. 41 Prozent bewerten die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Branche als sehr gut, nur 21 Prozent sehen eine Verschlechterung. Für das kommende Jahr erwarten 38 Prozent eine Verbesserung, 18 Prozent eine rückläufige wirtschaftliche Entwicklung.

Obwohl der Onlinehandel seit Jahren kräftig wächst, inzwischen jeder zehnte Euro online erwirtschaftet wird, verzeichnen 46 Prozent der Händler sogar einen Zuwachs an Kunden. Befragt wurden bundesweit 3500 Einzelhändler mit einem Jahresumsatz von bis zu 15 Millionen Euro, davon 100 im Rhein-Main-Gebiet.

Die Konkurrenz durch Onlinehändler und ein allgemein zunehmender Wettbewerb stellt die Einzelhändler der Umfrage nach vor die nach dem Fachkräftemangel größten Herausforderungen. Dazu passt auch, dass immerhin 31 Prozent Angst vor einer rückläufigen Kundenfrequenz haben. Deutlich häufiger als im Bundesdurchschnitt nennen die hiesigen Befragten den Preisdruck und die hohen Mietpreise als Gefahren für ihr Geschäft.

Noch erstaunlich wenige Einzelhändler nutzen nach der am Dienstag von Frank Nierhaus, Bereichsvorstand Mitte für Privat- und Unternehmenskunden, im Frankfurter Gallileo-Turm vorgestellten Studie mehrere Vertriebswege. 60 Prozent verkaufen ihr Angebot ausschließlich im Ladengeschäft, nur 32 Prozent stationär und online, vier Prozent nur online. Die Händler, die auch den Onlinevertrieb nutzen, bieten ihren Kunden etwa an, Waren, die diese im Geschäft angeschaut oder anprobiert haben, nach Hause zu liefern. Auch etwas online zu bestellen und dann im Geschäft abzuholen, ist oft möglich. Jeder dritte Einzelhändler bietet bereits eine kontaktlose Kartenzahlung im Geschäft an.

Mehr Parkplätze gewünscht

Bedarf sehen die Einzelhändler in der Region zum einen bei ihrer Erreichbarkeit. Gut jeder Dritte wünscht sich mehr Parkplätze, knapp jeder Dritte einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Ähnlich häufig gefordert werden auch ein Ausbau der Breitbandversorgung und stärkere Investitionen in die Attraktivität der Innenstädte.

Selbst investieren die Befragten offenbar eher zurückhaltend. Fast die Hälfte gibt an, Investitionen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb bestreiten zu können. Trotz niedriger Zinsen werden der Studie nach nur ein Viertel der Gesamtinvestitionen über Kredite und Leasing finanziert.

Fast jeder fünfte Einzelhändler im Rhein-Main-Gebiet geht davon aus, in den nächsten fünf Jahren einen Nachfolger für sein Unternehmen suchen zu müssen. An diesen Kreis wendet sich die Commerzbank mit einem Nachfolgeportal, das Unternehmen in allen Fragen des Verkaufsprozesses, etwa bei der Suche nach einem Käufer, und bei der Unternehmensbewertung helfen will.

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