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Geschäftsführer Christopher Bausch (l.) und Theaterleiter Dimitrios Charistes im neuen Foyer des Harmonie-Kinos.

Kinos in Frankfurt

Harmonie-Kino in Sachsenhausen jetzt noch schöner

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Das Harmonie-Kino im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen ist renoviert worden. Der Eingangsbereich ist größer geworden. Die FR verlost Karten für den Film "Aufbruch zum Mond".

„Wir wollen nicht bloß eine Abspielstätte sein, sondern ein Wohlfühlort“, erzählt Dimitrios Charistes. Er ist der Theaterleiter des Harmonie-Kinos in Sachsenhausen. Das Foyer des Arthouse-Kinos ist nach dem Umbau kaum wiederzuerkennen. Jahrelang gab es diesen doch recht übersichtlichen Mini-Eingangsbereich, dort wo abends dann immer ein ziemliches Gedrängel beim Einlass herrschte – also zwischen Eiskonfekt unter dem Arm klemmen und Kinokarte abholen. Jetzt aber ist alles hübsch: viel größer, genauer gesagt 60 zusätzliche Quadratmeter. Früher gehörten sie mal der Commerzbank und waren Büroräume.

Gleich hinter der Kasse kann man sich nun gemütlich auf die gepolsterte, braune Sofabank setzen. Und an der neuen Theke gibt es Weine, hausgemachte Limonade, Whiskey, kleine Snacks wie Kuchen oder Quiches. Die Wand ziert eine hübsche Vogeltapete. „Unsere Stammgäste sind sehr begeistert von unserem neuen Bistro- und Barkonzept, manche kommen sogar nur auf einen Wein, ohne unbedingt einen Film zu schauen“, erzählt Charistes.

Weiter hinten im Raum stehen die gewonnenen Trophäen vom Hessischen Kino-und Filmpreis im dunklen Holzregal, und es gibt hier ein paar Sessel, alles ziemlich heimelig.

„Außerdem haben wir den kleinen Saal renoviert“, sagt Charistes. Drin gibt es nicht nur neue, bunte Sitze, auch eine größere Leinwand und eine neue Soundanlage wurden eingebaut. Und es gibt auch mehr Platz: „Wir haben von 90 auf 84 Sitze reduziert. Dafür gibt es mehr Beinfreiheit, und auch in der ersten Reihe sieht man hervorragend“, sagt Christopher Bausch.

Seit fast drei Jahren ist er der Geschäftsführer des Cinema am Roßmarkt und des Harmonie-Kinos in Sachsenhausen. „Als wir 2016 das Cinema renoviert hatten, sollte das Harmonie-Kino folgen“, sagt er. Auch soll der große Saal, der Platz für 200 Gäste hat, renoviert werden. In naher Zukunft. 100 000 Euro an Fördergeld gab es von Hessen-Film für das Foyer und den kleinen Saal dazu.

Netflix sei keine Konkurrenz. „Nur Häuser, die das Kino als reine Abspielstätte sehen, werden irgendwann ein Problem bekommen“, so Charistes. Neben dem Bistro- und Barbereich gibt es die erfolgreiche Spotlight-Sneak seit anderthalb Jahren, dort sieht man als Überraschungsfilm einen noch nicht gestarteten Streifen.

Weiterhin wird es Sondervorstellungen in Anwesenheit von Regisseuren und Darstellern geben. Im Gegensatz zum Cinema sei das Publikum hier etwas jünger, und es laufe eben nicht die französische Komödie, sondern arthousigere Filme, so Bausch. „Jim Jarmusch beispielsweise“, sagt Charistes. Der neue Ryan-Gosling-Streifen „Aufbruch zum Mond“ sei altersübergreifend, betont Bausch. Der wird am 5. November bei der zweiten FR-Preview mit dem Cinema am Roßmarkt gezeigt. 200 Leser können dann zwei Tage vor dem offiziellen Kinostart den Film kostenlos sehen, wenn sie gewinnen. „Das ist ein Must-see-Film. Es war auch der Eröffnungsfilm bei den diesjährigen Filmfestspielen in Venedig“, sagt Bausch.

Das Historiendrama basiert auf der autorisierten Biografie „First Man: The Life of Neil A. Armstrong“ von James R. Hansen aus dem Jahr 2005. Es erzählt die Geschichte des Kommandanten von Apollo 11 von 1961 bis zur Mondlandung 1969. „Gosling ist perfekt besetzt. Er verkörpert Neil Armstrong, der wohl auch sehr in sich gekehrt war. Nicht mal seinen Kindern wollte er sagen, dass er zum Mond fliegt. Seine Frau musste ihn dazu zwingen“, so Bausch und lacht. Der Hollywoodstreifen sei ganz anders als alle bisherigen Filme über die Mondlandung. „Emotionaler, die familiären Konflikte werden thematisiert.“

Auch erlebe der Zuschauer dabei, „wie eng und unangenehm es war und welch großen Mutes es bedarf, in diese kleine Kiste einzusteigen“, sagt Bausch. Nicht nur ist es der gleiche Hauptdarsteller des mit sechs Oscars ausgezeichneten Musicalfilms „La La Land“, sondern es ist auch der gleiche Regisseur: Damien Chazelle.

Bausch und Charistes haben den Film und den echten Gosling bereits bei den Filmfestspielen in Venedig gesehen. „Wir waren da, um fünf Filme am Tag anzusehen. Und klar hätten wir mit Gosling in eine Selfie-Situation kommen können, aber das war nicht unser Ziel“, sagt Bausch und lacht.

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