Clariant in Frankfurt

Clariant-Mitarbeiter fürchten um ihren Arbeitsplatz

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Die Verkaufspläne des Chemie-Konzerns für die Pigment-Produktion im Industriepark Höchst sorgen bei den etwa 1000 Beschäftigten des Bereichs für große Verunsicherung.

Die Pläne für einen Umbau des Schweizer Chemie-Konzerns Clariant sorgen im Industriepark Höchst für Verunsicherung. Dieser will nach sich nach eigener Mitteilung künftig „auf kundenspezifische Produkte und Lösungsangebote mit attraktiven Wachstumsaussichten und überdurchschnittlichem Wertpotenzial“ fokussieren und den Geschäftseinheit „Pigments“ bis 2020 verkaufen. Was dann aus den etwa 1000 Beschäftigten von Clariant in Höchst wird, die nach Zahlen der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) in diesem Bereich arbeiten, ist offen. Weitere 500 Beschäftigte sind bei Clariant in Frankfurt im Bereich Forschung und Entwicklung tätig.

Die Pigmentherstellung in Höchst ist nach Einschätzung der Gewerkschaft durchaus profitabel. Der saudi-arabische Konzern Sabic, seit vergangener Woche mit knapp einem Viertel der Aktien der größte strategische Ankeraktionär von Clariant, habe aber durchgesetzt, dass sich Clariant künftig auf margenstarke Produkte konzentriere, um die Umsatzrendite zu erhöhen, sagt IG-BCE-Bezirkschef Ralf Erkens am Mittwoch im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Die Pläne belasteten die Beschäftigten im Industriepark sehr.

Clariant-Betriebsratschef Kai-Uwe Hemmerich kritisierte bei einer Kundgebung von 450 Beschäftigten im Industriepark, der Konzern wolle auf dem Rücken der Beschäftigten innerhalb von drei Jahren weltweit 100 Millionen Euro einsparen. „Das ist eine Sauerei.“ Der Betriebsratschef von Sanofi-Aventis versprach den Clariant-Beschäftigten Unterstützung.

Petra Scharf, Betriebsrätin bei Akzo Nobel und SPD-Landtagskandidatin für den Frankfurter Westen, forderte, dass die „gigantisch sprudelnden Gewinne nicht zu Lasten der Beschäftigten erhöht werden“. Der Verkauf eines Produktionsbetriebs sei auch ein Risiko für das sensible Betriebsgefüge im Industriepark. Er berge die Gefahr, dass es zu weiteren Turbulenzen bei anderen Unternehmen am Standort komme.

In Wiesbaden sind am Mittwoch die bundesweiten Tarifverhandlungen fortgesetzt worden. Die IG BCE fordert für die 580 000 Beschäftigten in der chemischen Industrie, von denen 95 000 in Hessen arbeiten, eine Anhebung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um sechs Prozent.

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