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Rainer Müller-Jöckel hat am Freitag seinen Schreibtisch geräumt.
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Rainer Müller-Jöckel hat am Freitag seinen Schreibtisch geräumt.

Frankfurt

Chef-Vermesser von Frankfurt hört auf

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Rainer Müller-Jöckel geht nach 38 Jahren im Dienste der Stadt in den Ruhestand. Über zehn Jahre war er Leiter des Stadtvermessungsamts.

Seine ausgezeichnete Prüfungsleistung wurde für die Stadt Frankfurt zum Glücksfall. Als Rainer Müller-Jöckel 1983 in Bonn nach bestandenem Studium des Vermessungswesens seine staatliche Prüfung für ein Referendariat ablegt, ist seine Laufbahn an der Hochschule eigentlich schon vorgezeichnet. Zur Prüfungskommission gehört aber auch der damalige Leiter des Frankfurter Stadtvermessungsamts, Walter Siebert. Der Vor-Vorgänger von Müller-Jöckel spricht den Prüfling direkt an, er solle sich doch bei der Stadt Frankfurt bewerben. „Ich hatte zwei schlaflose Nächte, aber mich dann für die kommunale Praxis entschieden und es nie bereut“, erinnert sich Müller-Jöckel 38 Jahre später.

Zunächst fing der gebürtige Kölner als Leiter des Sachgebiets Grundstücksbewertung im Stadtvermessungsamt Frankfurt an. Später übernahm er die Abteilung Bodenordnung und trug bei zahlreichen Umlegungsverfahren zur Bereitstellung von Baugrundstücken und Infrastrukturflächen bei, wie etwa für den Frankfurter Bogen, als unter der Verantwortung von Müller-Jöckel in einem riesigen Umlegungsverfahren 400 Eigentümer:innen mit Ersatzflächen oder Geld entschädigt werden mussten. „Ohne dass einer von ihnen klagt“, wie der heute 65-Jährige betont. Auch bei der Umgestaltung der City-West vom Industriequartier zum gehobenen Wohnviertel und der Neubebauung des Dom-Römer-Areals hatte das Stadtvermessungsamt, das Müller-Jöckel seit 2010 leitete, großen Anteil.

Auch überregional hat Müller-Jöckel Spuren hinterlassen. Etwa als international anerkannter Umlegungs- und Immobilienbewertungsfachmann und Verfasser zahlreicher Publikationen. Wie schon sein „Entdecker“ Siebert engagiert sich Müller-Jökel für den fachlichen Nachwuchs: Als Dozent bei Lehrgängen der Geodäsie und Geoinformation in Berlin und als Prüfer für den höheren technischen Verwaltungsdienst.

Planungsdezernent Mike Josef ist zum Abschied seines leitenden Angestellten voll des Lobes: „Unter seiner Führung fielen wichtige und weitreichende Entscheidungen für das Stadtvermessungsamt, das er ganz wesentlich geprägt hat.“

Auch über den Beruf hinaus ist der gebürtige Kölner längst „überzeugter Frankfurter“. Zwar hält er es mit erstaunlicher Beharrlichkeit weiterhin mit dem 1. FC Köln, aber vom Fußball abgesehen „zieht es mich nicht so zurück“, bekennt er. Ohnehin will der Globetrotter in seiner nun größeren Freizeit, wenn es wieder möglich ist, die Welt erkunden. 61 Länder weltweit hat er schon bereist, Zypern und Neuseeland noch auf der To do-Liste. Auch dem Schwimmen will er sich wieder mehr widmen. 2018 hat er gewissermaßen die Dardanellen vermessen. Gemeinsam mit 700 anderen „Verrückten“ (Müller-Jöckel) durchschwamm er die Meerenge zwischen Europa und Asien.

Ein Nachfolger für Müller-Jöckel ist noch nicht in Sicht. Sein Stellvertreter Lothar Hecker wird das Stadtvermessungsamt zunächst kommissarisch leiten.

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