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Für alle ein offenes Ohr: Schutzmann Michael Lönnig.

Griesheim

Zwei Engel für die Sicherheit

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Michael Lönnig ist erster Schutzmann vor Ort. Eine Ehrung erfährt die Regionalratsvorsitzende Ursula Schmidt.

Streifenwagen von Polizei und Stadtpolizei sind vorgefahren, Beamte codieren Fahrräder als Diebstahlschutz, dazu gibt es einen Stand der Stabsstelle Sauberes Frankfurt: Vor dem Bürgerhaus dreht sich am Samstagnachmittag alles um Sicherheit und Wohlbefinden im Stadtteil.

Zwei Leute stehen im Mittelpunkt des Interesses, gewissermaßen die Engel der Sicherheit: In der Stadtteilbibliothek stellt sich der erste Griesheimer Schutzmann vor Ort, Michael Lönnig, vor. Daneben besteht der Regionalrat des Stadtteils seit 20 Jahren. Ursula Schmidt, ebenso lange dessen Vorsitzende, wird besonders geehrt. Das Gremium kümmert sich um Kriminalitätsvorbeugung und Sicherheit im Quartier. Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) und der Geschäftsführer des Präventionsrates der Stadt, Klaus-D. Strittmatter überreichen Schmidt eine Urkunde. „Sie ist unglaublich aufmerksam und geht den Dingen auf den Grund“, sagt Frank. Strittmatter hebt hervor, dass Schmidt bei kriminellen Machenschaften von Spielhallen im Quartier „Pionierarbeit“ für die gesamte Stadt geleistet habe. Frank unterstreicht, dass der Regionalrat für eine bessere Beleuchtung in dunklen „Verbindungswegen“, wie zwischen der Waldschul- und der Kiefernstraße, gesorgt habe.

„Man könnte sagen, es ist ein Stück Sisyphos-Arbeit“, sagt Schmidt über ihre jahrzehntelange Tätigkeit. Der Regionalrat habe durch ein „immens gutes Netzwerk viel bewegt“, beispielsweise als es vor rund einem Jahr „eine Drogenproblematik rund um das Bürgerhaus“ gegeben habe. Andere Schwierigkeiten, wie zum Beispiel mit wilden Sperrmüllhaufen, träten immer wieder auf. „Kaum ist ein Sperrmüllhaufen beseitigt, gibt es schon an anderer Stelle eine wüste Ecke“, berichtet Schmidt. Um Probleme zu lösen habe der Regionalrat in Griesheim zu Beginn vor 20 Jahren sämtliche Akteure als Gesprächspartner „mit ins Boot geholt, um breiter aufgestellt zu sein“, darunter Schulen, Kitas, Senioreneinrichtungen, Parteien, Vereine und Verbände. „Wir haben auch eine hervorragende Zusammenarbeit mit dem 16. Polizei-Revier“, erläutert Schmidt.

Dort leistet Michael Lönnig, der künftige Schutzmann vor Ort, seit 1985 Polizeidienst. Der 56-Jährige war Anfang der 1980er-Jahre nach Griesheim gezogen. Mit seiner damaligen Partnerin und heutigen Frau habe er seine erste Festnahme vorgenommen, berichtet Lönnig und schmunzelt. Nach Feierabend habe er schon auf der Couch gelegen, als ein Nachbar klingelte und berichtete: Ein alkoholisierter Mann sei just in Lönnigs Wagen eingebrochen, um eine Fritteuse von der Rückbank zu entwenden. Die brachte er bis zur nächsten Trinkhalle. Dort habe ihn Lönnig seinerzeit noch in grüner Uniform-Jacke und Pantoffeln gestellt und den Kollegen des 16. Reviers übergeben.

Als Schutzmann vor Ort will er ein offenes Ohr für die Sorgen der Griesheimer haben. „Er ist ein Verbindungsmann und Botschafter für die Griesheimer“, sagt Polizeipräsident Gerhard Bereswill und weiter: „Er soll die Polizei im Stadtteil repräsentieren und ihr ein Gesicht geben“.  Für Frank ist der Schutzmann vor Ort eine „tolle Investition für die Sicherheits-Architektur“. Lönnig: „Wenn mal der Schuh drückt, können die Bürger mich aufsuchen“.

Am ersten und letzten Donnerstag im Monat wird Lönnig, jeweils von 18 bis 19 Uhr, im Wechsel, im Geschichtsverein, Autogenstraße 19, sowie im Stadtteilbüro des IB, Waldschulstraße 17 A, Sprechstunden anbieten.

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