Flüchtlinge in Frankfurt

Wohnwagen für Flüchtlinge

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Übergangsunterkünfte für Flüchtlinge werden am Rebstockgelände im Frankfurter Stadttteil Bockenheim ab Februar aufgestellt. Im Sommer sollen sich Bürger die neue Wohnmodulanlage vor Ort anschauen können.

In der Nähe des Rebstockgeländes werden Wohnwagen wieder als Notunterkünfte für Flüchtlinge dienen. Bis Ende 2017 waren auf der städtischen Fläche „Am Rebstockbad“ rund 100 Menschen in derselben Weise untergebracht. Knapp zwei Jahre lang war die Stadt damals auf die provisorische Siedlung als Flüchtlingsunterkunft angewiesen. Diesmal sollen die Campingwagen für kürzere Zeit eine Übergangslösung sein.

Im Spätsommer 2019 will die Entwicklungsgesellschaft KEG den Bau einer Wohnmodulanlage auf dem Gelände abgeschlossen haben. Bis zu 200 Menschen sollen nach Fertigstellung dort ihr Quartier beziehen. Um Bürgern Fragen zu dem geplanten Projekt zu beantworten, luden die Stadtteilpolitiker des Ortsbeirats 2 und die Stabsstelle Flüchtlingsmanagement am Dienstagabend zum Informationsgespräch ein.

Welche Auswirkungen die neue Wohnanlage auf den Betrieb der Viktoria-Luise-Schule haben werde, das wollten viele der zukünftigen Nachbarn wissen. Schließlich werden die neuen Anwohner voraussichtlich für die Dauer von fünf Jahren dort wohnen. Das teilte Katrin Wenzel vom Flüchtlingsmanagement mit. Über etwaige Mehrbelastungen für die Grundschule könne man aktuell nichts sagen, sagte Ortsvorsteher Axel Kaufmann (CDU). Noch sei unklar, wie viele Familien mit Kindern in die Holzbauten einziehen werden.

Fest steht indes, dass bereits länger in Frankfurter Notunterkünften lebenden Flüchtlingen beim Einzug in die Häuser Vorrang gewährt werden wird. „Der Fairness halber“, wie Wenzel sagt. Das gelte auch für die behelfsweise aufgestellten Camper.

Elf Wohnmobile für rund 20 Menschen sollen voraussichtlich ab Februar bezugsfertig sein. Auf die ursprünglich vorgesehene Herberge für diese Personen habe man kurzfristig verzichten müssen, heißt es von der Stabsstelle. Eine große Herausforderung sei die Flüchtlingsunterbringung in Frankfurt nach wie vor, erklärt Wenzel. Gut 4900 Menschen seien derzeit auf eine Unterbringung durch die Stadt angewiesen. Und immer noch werden der Kommune jährlich rund 450 Asylsuchende zugewiesen. Das Unterkunftsproblem zu lösen sei in Frankfurt angesichts des Wohnraummangels wesentlich schwieriger als in anderen hessischen Städten.

Umso erleichterter zeigten sich die Ortsteilpolitiker und das Flüchtlingsmanagement über den konstruktiven Verlauf des Infoabends und die grundsätzlich positive Stimmung unter den Bürgern. „Die Menschen im Stadtteil waren schon letztes Mal kooperativ eingestellt“, verweist Edeltraut Damerow (Grüne) auf das vergangene Wohnwagen-Provisorium.

Um die Bürger einzubinden, soll zusätzlich zu Dialogrunden nach Fertigstellung der Bauten im Sommer ein „Tag der offenen Tür“ stattfinden, kündigt der Ortsvorsteher an. Dann können sich Bürger ein Bild von der Siedlung machen. Diese werde im Gegensatz zu den Wohnwagen an die Kanalisation und das Stromnetz angeschlossen sein, erklärt Rainer Wrenger von der KEG. Außerdem, so Wrenger, sei man bemüht, bei der Planung den Betrieb der Museumsbahn zu berücksichtigen, deren Schienen das Gelände kreuzen.

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