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Der Cup of Legends im Tennispark, im Jahr 2011.

Eintracht Frankfurt

Vorteil Eintracht

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Im Tauziehen um das Tennis-Gelände am Stadion haben die Fußballer die Nase vorn.

Das Momentum scheint für Eintracht Frankfurt zu sprechen. Seit Monaten ringen die Tennis-University mit den Ex-Profis Alexander Waske und Rainer Schüttler auf der einen und der Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt auf der anderen Seite um das wenig genutzte Gelände der Tennis-Arena am Waldstadion. Ihr Interesse an dem Gelände hatten beide Parteien schon im Frühjahr angemeldet. Neue Nahrung bekommen hat die Diskussion nach dem Vorstoß von Eintracht-Trainer Nico Kovac, der sich öffentlich über die mangelhaften Bedingungen und beengten Platzverhältnisse am Stadion beschwert hatte.

Der Vorstand der Eintracht AG hatte die Forderungen aufgenommen und sein Interesse an einer Expansion erneut bekundet. Die Geschäftsstelle platze aus allen Nähten, die Fußballprofis und der größer gewordene Betreuerstab wollen ebenfalls mehr Platz. Als mögliches Ausweichquartier hatte die Eintracht selbst noch den Parkplatz P 9 ins Gespräch gebracht. Der Parkplatz für etwa 700 Fahrzeuge wird derzeit bei Heimspielen der Eintracht für die Gästebusse genutzt. Patrik Meyer, der Geschäftsführer der Stadion-GmbH ist von diesem Alternativvorschlag der Eintracht nicht sonderlich begeistert. „Wir haben ja durch die Aufforstung der Isenburger Schneise schon Parkplätze verloren, wenn jetzt noch mehr Parkplätze wegfallen, wären wir nicht so happy.“

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Meyer macht übrigens keinen Hehl daraus, wem er die Tennisanlage zuschlagen würde. „Für uns wäre es super, wenn die Eintracht das Gelände bekommt, die Nähe der Eintracht zum Stadion ist uns wichtig.“ Das Interesse der Tennis-University begeistert den Stadionmanager nicht sonderlich. „Wir fahren jetzt seit zehn Jahren an einem sehr, sehr mäßig genutzten Tennisgelände vorbei und plötzlich soll Tennis der Heilsbringer sein“, so Meyer.

Alexander Waske scheint die Stimmungslage nicht verborgen geblieben zu sein. Jedenfalls ist der Tennis-Profi jetzt mit einem offenen Brief an Stadtrat Markus Frank (CDU) in die Offensive gegangen. „Kein Fußballbeton auf Tennissand!“, lautet die plakative Forderung. Waske führt ins Feld, dass die Tennisanlage Anfang der 90er Jahre mit Steuergeldern finanziert worden war und wittert nun Verschwendung. Doch Waskes Vorstoß scheint zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu kommen. Die Eintracht ist im Aufwind und verbreitet Aufbruchsstimmung. Vor dem Hintergrund, dass Stadionmieter Eintracht seit Jahren über unvorteilhafte Konditionen grummelt, wird sich die Stadt schwertun, seine Expansionsbestrebungen auszubremsen.

Stadtrat Frank reagierte auf Waskes Brief gelassen. Die Entscheidung über die zukünftige Nutzung werde „transparent und ergebnisoffen“ diskutiert. Im Übrigen gebe es noch zwei weitere Interessenten, die auf dem Gelände ein Hotel etablieren wollen. Doch Frank winkt ab. „Der Sport hat dort Vorrang, wir wollen in dem Dreieck so viel wie möglich Sport unterbringen.“

Die Stadt hat Projektentwickler beauftragt und ihnen bis Ende November Zeit gegeben, auf dem Gelände rund ums Stadion zu eruieren, wo es noch mögliche freie Flächen zum Bauen gibt. In der Aufsichtsratssitzung der Sportpark Stadion GmbH am 16. Dezember sollen die Ergebnisse dann präsentiert und entschieden werden, was mit dem Tennis-Areal passieren soll.

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