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Da liegt er nun, der Grundstein fürs neue Gemeindehaus.

Schwanheim

Verkleinern für die Zukunft

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Die Martinusgemeinde baut ihr Gemeindehaus platzsparend neben die Kirche. Man engagierte das Idsteiner Architekturbüro Reuter und Werr, das unter dem Motto „Moderne trifft Erbe“ einen Neubau zwischen Kirche und Martinushaus konzipierte.

Das neue Gemeindehaus bedeutet nicht nur für die Evangelische Gemeinde einen große Verbesserung, sondern für ganz Schwanheim“, sagte Manfred Lipp (CDU). Der Ortsvorsteher war dabei, als am Freitag an der Martinskirchstraße unter Anwesenheit von Vertretern des Evangelischen Regionalverbandes, dem ausführenden Architekturbüro sowie vielen Anwohnern der symbolische Grundstein für den Neubau gelegt wurde.

Die Pläne für das neue Gemeindehaus stammen allerdings schon aus dem Jahr 2008. Damals einigten sich der Regionalverband und die Schwanheimer Gemeinde darauf, der Kirche im Stadtteil zu „neuer Sichtbarkeit zu verhelfen“, wie es Pfarrerin Renate Dienst ausdrückte. „Wir wollen eine zukunftsfähige und qualitativ hochwertige Gesamtanlage schaffen“, sagte Dienst. Doch wie schafft man das? Die Antwort in Schwanheim: Verdichtung.

Man engagierte das Idsteiner Architekturbüro Reuter und Werr, das unter dem Motto „Moderne trifft Erbe“ einen Neubau zwischen Kirche und Martinushaus konzipierte. Das Ziel sei es, „eine gartenähnliche Anlage zu schaffen“, sagte Architekt Paul Werr. Die Wege sollten kurz werden, das Ensemble „in sich schlüssig und auch für Menschen außerhalb der Gemeinde attraktiv“, so Werr.

Dabei darf sich das neue Gebäude natürlich nicht aufdrängen. Die über 100 Jahre alte denkmalgeschützte Kirche dürfe nicht überstrahlt werden, betonte Pfarrerin Dienst. Genau das befürchteten nämlich viele Anwohner im Vorfeld. Bei der Grundsteinlegung zeigten sie sich allerdings mit dem Entwurf zufrieden.

Teilweise unter der Erde

Der pavillonartige Bau liegt teilweise unter der Erde, „um die traditionellen Blickachsen des Gartens nicht zu zerstören“, erklärte Werr. Außerdem nehme das in Holz, Glas und Beton gehaltene Gebäude die Form der benachbarten Kirche in sich auf. Doch auch im Inneren passiert viel: Die Versammlungsfläche halbiert sich im Neubau von 295 auf rund 130 Quadratmeter. Das 1966 gebaute Gemeindehaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite gibt die Gemeinde gänzlich auf. Was damit geschehe wisse man noch nicht, hieß es aus dem Kirchenvorstand.

Die Anwohner halten die Verkleinerung jedenfalls für sinnvoll: „Ich habe den alten Saal ohnehin noch nicht komplett gefüllt gesehen“, sagte ein Gemeindemitglied. „Es ist doch viel besser, neue Räume für das Gemeindeleben zu schaffen.“ Der Neubau soll Platz sparen und gleichzeitig neue Räume schaffen. Durch bauliche Umgestaltung sollen im Erdgeschoss des Martinushauses das Gemeindebüro, ein Seelsorgeraum, ein Gruppenraum, sowie Räume für Dekanatsmusiker und Gemeindepädagogen untergebracht werden.

Und die Erneuerung soll weiter gehen. In den nächsten Jahren sei geplant, die gesamte Anlage barrierefrei zu machen, sagte Dienst. Die Pfarrerin jedenfalls freut sich auf ihr neues Gebäude: „Die Umgestaltung schafft Platz für ein größeres Angebot in unserer Gemeinde“, sagte sie. Es sei eine Investition in die Zukunft: „Ich kann die Fertigstellung kaum erwarten.“

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