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Beim Fastnachtsumzug schenkt Possmann aus, aber nicht auf dem Rödelheimer Wochenmarkt.

Familienkelterei Possmann in Frankfurt

Stöffche vermisst

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Die CDU wundert sich, warum es ausgerechnet auf dem Wochenmarkt des Frankfurter Stadtteils der Familienkelterei Possmann keinen Apfelweinausschank gibt.

In Rödelheim hat der Apfelwein quasi ein Zuhause. In der Eschborner Landstraße ist die 1881 gegründete Familienkelterei Possmann beheimatet. Seit fast 140 Jahren „macht sie das Beste, was ein Apfel werden kann“, verheißt der Slogan. Doch wer meint, auf dem Rödelheimer Wochenmarkt einen frischen Gespritzten petzen zu können, der schaut in ein leeres Geripptes.

Denn an keinen der Stände auf dem Arthur-Stern-Platz, die seit Ende April mittwochs von 10 bis 18 Uhr auf der Westseite des Rödelheimer Bahnhofs geöffnet haben, wird derzeit Apfelwein ausgeschenkt. Das bestätigt auf Nachfrage Michael Lorenz, Abteilungsleiter für den Bereich Märkte in der Managementgesellschaft für Hafen und Markt (HFM).

Das hat aber nichts mit einem Verbot zu tun, betont Lorenz, wie die CDU im Ortsbeirat 7 vermutet. Sie bringt für die Sitzung am Dienstag, 27. November, die Anfrage „Apfelweinausschank auf dem Wochenmarkt Arthur-Stern-Platz verboten?“ ein. Der Markt habe ein vielfältiges Angebot an Lebensmitteln und Getränken sowohl mit als auch ohne Alkohol, führt darin Antragsteller Veljko Vuksanovic aus. Auffällig sei jedoch, dass kein Apfelwein angeboten werde.

Mehrmals sei man von Besuchern und „von jemandem, der sich mit dem Marktgeschehen auskennt, darauf angesprochen worden, dass Apfelwein auf dem Wochenmarkt nicht ausgeschenkt werden darf“, berichtet CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Zollmann. „Das ist für uns nicht nachvollziehbar.“

Michael Lorenz widerspricht: „Der Ausschank von Apfelwein ist nicht untersagt“, unterstreicht er. Aber ein Wochenmarkt sei eine Nahversorgungseinrichtung. „Wir müssen bei der Zusammenstellung der Stände auf eine ausgewogene Mischung achten.“ Das betreffe auch die Zahl der Stände, die Alkohol ausschenken dürfen. Möglich sei dies, wenn der Alkohol aus selbstgewonnenen Erzeugnissen des Weinbaus, der Landwirtschaft oder des Obst- und Gartenbaus stammt.

Um die „wichtige soziale Funktion eines Wochenmarkts als Treffpunkt“ für die Rödelheimer zu ermöglichen und die Verweildauer zu erhöhen, habe die HFM Stände mit gastronomischem Hintergrund berücksichtigt. Von insgesamt zehn Ständen in Rödelheim werde einer von einem Winzer betrieben. Er habe aber keinen Apfelwein im Angebot. Er dürfte welchen ausschenken, wenn er ihn selbst herstellen würde, sagt Lorenz. „Aber mehr als einen Stand mit Alkoholausschank können wir bei der überschaubaren Größe des Wochenmarkts in Rödelheim nicht genehmigen“, betont er.

Prinzipiell sehe die HFM bei Stadtteil-Märkten wegen ihrer originären Nahversorgungsfunktion und angesichts begrenzter Platzverhältnisse in der Regel nicht mehrere Betriebe mit Alkoholausschank vor. Auch bei anderen Wochenmärkten gebe es nur einen Stand, an dem Alkohol ausgeschenkt wird. Am Dornbusch etwa sei dies wie in Rödelheim ein Winzer.

Zudem spiele die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Marktes „bei der Beurteilung, welche Sortimente in quantitativer Hinsicht besetzt werden, eine Rolle“, erklärt der HFM-Abteilungsleiter. Eine Überkonzentration von Angeboten könne dazu führen, dass manche Händler den Standort wieder aufgeben müssten. Aus diesen Gründen sei derzeit kein weiterer Ausschankbetrieb in Rödelheim etwa für Apfelwein vorgesehen, betont Lorenz.

Possmann jedenfalls hätte Interesse an einem Stand auf dem Wochenmarkt. „Wir würden uns freuen, wenn es die Möglichkeit gebe“, sagt Sprecher Konstantin Kalveram. Leider habe die Familienkelterei das Bewerbungsverfahren für den Rödelheimer Markt nicht mitbekommen.

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