+
Der Schutz vor Spritzwasser sei zum Teil nur notdürftig vorhanden, wird moniert.

Frankfurt-Nord

Risse im Beton der Brücke

  • schließen

Der Ortsbeirat 8 kritisiert den Zustand dreier Brücken an der Rosa-Luxemburg-Straße.

Nach dem Brückeneinsturz in Genua ist die Sicherheit von Überwegen auch hierzulande ein vieldiskutiertes Thema. Der Ortsbeirat 8 etwa kam in seiner jüngsten Sitzung auf den baulichen Zustand der drei Hochbrücken an der Rosa-Luxemburg-Straße zu sprechen. Die Hadrianbrücke, die Brücke In der Römerstadt und die Brücke an der Ausfahrt zum Nordwestzentrum wurden laut eines Antrags der CDU-Fraktion bereits 2010 im Rahmen des Brückensanierungskonzept geprüft und als „dringend zu erneuern“ bezeichnet.

„Seither sind nur kleinere Einzelmaßnahmen zur Reduzierung des Straßenlärms an den Brücken vorgenommen worden“, kritisiert Joachim Rotberg (CDU). Er fragt in einem Antrag an den Magistrat unter anderem danach, in welcher Regelmäßigkeit Kontrollen stattfinden und in welchem Zustand sich die zwischen 1971 und 1980 errichteten Brücken aktuell befinden.

„Alle drei Bauwerke wurden oder werden 2018 turnusgemäß nach den gesetzlichen Regelungen geprüft“, erklärt Hans Beier vom Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE). Diese Vorschriften würden für alle im Eigentum der Stadt Frankfurt befindlichen Brücken eine Hauptprüfung nach sechs und eine Einfachprüfung nach drei Jahren vorsehen. Zu den drei Hochbrücken entlang der Rosa-Luxemburg-Straße sagt Beier: „Es wurden keine Auffälligkeiten festgestellt, die bedenklich wären oder die einen sofortigen Handlungsbedarf erfordern würden.“ Die Standsicherheit sei bei allen drei Bauwerken in vollem Umfang gegeben.

Klagen von Anwohnern

Die CDU-Fraktion im Ortsbezirk 8 wünscht sich dennoch eine zeitnahe Erneuerung der Brücken. „Im Zusammenhang mit dem Public Private Partnership-Konzept war eine bauliche Anpassung an die Regelungen für barrierefreies Bauen sowie Lärmschutzmaßnahmen und die Erneuerung der Straßenoberfläche vorgesehen“, führt Joachim Rotberg an. Er möchte nun wissen, wann all das umgesetzt wird. Denn Anwohner hätten sich schon des Öfteren wegen der hohen Lärmbelastung beklagt. Auch wirkten die Brücken in die Jahre gekommen. „Die Spritzwasserschutzzäune am Straßenrand sind nur notdürftig mit Dachlatten und Kabelbindern befestigt“, moniert Rotberg.

Dass die Brücken sich in einem ihrem Lebensalter entsprechenden Zustand befinden, ist dem Magistrat bekannt. „Aufgrund des Alters der Bauwerke ist eine Erneuerung der Brückenausstattung geplant“, versichert Hans Beier. Darunter fielen die Geländer, die Gehwegbereiche, die Fahrbahnbeläge, die Abdichtung der Betonoberfläche, die Brückenentwässerung, die Lärmschutzwände und die Übergangskonstruktionen. Weiterhin soll eine Betonsanierung aller festgestellten Risse durchgeführt werden. Die Arbeiten sollen 2019 beginnen und im Rahmen des Brückenbauprogramms der Stadt Frankfurt Stück für Stück in den nächsten Jahren durchgeführt werden.

„Insbesondere die Lärmentwicklung ist uns bekannt und ist im Wesentlichen auf die Überfahrten der Übergangskonstruktionen durch Lastwagen zurückzuführen“, sagt Beier. Im Zuge der Sanierungsarbeiten ist der Austausch der bestehenden Übergangskonstruktionen, die die Temperaturdehnungen der Brückenüberbauten ermöglichen, gegen lärmgeminderte Konstruktionen vorgesehen. „Wir erwarten dadurch eine deutliche Reduzierung der Lärmbelastung“, so Beier.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare