+
Diana Fischer sammelt Unterschriften gegen die Schließung.

Preungesheim

Postfiliale schließt

  • schließen

Bürger protestieren für Erhalt der Räume in der Jaspertstraße. Bis Ende November wollen sie Unterschriften im Stadtteil sammeln.

Lange war es ein Gerücht, jetzt ist es offiziell bestätigt: Die Postbank will ihre Filiale in der Jaspertstraße 5 im kommenden Jahr schließen. Das bestätigt eine Sprecherin der Postbank. Die Postbank, die seit 2015 eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Bank ist, begründet ihre Entscheidung mit wirtschaftlichen Gesichtspunkten.

Man überprüfe die Standorte regelmäßig und passe das Filialnetz hinsichtlich seiner Wirtschaftlichkeit und Optimierungsmöglichkeiten entsprechend an, heißt es aus der Konzernzentrale in Bonn. In diesem Zusammenhang habe die Postbank beschlossen, die Filiale zu schließen.

Das Angebot an Post- und Paketdienstleistungen blieben aber vor Ort auch in Zukunft bestehen und würden durch den Kooperationspartner Deutsche Post sichergestellt sein. Details zum Zeitpunkt der Schließung sowie zu alternativen Standorten für die Filiale und einen Geldautomaten würden in den kommenden Wochen bekannt gegeben.

Postsprecher Stefan Heß zeigte sich von dieser Nachricht überrascht. „Für mich ist das neu.“ Die Ortspolitiker seien auch erst Montagabend von der Postbank über diese Entscheidung informiert worden. Zuvor hatte Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) in einer öffentlichen E-Mail an die Postbank um Aufklärung gebeten.

Heß versichert: „Wir werden am Standort mit unseren Dienstleistungen bleiben, der Stadtteil ist uns wichtig.“ Soll heißen, wenn die Postbank die Räume verlässt, will die Deutsche Post nach einem neuen Partner Ausschau halten. „Das kann ein Kiosk oder ein Einzelhändler sein.“

Die Aufregung im Stadtteil ist groß. „Wir brauchen diese Post, es ist die einzige, noch echte Filiale hier im größeren Umkreis“, empört sich Diana Fischer. Die Erste Vorsitzende des Preungesheimer Nachbarschaftsvereins sieht ein „riesiges Problem“ auf den Stadtteil zukommen, wenn die Postbank ihre Entscheidung realisiert.

Denn nicht nur Kunden aus Preungesheim kämen in die Jaspertstraße, um Briefmarken zu kaufen, Pakete aufzugeben oder Päckchen abzuholen. Auch aus dem benachbarten Eckenheim kämen die Menschen dorthin. „Täglich bilden sich lange Warteschlangen in der Filiale, da geht es um 100 000 von Paketen, ein Kiosk hätte dafür gar keinen Platz.“ Zudem läge die nächste Filiale zu weit entfernt, das stelle vor allem ältere Menschen ohne Auto vor ein Problem.

Wie viele Preungesheimer will Diana Fischer der Schließung nicht tatenlos zusehen. Seit Montag sammelt sie Unterschriften im Stadtteil, hat die Presse informiert und auf Facebook Protestaufrufe gestartet. Die Unterschriftenliste wird sie am 27. November dem Ortsbeirat 10 überreichen. Bereits kommenden Donnerstagvormittag will sie mit weiteren Betroffenen vor der Filiale in der Jaspertstraße gegen die Schließung mobil machen. „Wir dürfen unmöglich zulassen, dass unsere Post in Preungesheim schließt“, betont Diana Fischer.

In Preungesheim gibt es derzeit einen Postservice bei Schreibwaren Fischer in der Homburger Landstraße, einen Paketshop und eine Packstation Am Dachsberg sowie eine Packstation in der Jaspertstraße 5. Unterschriftenlisten gegen die Filialschließung liegen in Geschäften und im Nachbarschaftsbüro, Wegscheidestraße 32A, aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare