Hier entsteht der zweitgrößte Polizeistandort der Stadt.
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Frankfurt-Nord

Polizei muss improvisieren

  • Denis Hubert
    vonDenis Hubert
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Das 14. Polizeirevier muss für Monate ins Präsidium an der Adickesallee ziehen. Der Vertrag für die Liegenschaft im Nordwestzentrum war der Polizei gekündigt worden, doch das neue Großrevier im Mertonviertel ist noch nicht fertig.

Die Beamten des 14. Polizeireviers (Nordweststadt) müssen mehrere Monate lang im Präsidium an der Adickesallee unterkommen. Darüber hat Polizeipräsident Gerhard Bereswill betroffene Ortsbeiräte informiert. Grund ist, dass die Polizei die Räume des 14. Reviers im Tituscorso spätestens Ende April verlassen muss. Das neue Großrevier im Mertonviertel, zu dem die Dienststellen 14 und 15 (Frankfurter Berg) fusionieren, wird aber erst im August fertig.

Im Präsidium geht man nicht davon aus, dass die Polizeipräsenz abnimmt, wenn das 14. Revier vorübergehend nicht mehr im Einzugsbereich ist. „Wir werden mit mehreren Streifen im Gebiet unterwegs sein und ad hoc reagieren können“, sagt Polizeisprecherin Chantal Emch auf Anfrage. Zuständig ist das 14. Revier für Heddernheim und Niederursel, die Nordweststadt und das Mertonviertel, Praunheim und Teile des Riedbergs.

In den Wohngebieten und ganz besonders in den Hochhäusern der Nordweststadt erfordern Generationskonflikte ein polizeiliches Einschreiten. Auch Familienstreitigkeiten führen immer häufiger zu Streifeneinsätzen. Im Nordwestzentrum sind Ladendiebe, Trick- und Taschendiebe am Werk. So steht es auf der Homepage des 14. Reviers.

Dass die „Bild“-Zeitung einen Polizeibeamten mit den Worten „Die Nordweststadt ist ein Kriminalitätsschwerpunkt – und wir sind die nächsten Monate kilometerweit entfernt“ zitiert, will man im Präsidium nicht gelten lassen. Die Nordweststadt sei kein Kriminalitätsschwerpunkt mit herausragenden Straftaten, betont Chantal Emch. Die Verbrechen hätten in den vergangenen Jahren nicht zugenommen.

Der Vorsteher des Ortsbeirats 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt), Klaus Nattrodt (CDU), bedauert zwar, dass die Beamten des 14. Reviers im Polizeipräsidium unterkommen müssen. „Das ist unangenehm, da die Entfernungen länger werden“, sagt er. Die Polizeipräsenz nehme dadurch aber nicht ab. Auch die Vorsteherin des für den Riedberg zuständigen Ortsbeirats 12, Carolin Friedrich (CDU), ist überzeugt: Es werde keine Probleme geben, da das Präsidium an der Adickesallee gut zu erreichen sei.

Dass die 14. Dienststelle dort zwischengelagert wird, liegt auch daran, dass es Probleme mit der Liegenschaft des künftigen Großreviers im Mertonviertel gab. Es entsteht an der Marie-Curie-Straße 30. Ursprünglich sollte das Revier ins Mertonhaus an der Lurgiallee 5 ziehen. Doch der Eigentümer trat vom Vertrag zurück.

Im Polizeirevier Nord gibt es Platz für 150 Beamte. Der Mietvertrag für das 14. Revier war der Polizei gekündigt worden. Gleichzeitig sind die Räume der 15. Dienststelle in einem Wohnhaus im Wickenweg sanierungsbedürftig. Durch die Zusammenlegung sollen mehr Streifen auf den Straßen präsent sein – statt derzeit drei künftig vier bis fünf.

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