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Auch Polizisten sollen mehr Respekt erfahren - eines der acht Motive der Kampagnenplakate.

Zusammenleben in Frankfurt

Plakate werben für Respekt

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Der Präventionsrat der Stadt Frankfurt will mit einer Kampagne zu mehr Toleranz im Umgang miteinander beitragen.

Respekt ist für 98,7 Prozent der Frankfurter Bürgerinnen und Bürger der wichtigste gesellschaftliche Wert, im Alltag fehlt es den Frankfurtern jedoch oft daran. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage des Präventionsrats der Stadt Frankfurt. Nun reagiert die Stadt darauf mit einer neuen Kampagne. Bunte Plakate sollen für mehr Respekt im Umgang miteinander werben. Drei Wochen lang sollen sie überall an den städtischen Litfaßsäulen zu finden sein.

„Gegenseitiger Respekt ist die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben in unserer Gesellschaft“, sagte Markus Frank (CDU), Stadtrat und Vorsitzender des Präventionsrats bei der Vorstellung der Plakate am Montag. Respektlosigkeit sei die Wurzel vieler Probleme, so Frank. Besänne man sich auf den Wert Respekt zurück, würden viele Situationen im Alltag gar nicht erst eskalieren, lautet seine Schlussfolgerung. Franks Worte haben Aufforderungscharakter. Die Botschaft: Zeigt mehr Respekt. Die Kampagne „Frankfurt zeigt Respekt“ setzt jedoch an anderer Stelle an.

„Es geht erst mal darum, sich in die anderen hineinzuversetzen“, erläutert Eva Wolf, die mit ihrer Agentur Opak die Plakate mitgestaltet hat. Die acht Motive befassen sich daher vor allem mit Fragen und Aussagen aus der Perspektive unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen. „Glaubst du wirklich, dein Gott ist besser als meiner?“ oder „Heteros sind nicht normaler als Homosexuelle. Es gibt nur mehr“, ist da etwa zu lesen. Nachdenklich machen sollen die Plakate. Und natürlich auffallen.

„Erst haben wir überlegt, ob wir die Kampagne mit echten Menschen machen“, sagte Klaus-Dieter Strittmatter, Geschäftsführer des Präventionsrats, „im Alltag gehen solche Bilder jedoch schnell unter.“ So sei die Entscheidung für abstraktere Motive gefallen. Jedes Plakat zeigt in flächigen Farben typenhafte Frauen und Männer, die Gesichter sind leer. Nur einzelne Merkmale weisen auf die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe hin: die Hautfarbe, ein Kopftuch, eine jüdische Kippa. Die Kampagne hat dabei keinen Schwerpunkt gesetzt. Sie wendet sich gegen Rassismus, Sexismus oder Homophobie. Es wird aber auch für mehr Respekt im Umgang mit alten Menschen oder uniformierten Beamten geworben. „Respekt muss in allen Facetten in die Öffentlichkeit getragen werden“, sagt Strittmatter.

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