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Das Bild beweist es: Jutta Ditfurth war bei der Fernsehsendung "Wette, dass....?"

Römerbriefe

Neues von Jutta Ditfurth und Volker Stein

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    Georg Leppert
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Jutta Ditfurth in einer TV-Show, ohne dass jemand beleidigt aus dem Studio rennt? Eine Umfrage, die Volker Stein bei der OB-Wahl bei 24 Prozent sieht? Doch das gibt es. Neues aus dem Frankfurter Römer.

Leppert: Ich finde ja, beim Fensterputzen sollte man immer auch alte Zeitungen verwenden.

Göpfert: Wusstest du, dass auf der Rückseite des roten Buchs mit den städtischen Telefonnummern ein Golf abgebildet ist?

Leppert: Die werden richtig sauber mit der Zeitung.

Göpfert: Das ist aber ein älteres Automodell. Das Foto gehört zu einer Werbung für eine Versicherung.

Was, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik, wollen wir Ihnen mit diesem merkwürdigen Dialog sagen? Wir wollen zeigen, dass man in einem Text über zwei gänzlich unterschiedliche Themen schreiben kann. Zum Beispiel über Jutta Ditfurth und Volker Stein.

Beginnen wir mit Ditfurth. Ihrem Twitter- und Facebook-Account zu folgen, ist ziemlich ratsam, weil dort immer sehr spannend diskutiert wird. Recht unvermittelt hat Ditfurth jetzt kundgetan, dass sie vor langer Zeit bei „Wetten, dass...?“ zu Gast war, sich aber an keinerlei Details erinnern könne. Jutta Ditfurth in einer gänzlich unpolitischen Sendung? Doch, das stimmt, und was wären Ihre Römerbrief-Schreiber für schlechte Journalisten, wenn wir nicht zu besagter Sendung recherchiert hätten?

Also: Jutta Ditfurth war der einzige Gast. Außer Wolfgang Bosbach von der CDU. Der aber verließ die Sendung, nachdem Ditfurth gesagt hatte, dass unter 10 000 Polizisten womöglich ein Beamter mal einen Demonstranten gehauen hat. Fortan durfte auch Ditfurth nichts mehr sagen, und Wettkönigin wurde Sandra Maischberger.

Äh... sorry, nachdem wir in unser Archiv den Suchbegriff „Schwarz-Grün tut Frankfurt gut“ eingegeben haben, spinnt es. Zu viele Treffer. Hier die wahre Geschichte.

Ditfurth war am 21. Februar 1987 in der Bremerhavener Stadthalle zu Gast. Mit ihr Karl Dall (eher Fundi), Moderator Frank Elstner (Realo) in seiner vorletzten Sendung, Jane Fonda (gegen Vietnam-Krieg) und Schauspieler Jan Niklas (bekannt aus „Babyhandel Berlin – jenseits aller Skrupel“). Der Star war aber Christine Grote. Die Saalkandidatin aus Cuxhaven wettete, dass es das Team von „Wetten dass...?“ nicht schaffen werde, zehn Berufsfischer auf die Bühne zu bringen, die Fritz Fischer heißen, einen Fisch mitbringen und den Spruch „Fischers Fritze“ aufsagen können. Was sollen wir sagen, Frau Grote aus Cuxhaven gewann ihre Wette.

Und nun spielen wir mal „Wetten, dass...?“, denn wir müssen ja noch zu Volker Stein kommen. Also: Wetten, dass kein OB-Kandidat auf ein derart mieses Umfrageergebnis kommt, wenn er seine Freunde besoffene Kneipengänger befragen lässt, wie Volker Stein? Der OB-Kandidat der wütenden Herzen hat nämlich die erste Umfrage zur OB-Wahl vorgelegt und kommt auf 24 Prozent. Sieben Prozentpunkte weniger als Peter Feldmann. In der eigenen Umfrage. Erstellt von Jungliberalen, die in Kneipen 296 Menschen gefragt haben. Und jetzt mal ganz ehrlich: Wenn man so einen unseriösen Quatsch schon macht, kann man den Leuten, die man befragt, doch wenigstens ein Bier und einen Prinz-Williams-Birne ausgeben und sein Ergebnis auf 40 Prozent plus X hieven, oder?

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppert berichten für die Frankfurter Rundschau aus dem Römer.

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