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Architekt Jörn Scholz (l.) und sein Büro Auer Weber hat den ersten Platz beim Wettbewerb geholt.

Goethe-Universität Frankfurt

Neubau für den Campus Riedberg

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Die Siegerentwürfe für einen Neubau auf dem Campus Riedberg werden vorgestellt. Die Gesamtkosten liegen bei 52 Millionen Euro. Das Land Hessen zahlt 30,7 Millionen und die Goethe-Universität Frankfurt 21,7 Millionen Euro.

Ein bisschen fühlt man sich wie früher bei der RTL-Show „Der Preis ist heiß“, bei der hinter der sich öffnenden Gewinner-Tür von einer strahlenden Dame die neue Waschmaschine präsentiert wurde. Nur wird statt einer Waschmaschine das Holzmodell des Siegers des Architektenwettbewerbs für einen Neubau auf dem Campus Riedberg am Freitag reingerollt. 

„In diesem Neubau soll der Fachbereich Informatik und Mathematik untergebracht werden, der bislang noch in Bockenheim ist. Eine der letzten Einrichtungen dort“, berichtet Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU). Der Riedberg werde so immer mehr zur „Science City“. Von den Gesamtkosten in Höhe von 52,4 Millionen Euro finanziert das Land Hessen 30,7 Millionen Euro und die Goethe-Universität 21,7 Millionen Euro. Der Neubau soll 7700 Quadratmeter groß werden: mit zwei leicht gegeneinander verschobenen Gebäuden mit jeweils vier Etagen. 

Die sogenannten Mint-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, werden an der Goethe-Universität immer beliebter, so die Unipräsidentin Birgitta Wolff. „In den letzten sechs Jahren gab es in Mathematik und Informatik eine Studierenden-Steigerung von über 50 Prozent.“ Die Zahl stieg so von 3400 auf über 5300 Studierende. Außerdem sei ein Aufbau des Fachs Didaktik der Informatik geplant. „Der Neubau kommt zur richtigen Zeit“, so Wolff. Insgesamt seien gerade sieben Uni-Bauprojekte am Laufen. 

Die naturwissenschaftlichen Disziplinen sollen alle am Riedberg zusammengeführt werden. Im Neubau entstehen Hörsäle, Lernzentren, Flächen für die Verwaltung sowie zentrale Serverräume des Fachbereichs und des Hochschulrechenzentrums. Sogar eine Anlage für „fußballspielende Roboter“ sei geplant, so Jörn Scholz vom Architektenbüro Auer Weber. Die Stuttgarter haben den ersten Preis beim Architektenwettbewerb geholt. Sie hatten bereits vor 14 Jahren das angrenzende Max-Planck-Institut gebaut. 

Ein Entree schaffen

Architektin Nicole Kerstin Berganski, die als Jurymitglied 19 Entwürfe zu bewerten hatte, sagt: „Uns war es wichtig, dass das Gebäude ein gelungenes Entree zum Campus Riedberg schafft.“ Oder, wie es Unipräsidentin Wolff ausdrückt: „... der Campus Riedberg ein Gesicht bekommt.“ So würde man das Gebäude dann direkt sehen, wenn man aus der U-Bahn steige. 

Die Jury lobte zudem, dass der Entwurf sich in die Campusbebauung mit dem Max-Planck-Institut und Otto-Stern-Zentrum städtebaulich integriert. Zudem biete das Erdgeschoss mit gespiegelten Foyers und vielen Gängen und Innenhöfen viele großzügige Aufenthaltsbereiche. Eine Mensa sei zumindest bislang nicht geplant. „Zu der nächsten Mensa sind es nur 30 Meter zu laufen“, so Architekt Scholz. 

Darüber hinaus wurden zwei dritte Preise vergeben: An das Architekturbüro Bez + Koch, ebenfalls aus Stuttgart, und an das Architekturbüro Attelier aus Kassel. 

Und wann geht es los mit dem Bauen? Im Frühjahr 2020 steht der Bauantrag zur finalen Abstimmung im Landtag, so Thomas Platte, Direktor des Landesbetriebes Bau und Immobilien Hessen. „Dann könnte 2021 losgebaut werden und der Neubau so 2022/2023 stehen“, sagt Platte. 

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