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Experten rechnen mit einem weltweiten Anstieg von Sehbehinderung und Blindheit bis 2020 um 5,6 Prozent.

EUTB in Frankfurt

Mehr Beratungsstellen für Behinderte

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Die erste EUTB in Frankfurt gibt es seit März dieses Jahres. Ein zweites Angebot kam im Juli hinzu und ein drittes soll im kommenden Februar folgen. Die Einrichtungen bieten Behinderten unabhängige und kostenlose Hilfe.

Im Büro der Beratungsstelle sitzen sich zwei Frauen gegenüber. Die Ratsuchende leidet an einem voranschreitenden Verlust ihrer Sehkraft, die ihr gegenübersitzende Beraterin ist seit mehreren Jahren sehbehindert. Dass beide dabei aufeinander treffen, ist kein Zufall, sondern bewusst gewollt. Das Besondere am Angebot der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) ist eben, dass Betroffene von Betroffenen beraten werden.

Die erste EUTB in Frankfurt gibt es seit März dieses Jahres. Ein zweites Angebot kam im Juli hinzu und ein drittes soll im kommenden Februar folgen. Alle drei werden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert. Mit den Teilhabeberatungen werde dabei die zweite Stufe des Teilhabegesetzes umgesetzt, so Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU). Der Bund fördert die EUTB in Deutschland mit 58 Millionen Euro jährlich. Zunächst ist das Projekt bis 2020 angelegt, es gibt eine Option auf Verlängerung für weitere zwei Jahre. Danach wird die Evaluierung ausgewertet.

Träger der ersten EUTB ist die Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte. Es gibt drei Beraterinnen, die alle eine Sehbeeinträchtigung haben.

„Die Menschen kommen häufig mit allgemeinen Fragen auf uns zu. Etwa wie man einen Antrag auf Schwerbehinderung stellt oder wo es ein Geschäft für Hilfsmittel gibt“, sagt Cintia Spellmeier, eine der EUTB-Beraterinnen. Ihre Kollegin Hanna Piepenbring betont, dass man Beratungen auf Augenhöhe biete, da Menschen mit Behinderung sich gut in die Lage der Ratsuchenden hineinversetzen können. Die Beratung sei für Menschen jedweder Behinderung da, und auch Angehörige könnten bei der EUTB Hilfe suchen. Das Angebot ist kostenfrei.

Die zweite EUTB der Stadt läuft unter der Trägerschaft des Frankfurter Vereins. Ein Mann und eine Frau – beide ohne Beeinträchtigung – sind spezialisiert auf die Beratung von psychisch kranken Menschen, Drogenabhängigen aber auch Obdachlosen mit Behinderung.

Im Februar wird die EUTB der Frankfurter Stiftung für Gehörlose und Schwerhörige ihre Arbeit aufnehmen. Eine Beraterin ist gehörlos und kann Gebärdensprache. Die zweite ist hörgeschädigt. „Wir wollen Tipps zur Alltagsbewältigung geben und zeigen was für Hilfsmittel es bei Hörschädigungen gibt“, sagt Ulrike Schneider von der Stiftung. Aber auch hier könnten wieder Menschen jedweder Behinderung zur Beratung kommen. In allen drei Beratungsstellen werde eine unabhängige Beratung auch vom jeweiligen Träger angeboten.

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