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Beatrix Baumann ist Kreisvorsitzende der Grünen - und bald Fraktionschefin?

Grüne in Frankfurt

Auf Manuel Stock soll eine Frau folgen

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Die Grünen beraten über die Nachfolge für den Fraktionsvorsitz im Römer. Manuel Stock scheidet aus dem Stadtparlament aus und wird Büroleiter der neuen hessischen Wissenschaftsministerin Angela Dorn.

Am Wochenende hat Manuel Stock noch einmal Kommunalpolitik gemacht. Der Fraktionschef der Grünen veröffentlichte eine Pressemitteilung zum Vorschlag des Regionalverbandsdirektors Thomas Horn, den Zoo an den Stadtrand zu verlegen und am bisherigen Standort Wohnungen zu bauen. Stock erteilte diesen Plänen „eine klare Absage“. Eine Bebauung der Fläche im Ostend sei „ökologisch nicht zu verantworten“.

Allzu viele Pressemitteilungen dieser Art wird Stock nicht mehr schreiben. Wie die FR am Samstag berichtete, scheidet der 36-Jährige nach der nächsten Plenarsitzung Ende Januar aus dem Stadtparlament aus und wird Büroleiter der neuen hessischen Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne).

In den sozialen Netzwerken war Stocks Abschied am Wochenende ein großes Thema. Politiker fast aller Parteien zeigten sich ebenso überrascht wie traurig über die Entwicklung. Gleichzeitig gratulierten sie Stock zu seinem Schritt und wünschten ihm alles Gute.

Unterdessen hat die Suche nach einem Nachfolger begonnen – genauer gesagt wohl eher nach einer Nachfolgerin. Vieles spricht dafür dass die Fraktion der Grünen, die am Mittwoch zusammenkommt, eine Frau an ihre Spitze wählt. Dort standen nämlich seit mehr als 20 Jahren nur Männer. Zunächst Lutz Sikorski (1996 – 2006), dann Olaf Cunitz (2006 – 2012) und schließlich Stock. Beatrix Baumann, Vorsitzende des Kreisverbands der Grünen und selbst Stadtverordnete, bestätigte solche Überlegungen auf FR-Anfrage: „Das wird bei der Entscheidungsfindung sicher eine Rolle spielen“, sagte sie.

Was Baumann nicht sagte: Sie selbst ist Favoritin für Stocks Nachfolge. An ihrer Amtsführung als Kreisvorsitzende gibt es überhaupt keine Kritik, und in den vergangenen Monaten hat die 63-Jährige auch im Stadtparlament noch einmal enorm an Profil gewonnen. So kämpfte sie – gemeinsam mit Ursula auf der Heide – für eine Schutzzone rund um die Beratungsstelle von Pro Familia, damit schwangere Frauen nicht länger von Abtreibungsgegnern belästigt werden. Dabei scheute Baumann auch nicht heftige Auseinandersetzungen mit dem Koalitionspartner CDU.

Baumann möchte das alles nicht kommentieren. Am Sonntag erklärte sie nur noch: „Ich gehe davon aus, dass wir die Nachfolge am 30. Januar geklärt haben.“

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