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Wahrscheinlich heißt dieser Brillenträger Maximilian.

Babynamen in Frankfurt

Und jährlich grüßt der Maximilian

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Die Frankfurter Namensstatistik für 2018 offenbart kaum wahrnehmbare Veränderungen. Marie, Sophie, Maximilian und Alexander sind nach wie vor die Favoriten der Eltern.

Laut der Vornamensstatistik des Standesamtes entwickeln Frankfurter Eltern eine Originalität, wie man sie in der Fauna sonst nur bei Einzellern findet. „Marie und Sophie sowie Maximilian und Alexander nach wie vor an der Spitze“, meldet das Amt wie alle Jahre „seit Beginn des neuen Jahrtausends“ wieder. Langsam könnte sich das Amt die Mühe auch sparen, vor allem bei den Buben: „Sogar die Plätze 3 und 4 der Vornamen sind mit Noah mit 151 Nennungen (125 waren es 2017) und Paul mit 108 Nennungen (116) beinahe schon unverrückbar festgeschrieben“.

Das Podium 2018 bei den Damen: 1: Marie (206), 2: Sophie (201), 3: Maria (156). Bei den Herren: 1: Maximilian (159), 2: Alexander (156), 3: Noah (151). Wer sich das zur Gänze durchlesen will: Die beiden ersten 30 Plätze können im Internet unter www.frankfurt.de unter „Vornamensstatistik aktuell“ studiert werden.

Die einschneidendsten Veränderungen von 2017 auf 2018 in Kürze: Maximilian (177 auf 159) und Alexander (180 auf 156) tauschen die Plätze an der Sonne, während Noah weiter im Regen, aber noch auf dem Podium steht. Aufsteiger des Jahres ist der gute alte Theodor, der sich von Platz 30 auf 22 verbessern konnte.

Da die „jahrzehntelange stabile Reihenfolge gerne hinterfragt, zuweilen gar ein Filter vermutet“ werde, weist die zuständige Stadträtin Daniela Birkenfeld (CDU) darauf hin, dass „die vorliegende Auswertung auf einem statistischen Algorithmus des Fachverfahrens basiert, der die Namensgebung automatisch nach ihrer Häufigkeit auswirft“ - also so ähnlich wie Eltern, nur mathematischer. Über diesen Algorithmus ist wenig bekannt, außer dass er nicht in der Liste der 30 beliebtesten Vornamen auftaucht.

Etwas verdächtig ist auch die rein abendländisch wirkende Namensauswahl. Unter den Top 30 der Knaben befindet sich etwa kein Mohammed und keine Fatima – im Gegensatz zu David, Sara, Elias, Jakob, Elisabeth, Adam oder Gabriel. Nach Auskunft des Amtes erklärt sich dieses Phänomen durch die vielen unterschiedlichen Schreibweisen des Vornamens Mohammed, der eine vordere Platzierung verhindere.

Der Algorithmus des Fachverfahrens erfasst übrigens sämtliche Vornamen eines Kindes, unabhängig davon, ob es sich um einen Zweit- oder gar Drittnamen handelt. Nicht alle Alexanders und Marias tragen diese also als Rufnamen. Ein Trend, seinen Kindern eine zunehmende Anzahl an Vornamen zu verpassen, ist laut Standesamt glücklicherweise aber zumindest in den bürgerlichen Kreisen Frankfurts nicht zu erkennen. 54 Prozent der Frankfurter Eltern gaben ihren Kindern 2018 einen einzigen Vornamen, 40 Prozent suchten zwei Vornamen für ihr Kind aus, und lediglich sechs Prozent der Eltern entschieden sich für drei oder mehr. Unzählige unbenamte potenzielle Maximilan-Alexander-Noahs und Marie-Sophie-Marias dürften zumindest dafür irgendwann dankbar sein.

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