Frankfurt Forward

Investoren für Start-ups begeistern

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Die Wirtschaftsförderung will Start-ups, etablierte Unternehmen und Investoren zusammenbringen. Damit will sie nicht zuletzt zu einer größeren Sichtbarkeit der hiesigen Gründerszene beitragen.

Die städtische Wirtschaftsförderung will mit einer Neuauflage des Projekts Frankfurt Forward Start-ups und etablierte Unternehmen zusammenbringen – dabei diesmal aber zudem Investoren ansprechen. Große Unternehmen sollen von Know-how und Kreativität der Start-ups etwa im Bereich Digitalisierung profitieren können. Zugleich soll das Vorhaben den jungen Unternehmen zu größerer Bekanntheit verhelfen – und so das Interesse von Investoren an der Frankfurter Gründerszene erhöhen. 

Denn bisher fließt, wie der Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderung, Oliver Schwebel, bei der Vorstellung des Projekts einräumte, vergleichsweise wenig Wagniskapital in Frankfurter Start-ups. Nach einer Untersuchung der Comdirect liegt Frankfurt, selbst wenn man die Zahlen für Darmstadt addiert, bei Risikokapital für Fintechs hinter Berlin, aber auch hinter München und Hamburg. Und das trotz der großen Anstrengungen um die Gründerszene in Frankfurt, die etwa zur Etablierung des Tech- Quartiers im Hochhaus Pollux führten. 

Die erste Auflage von Frankfurt Forward gilt Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) als großer Erfolg. Große Frankfurter Unternehmen wie Fraport, Conti, Wisag, Samson oder Mainova profitierten dabei von innovativen Lösungen der Start-ups. Zu 80 Prozent sei die von der Wirtschaftsförderung vermittelte Kooperation in eine Geschäftsbeziehung gemündet, sagte Schwebel am Dienstag. Das sei ein sehr hoher Wert. 

Nun soll schon zu Jahresbeginn das Projekt Frankfurt Forward 2.0 beginnen, für das sich Start-ups, Unternehmen und Investoren bei der Wirtschaftsförderung bewerben können. Diese fungiert dabei, wie Frank sagte, als Türöffner, hilft dabei, Kontakte und Vertrauen zwischen diesen „beiden Welten“ zu schaffen. Sie weist Unternehmen auf Start-ups hin, von denen diese vielleicht profitieren könnten, arrangiert Treffen auf Augenhöhe, zwischen den Vorstandschefs oder Geschäftsführern. 

Neuer Preis wird verliehen

Die Wirtschaftsförderung plant im Rahmen dieses Projekts zudem einiges, um die Sichtbarkeit der jungen Unternehmen in Stadt und Region zu erhöhen. So soll von Januar bis September jeweils das Start-up des Monats gekürt werden. Die Sieger werden sich dann, wie Schwebel ankündigte, im Oktober vor Publikum präsentieren. Das beste wird Start-up des Jahres. 

Der ebenfalls von der Stadt verliehene Gründerpreis habe eine andere Ausrichtung, hieß es auf Fragen. Die neue Auszeichnung richte sich stärker an Unternehmen, die bereits auf dem Markt aktiv sind und einen Fokus auf neuen Technologien haben. Auch neue Netzwerkveranstaltungen für Start-Ups, Unternehmen und Investoren sind geplant. 

Frankfurt sei ein Ort, an dem Start-ups große Möglichkeiten haben, betonten Frank und Schwebel. Anders als in Berlin gebe es etwa viele Kunden, große Unternehmen, für die diese tätig werden können. Noch gebe es aber zu viele Investoren, die die Chancen, die ihnen Start-ups vor der eigenen Haustür bieten, nicht erkennen. Das könne sich mit dem Projekt ändern. 

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