Kommerzielle Nutzung

Herr Dürbeck treibt Sport

  • schließen

Der Stadtverordnete Thomas Dürbeck provoziert mit einem Training unter professioneller Anleitung das Grünflächenamt.

Seine Sprungkraft ist durchaus beachtlich. Die Knie angezogen, die Hände gen Himmel gereckt, so hüpfte Thomas Dürbeck (CDU) am Samstag im Hafenpark umher. Dokumentiert wurde das Fitnesstraining von der „Bild“-Zeitung. Denn die Sportübungen des Kulturpolitikers sind eine Provokation gegenüber dem Grünflächenamt. Dürbeck nämlich treibt gemeinsam mit einem Fitnesstrainer Sport – den er auch bezahlt. Damit wird in der von der „Bild“ festgehaltenen Szene eine Grünanlage kommerziell genutzt, was verboten ist, wie die Behörde in der vorigen Woche auf einer Pressekonferenz klargestellt hatte.

Dürbeck hat für diese Regelung kein Verständnis. Ob er nun mit einem Freund oder mit einem bezahlten Trainer übe, das mache doch keinen Unterschied, sagte er im Gespräch mit der FR. Eigentlich könne es dem Amt sogar recht sein, wenn unter den Sportlern in den Parks viele Profitrainer sind. Diese entsorgten möglicherweise anfallenden Müll nämlich immer fachgerecht und würden sich mit ihren Kollegen auch schnell einigen, wenn etwa an einem Fitnessgerät großer Andrang herrsche.

Bei der Pressekonferenz des Amtes ging es allerdings weniger um Menschen wie Thomas Dürbeck, die sich mit einem Trainer im Hafenpark fit halten. Die Behörde möchte viel eher Yogastunden mit 20 Teilnehmern oder sogenannte Bootcamps verhindern. Dabei bieten Trainer ihre Dienste für größere Gruppen an, rufen mitunter recht laut ihre Kommandos durch den Park und spielen zum Teil auch Musik ab. Aber auch darin sieht Dürbeck kein Problem. Seines Wissens nach hielten sich die Beschwerden in Grenzen.

Beim Grünflächenamt zeigte man sich am Montag recht gelassen. Man habe den Bericht in der „Bild“ zur Kenntnis genommen, sagte Andreas Schmidt von der Behörde. Es gebe keinen Anlass, das Ordnungsamt auf Dürbecks Verhalten hinzuweisen. „Wir reagieren, wenn es in einer Grünanlage einfach zu viel wird, und das schien hier nicht der Fall zu sein“, sagte Schmidt. Über das Verhalten des Politikers sei man in der Behörde dennoch einigermaßen verwundert. Schließlich habe Dürbeck als Stadtverordneter an der Grünanlagensatzung mitgewirkt, die die kommerzielle Nutzung der Anlagen verbietet.

Dieses Argument lässt Dürbeck zumindest zum Teil gelten. Er sagt aber auch: „Bei einer kommerziellen Nutzung dachte ich an Leute, die Verkaufsstände in den Parks aufbauen wollen.“ Streng genommen dürften ja auch keine Stadtführer mit ihren Gruppen durch die Anlagen gehen, so Dürbeck. Er forderte, dass sich Sporttrainer, Politiker und das Grünflächenamt an einen Tisch setzen und nach einer neuen Lösung suchen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare