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Alle müssen auf der Außenbahn in dieselbe Richtung laufen - die einen mit mehr, die anderen mit weniger Schwung.

Frankfurt

Ein Hauch von Winter

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Bei „Family on Ice“ in der Eissporthalle haben 3200 Erwachsene und Kinder ihren Spaß.

Nicht lange anstehen, sondern einfach an der Kasse vorbeimarschieren: Von 9 bis 17 Uhr können am Samstag Eltern und Kinder in die Eissporthalle kommen, ohne Eintritt zu zahlen. Sportdezernent Markus Frank (CDU) nimmt das Motto des Tages „Family on Ice“ wörtlich und lässt sich mit seinen Töchtern Anna (11) und Daria (9) fotografieren. „Ich habe meine Kindheit hier verbracht – da gab es noch die Eisdisco“, erzählt er gut aufgelegt.

Die Halle habe mittlerweile 37 Jahre auf dem Buckel. Das sehe man ihr aber nicht an, sie befinde sich dank guter Pflege in einem „hervorragenden“ Zustand. Frank kommt an einer Mutter vorbei, die ihrer kleinen Tochter gerade eine warme, wattierte Hose anzieht. Das Kind, gerade mal drei Jahre alt, sieht erschöpft, aber glücklich aus. „Es gibt kein ’zu früh‘, meint Frank. „Nur ein ’zu spät‘.“

Noch tummelt sich ein bunt gemischtes Publikum auf der Eisfläche. Wenn man den Wagemut zweier älterer Damen betrachtet, drängt sich allerdings der Schluss auf, dass es vielleicht doch kein „zu spät“ gibt.

Öffentliches Training der Löwen

Schlagartig leert sich die Eisfläche: Bevor die Löwen kommen, wird noch einmal Eis gemacht. Zwei Fahrzeuge surren übers Eis, beseitigen kleine Unebenheiten. Eine junge Frau, von der Kleidung her unverkennbar der Eishockey-Fangemeinde zugehörig, schneidet Bilder aus, die sie in der Autogrammstunde später signieren lassen will. Ein öffentliches Training der Löwen mit Autogrammstunde gehört beim offenen Tag der Eissporthalle auch dazu. „Wir wollen Familien, die vielleicht nicht so viel Geld haben, einen schönen Tag ermöglichen“, sagt Dieter Henning, der Leiter der Eissporthalle, bevor er auf die Besonderheiten der Halle zu sprechen kommt.

Zusammen mit der vor wenigen Tagen in Betrieb genommenen Außenanlage handele es sich um die größte zusammenhängende künstliche Eisfläche in Deutschland, sagt Henning. 

Einnahmen gleichen Betriebskosten fast aus 

Die hohen Betriebskosten der Halle würden durch die Einnahmen fast ausgeglichen, so dass es bei einer „leichten Unterdeckung“ bleibe. 550.000 Besucher kommen jährlich – entweder, um selbst Schlittschuh zu laufen oder die Spiele der Löwen in der zweiten Bundesliga zu erleben. Weil es „in Hessen sehr wenige Eisflächen“ gebe, würden die Besucher aus einem Umkreis von bis zu hundert Kilometern nach Frankfurt kommen.

Da hat es Henrike Mohr, die mit Tochter Frieda (10) und deren Freundin Sophie (10) aus Ginnheim gekommen ist, mit der Anreise deutlich bequemer. Ihre U-Bahn hält direkt vor der Halle. Frieda hat vor drei, vier Jahren mit dem Schlittschuhlaufen begonnen, ihre Mutter die Sportart wiederentdeckt. Heute ist Frieda schon fünf Mal hingefallen. Das gehöre dazu, meint sie tapfer, und es tue ihr auch nichts weh.

Immer rechts herum, lautet die Regel für die 400 Meter lange Außenbahn, die in diesem Jahr aufgrund der späten Laubfärbung ein besonders malerisches Bild abgibt: Der Eisabrieb sieht aus wie Schnee, das Oval ist umrahmt von vielen Bäumen mit herbstlich bunten Blättern.

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