+
Das Baugebiet für die Großhalle am Kaiserlei.

Kaiserlei

Die Halle kann kommen

Kurz vor Weihnachten ist die europaweite Ausschreibung für eine Multifunktionshalle am Kaiserlei nach langer Verzögerung veröffentlicht worden.

Von Timur Tinç

Dreieinhalb Jahre hat es gedauert, am Dienstag „haben wir auf den Knopf gedrückt“, sagte Frankfurts Sportdezernent Markus Frank (CDU) der Frankfurter Rundschau. Kurz vor Weihnachten ist die europaweite Ausschreibung für eine Multifunktionshalle am Kaiserlei nach langer Verzögerung veröffentlicht worden. Auf einer Fläche von rund 40 000 Quadratmetern – je zur Hälfte auf Frankfurter und Offenbacher Gemarkung – soll dort eine Arena für rund 13 000 Zuschauer für Sportveranstaltung und Konzerte entstehen.

„Ich freue mich wahnsinnig, dass es losgeht“, sagte Frank. Er habe in den vergangenen Wochen und Monaten Anfragen von allen namhaften Hallenbetreibern sowie zahlreicher Bauunternehmer bekommen. Die Bewerber haben bis zum 8. Februar Zeit, in einem Interessenbekundungsverfahren ihre Kompetenz nachzuweisen. Mindestens dreimal müssen sie in den vergangenen zehn Jahren ein ähnliches Projekt, das mindestens 120 Millionen Euro umfassen wird, schon gestemmt haben. Anschließend sollen nach der Prüfung der Unterlagen mehrere Bewerber zur Abgabe eines konkreten Angebots aufgefordert und ihnen auf „den Zahn gefühlt werden“ (Frank).

Problem Verkehrsanbindung

Bebauungspläne müssen erstellt, ein Konzept vorgestellt und die Finanzkraft nachgewiesen werden. In dieses Verfahren sollen auch der Basketball-Bundesligist Frankfurt Skyliners und Eishockey-Zweitligist Löwen Frankfurt eingebunden werden, die als Hauptmieter vorgesehen sind. „Ich bin optimistisch, dass wir im Sommer jemanden präsentieren werden“, so der Sportdezernent.

Ursprünglich hätte das „Investorenauswahlverfahren“, wie das Prozedere im Beamtendeutsch heißt, schon im Sommer 2012 losgehen sollen. Der größte Knackpunkt tauchte Anfang 2013 auf: die Verkehrsanbindung. In einem ersten Gutachten, dass von der Stadt Offenbach erstellt wurde, war man von einem Wort-Case-Szenario ausgegangen. Sprich: von einem Event mit mehreren tausend Zuschauern während des Berufsverkehrs. Eine völlige Fehlkalkulation, da Sportveranstaltungen meistens am Wochenende und Konzerte erst in den späten Abendstunden stattfinden.

Gleichzeitig war keine Abbiegespur für eine Halle in den Bebauungsplan für den Umbau des Kaiserlei-Kreisel hineingeschrieben worden. Darüber hatten die beiden Städte monatelang gestritten. Markus Frank hatte im Sommer in Gesprächen mit dem Verkehrsministerium darauf hingewirkt, dass eine solche Abbiegespur auch noch nachträglich in den Bebauungsplan für den Kreisel eingearbeitet werden kann. Erst danach konnte der Rechtsanwalt das Informationsmemorandum für das Liegenschaftsamt aufsetzen.

„Wir haben darin unsere Sorgen beschrieben“, erklärte Frank. Auf dem „Halbmarathon“, der noch zu gehen ist, gebe es keine Ausreden mehr. Da der Sport- und Wirtschaftsdezernent mit vielen Experten über das Thema gesprochen habe, ist er jedoch zuversichtlich, dass sich diese Sorgen verflüchtigen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare