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Ins Gebäude der ehemaligen Karl-Oppermann-Schule zieht vorübergehend die neue IGS 15.

Schulen in Frankfurt

Grundschule kommt später

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Das Gebäude der ehemaligen Karl-Oppermann-Schule muss die Stadt zumindest erst sanieren. Während der einjährigen Planungsphase kommt die neue IGS 15 dort unter. Später wird der Standort zur Grundschule.

Sylvia Weber hat am Dienstag dem Streit um die Zukunft der Karl-Oppermann-Schule an der Gotenstraße die Luft abgelassen. Die Frankfurter Bildungsdezernentin war zu Gast beim Ortsbeirats 6 und nahm ausführlich zu Schulthemen Stellung. Weber hatte ein ganzes Gefolge an Fachleuten aus Dezernat und Ämtern dabei, die sie unterstützten.

Im Schulentwicklungsplan sei keineswegs vorgesehen, in das frei werdende Gebäude der Oppermann-Schule sofort eine Grundschule einziehen zu lassen, stellte sie klar. Das sei schlicht nicht möglich. Das Haus sei marode, die Klassenräume der ehemaligen Förderschule seien zu klein. Jetzt soll eine Machbarkeitsstudie klären, ob die Stadt ganz abreißen und neu bauen muss oder ob ein Teilabriss ausreiche. Ein Neubau hätte den Vorteil, dass die Raumplanung sich an den Bedürfnissen moderner Pädagogik orientieren könnte.

In der Zwischenzeit stünden die Räume leer. Beziehungsweise nicht. Denn die Stadt hat noch ein anderes Problem. Sie braucht zum Schuljahr 2018/19, also bis Sommer, sieben zusätzliche Klassenzüge in einer Integrierten Gesamtschule. „Mehr als gedacht“, sagte Weber lapidar. So kurzfristig zu bauen sei nicht möglich, nicht einmal eine Pavillonanlage könne die Stadt so fix hochziehen. Die Fachleute hätten darum intensiv in der ganzen Stadt nach bereits existierenden Räumen gesucht – und die Karl-Oppermann-Schule auserkoren. Dort gründe die Stadt nun die neue IGS 15.

Natürlich sei die Unterkunft nicht ideal, sagte die Dezernentin. Auch für eine IGS sei das Haus zu kaputt, die Klassenräume seien zu klein. In der Not und für ein einziges Jahr sei der Zustand aber „zu ertragen“. Dann ziehe die IGS an die Palleskestraße, die Pavillonanlage werde frei, weil das Gymnasium Nied sich in Adorno-Gymnasium umtauft und an den Campus Westend zieht. „Da sind wir gut im Zeitplan.“

Damit ist der Wunsch der CDU im Ortsbeirat hinfällig, die Stadt möge lieber eine Grundschule als eine IGS im Oppermann-Gebäude einrichten. Die Fraktion hat für ihren entsprechenden Antrag auch keine Mehrheit im Ortsbeirat gefunden. Wann die neue Grundschule entsteht, ist nicht klar. Das kommt darauf an, wie lange Sanierung oder Neubau dauern.

„Uns ist klar, dass Unterliederbach dringend Grundschulplätze benötigt“, sagte Weber dazu. Da müsse die Stadt nun improvisieren. Die Karl-von-Ibell-Schule ist bis zum letzten Quadratmeter ausgefüllt. Es kommen aber immer mehr Schüler.

Bis 2020 muss die Stadt um einen Zug erweitern, bis 2021 um einen weiteren, sagte Weber. Dazu könnte die Bebauung im angrenzenden Silogebiet weiter gehen. 43 Schüler sind zu erwarten, also zwei weitere Klassenzüge. Zunächst wollen die Fachleute nun für den ersten Schwung an neuen Schülern und auch für die Nachmittagsbetreuung die bestehende Pavillonanlage der Karl-von-Ibell-Schule um 15 Meter verlängern – auf der oberen Fläche des Schulhofs. Der untere Hof soll frei bleiben als Auslauffläche. Das Dezernat denkt nach wie vor auch darüber nach, außerhalb des Schulgeländes eine Liegenschaft anzumieten.

Mittelfristig ist im Baugebiet Parkstadt noch ein Schulneubau vorgesehen. „Der Bebauungsplan ist eigentlich recht weit“, sagte Weber, liegt aber wegen der Nähe zum Industriepark auf Eis.

Die Flickschusterei und auch die Fülle an Konjunktiven in der Planung machen den Eltern allerdings Sorgen. Thorsten Kühmann vom Elternbeirat der Kar-von-Ibell-Schule ist „empört“. Er vermisst vor allem konkrete Aussagen zu einem Neubau der Kar-von-Ibell-Schule. Die Schule gehöre saniert oder gleich neu gebaut als Ganztagsschule.

Das sieht das Dezernat ebenso. Der Ipi-Bau entspreche den heutigen Standards nicht mehr. Es sei eine Anlage, die die Stadt perspektivisch aufgeben werde, sagte Rüdiger Niemann vom Dezernat. Konkrete Pläne gibt es nicht. „Wir müssen aber erst einmal alle Schüler unter bekommen“, sagte Weber.

Die Schulen im Frankfurter Westen seien insgesamt in keinem guten baulichen Zustand. „Das ist uns bewusst“, sagte die Dezernentin. Sie kündigte darum eine Sanierungsoffensive an. Alle bekannten Probleme würden ausgemerzt. Zusätzlich wolle sich das Dezernat in der zweiten Jahreshälfte 2018 auf Erkundungstour durch den Westen machen. Einen Runden Tisch werde es ebenfalls geben.

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