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Frankfurter Farbe: Kinder bei der Premiere des Grüne-Soße-Tags 2017 auf dem Paulsplatz.

Grüne-Soße-Tag 2019 in Frankfurt

Grüne-Soße-Song gesucht

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Beim Grüne-Soße-Tag 2019 in Frankfurt soll die Bestmarke purzeln. Und alle Musiker sind schon einmal aufgerufen, Songs zu den sieben Kräutern zu komponieren.

Frankfurt gibt nicht auf: Im nächsten Jahr wird es einen neuen Versuch geben, den Weltrekord im Grüne-Soße-Essen aufzustellen – beziehungsweise diesen Rekord zu brechen. Denn was die Stadt beim ersten Ablauf 2017 schaffte, dürfte auf dem ganzen Planeten einmalig gewesen sein. Es zählte nur nicht als Weltrekord. Damit das am 6. Juni 2019 klappt, laufen jetzt schon die Vorbereitungen. Gesucht wird unter anderem ein Grüne-Soße-Song.

Die blanke Zahl ist schier übermächtig: 231 775 Portionen Grüne Soße gilt es auch diesmal zu verspeisen, trotz gestiegener Einwohnerzahl genauso viele wie 2017 beim ersten Versuch. Da schaffte Frankfurt mit ein wenig Hilfe von Freunden aus der Nachbarschaft sage und schreibe 103 711 Portionen – aber nicht mal die Hälfte der Zahl, die das Weltrekord-Institut verlangt hatte.

„Das Institut hat uns eine Zahl auf den Weg gegeben, die war unglaublich“, sagt Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) beim ersten Treffen einer Gruppe einflussreicher Leuten, die diesmal das Unmögliche möglich machen wollen. „Aber wir haben ein fantastisches Ergebnis hingelegt. Und wir werden dafür sorgen, dass wir im nächsten Jahr den Rekord schaffen. Wir wollen unbedingt ins Guinness-Buch der Rekorde.“

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) entpuppt sich im zweiten Anlauf zum Rekord als Vokalartistin: „BPPSSKK!“, rappt sie den staunenden Multiplikatoren entgegen. Jeder weiß natürlich, wofür das steht – es sind die Anfangsbuchstaben der sieben Grüne-Soße-Kräuter Borretsch, Petersilie, Pimpinelle, Schnittlauch, Sauerampfer, Kresse und Kerbel. „Das ist ein Aufruf, ein Musiker muss uns daraus einen Song machen“, sagt Heilig. Und singt das Ganze gleich noch einmal in der Melodie von „Davon geht die Welt nicht unter“.

„Warum nicht gleich eine ganze CD mit Grüne-Soße-Liedern?“, erhöht Oliver Schwebel, Geschäftsführer der Frankfurter Wirtschaftsförderung. Die Frankfurter Musikszene weiß also Bescheid, Zeit genug bleibt ja bis zum Frühjahr. Stadträtin Heilig: „Wir müssen das so in die Köpfe kriegen, dass die Leute sagen: Was ist das – ich will das auch essen.“

So ging es schon den alten Römern, blickt Schwebel zurück. Die hätten sogar neun Kräuter verwendet, zusätzlich den wenig bekannten Portulak und Estragon (das dem Grüne-Soße-Song wenigstens einen Vokal hätte spendieren können). Eine Million Grüne Soßen würden laut Statistik allein in der Osterwoche verzehrt, sagt Schwebel. Das Potenzial sei also vorhanden.

„Ein Tag für alle“

Davon ist Maja Wolff überzeugt, die seit Jahren gemeinsam mit Torsten Müller das enorm stimmungsvolle Grüne-Soße-Festival organisiert. „Als wir vor zwei Jahren gesagt haben, wir wollen zusätzlich einen Grüne-Soße-Tag, sagte Markus Frank: ’Machen wir doch gleich einen Weltrekord draus‘“, blickt sie zurück. Wenn das auch nicht auf Anhieb geklappt hat – ein Erfolg war das Ganze schon 2017. „Ein Tag für alle, egal welches Alter und welche Nationalität“, sagt Maja Wolff, aber auch ein Tag, der die regionale Identität stärkt.

Wer dabei sein und Aktionen planen möchte: Jetzt ist die Zeit, sich zu melden. „Wir haben die Stadt reserviert für den Weltrekord“, sagt Maja Wolff. Veranstaltungen im öffentlichen Raum seien also möglich. Das Restaurant Margarete etwa plant ein Tram-Restaurant – Grüne Soße essen und dabei mit der Straßenbahn durch Frankfurt fahren.

Als Vision steht den Machern vor Augen, dass die U-Bahn-Leuchttafeln der Verkehrsgesellschaft am 6. Juni nicht nur die nächste Bahn anzeigen, sondern auch die aktuelle Zahl verzehrter Soßenportionen. Und auch für das eingenommene Geld hat Maja Wolff schon einen Verwendungszweck: sogenannte Litter Traps (Abfallfallen), die nach dem Vorbild aus Städten wie Melbourne und London den Plastikmüll aus dem Main filtern. Geplanter Werbespruch dazu: „Der Grüne-Soße-Tag ist für alle, eine saubere Stadt ist auch für alle.“

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