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Es grünt so grün an der Berger Straße.

Bornheim

Grüne Oase vorm Ex-Saturn

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Auf der Berger Straße wachsen jetzt Kohl, Wein und Kräuter. Hochkant aufgestellte Euro-Paletten erregen die Aufmerksamkeit der Passanten.

Vor der ehemaligen Saturn-Filiale auf der Berger Straße erregen am Samstagnachmittag hochkant aufgestellte Euro-Paletten die Aufmerksamkeit der Passanten. Aus den Zwischenräumen lugen schon grüne Obst- und Gemüseblätter aus Pflanzkübeln hervor. „Die grüne Oase hier ist ein Beispiel für die kreative Umnutzung von Leerstandsfassaden“, sagt Marlene Haas, die mit einer Helferin gerade einen Kübel mit Kohlsorten zwischen die Holzleisten schiebt. Die 26-Jährige ist Koordinatorin des Projektes „Lust auf Leben – Willkommen in Bornheim“. Haas sieht die Pflanz-Aktion als „Türöffner, um die mittel- und langfristige Entwicklung des Stadtteils“ anzukurbeln und das Quartier zu beleben.

Neben Beerengewächsen, deren Äste sich am Palettenholz entlangranken sollen, wurden Kräuter wie Thymian und Salbei sowie Paprika und eine Weinrebe eingesetzt. „Wenn der Winter mild genug werden sollte, können die Pflanzen draußen überleben“, sagt Gärtnerin Christiane Jünemann. Mit „Grün-, Weiß- und Rotkohl-Abkömmlingen“ seien „typische Herbstbalkonpflanzen“ ausgewählt worden.

„Ein gutes Image für die Berger Straße kann nur entstehen, wenn es wächst und gedeiht“, sagt Stefan Diefenbach, einer der beiden Geschäftsführer des Weltladens zwei Häuser weiter. Er will mit den Betreibern der Eichwald- Apotheke nebenan die Pflanzen betreuen. „Wir werden uns wöchentlich mit Gießen und Sauberhalten abwechseln“, kündigt der 51-Jährige an. Die Frage, ob die Pflanzen nicht Gefahr liefen, Vandalen zum Opfer zu fallen, quittiert Diefenbach mit Schulterzucken. Man müsse nicht sofort an Negatives denken. „Ich hoffe auf Respekt vor den Pflanzen und denjenigen, die dafür sorgen, dass es lebendiger wird.“

Platz für Pflanzen

Weitere Belebung gibt es auch einige hundert Meter weiter die Straße hinauf. Am Fünffingerplätzchen haben die Initiatoren des Gewerbevereins, des Vereinsrings und des Frankfurter Gartens ebenfalls ein Gebilde aus Paletten errichtet. Hier ist neben Platz für Pflanzen eine Art Podest entstanden, das auch als Bühne genutzt werden kann. Mitglieder des Vereinsrings wollen sich um die Pflege kümmern.

Vor der alten Saturn-Fassade lässt derweil Paul Ditze vom Gewerbeverein die Stichsäge kreischen, um Löcher für die Pflanzen in die Holzpaletten zu sägen. Für die „Kleinkunstbühne“ am Fünffingerplätzchen hat er schon seinen „Musiker-Stammtisch“ mobilisiert, um sie am Sonntag mit Stadtrat Markus Frank (CDU) zu eröffnen. Marlene Haas kann sich vorstellen, dass dort auch spontane „Jamsessions“ stattfinden. „Die Inseln sind für den Stadtteil gemacht und jeder kann sie erobern“, so Haas.

Daneben sind zwei weitere grüne Oasen an den U-Bahnstationen Bornheim-Mitte und Höhenstraße geplant. Betreut werden sollen sie von den Marktbetreibern in Bornheim-Mitte und Ortsbeiratsmitgliedern an der Höhenstraße.

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