Felix Semmelroth

Ein Freund des Frankfurter Zoos

  • Thomas Stillbauer
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Der scheidende Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) hat den Frankfurter Zoo nach Kräften gefördert. Dabei ging es ihm nicht allein um den Unterhaltungsfaktor.

„Das größte Raubtier ist der Mensch“, hat Felix Semmelroth einmal im FR-Interview gesagt. Deshalb müssten die anderen Raubtiere heute in Zoos hinter Gittern gehalten werden – auch um dem Menschen zu zeigen, dass er sie draußen, in der Natur, nicht in Ruhe leben lässt. Der Aspekt des Artenschutzes im Zoo: Er ist dem zuständigen Dezernenten weit wichtiger als der Unterhaltungsfaktor. Den Zoo hat er daher nach Kräften gefördert.

„Ausgesprochen konstruktiv“ nennt Zoodirektor Manfred Niekisch die Zusammenarbeit mit dem Kulturstadtrat. Kein Wunder: Kaum hatte Niekisch 2008 seinen Posten angetreten, brachten Semmelroth und Oberbürgermeisterin Petra Roth gemeinsam mit den Stadtverordneten das 30-Millionen-Euro-Paket auf den Weg, das in den folgenden Jahren spektakuläre Neubauten ermöglichte wie die Bärenanlage Ukumari-Land und das repräsentative Eingangsportal. Zum Paket gehört auch die geplante neue Pinguinanlage.

Semmelroth habe sich nicht nur im Magistrat für den Zoo stark gemacht, sondern darüber hinaus „intensiv eingebracht“, lobt Niekisch: „Wir sind kein Museum und keine Bühne, aber Hessens meistbesuchte Freizeiteinrichtung. Felix Semmelroth hat deshalb zu Recht darauf bestanden, dass der Zoo in sein Kulturressort gehört.“

Zur Kultur zählte insofern auch der Bau der neuen Quarantänestation. In dem Gebäude, ein Projekt aus Semmelroths und Niekischs 30-Millionen-Plan, verbringen exotische Tiere die obligatorische Wartezeit, bis sie gefahrlos in die Nähe der anderen Zoobewohner dürfen. Die Investitionen beförderten die Entwicklung eines modernen Zoos, betont der scheidende Dezernent. Der Tierpark im Herzen der Stadt sei wieder Besuchermagnet: „Damit erfüllt der Zoo seine Tradition, die in der Ära von Bernhard Grzimek begann“, sagt Semmelroth. Schon damals habe er der Volksbildung ebenso wie der Forschung und Erholung gedient. Seither entwickle er sich weiter, beteilige sich an Erhaltungszuchtprogrammen und habe sich als „hervorragende Stätte der Umweltbildung“ positioniert.

In guter Erinnerung ist der Welt-Nashorntag, als Semmelroth im vorigen September in den Zoo kam, gemeinsam mit dem Oberbürgermeister, und beide standen bei Kalusho und Tsororo, dem in die Jahre gekommenen Dickhäuterpärchen, drumherum Heu und Äpfel für die Tiere, der Stadtrat in vornehmer, zufriedener Zurückhaltung. Es sei gelungen, den Tierpark zum Artenschutzzoo umzubauen, lobte er auch bei dieser Gelegenheit. Und pries das direkte Naturerlebnis: „Es ist schon was anderes, ob man vor einem Gorilla steht – oder aus weiter Entfernung liest, dass er vom Aussterben bedroht ist. Artenschutz ist eben nicht nur etwas für Naturfreaks.“

Inzwischen ist Nashorndame Tsororo dahingeschieden, und die Amtszeit Semmelroths endet. Er bedankt sich bei Niekisch und seinem Team für das große Engagement. Und wünscht sich die Fortschreibung der Zoo-Investitionen: „Zur Zukunftssicherung, im Interesse des Artenschutzes und der artgerechten Tierhaltung.“

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