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Die neue Drehleiter kann sich sehen lassen.

Feuerwehr in Frankfurt

Frankfurter Feuerwehr hat zehn neue Fahrzeuge

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Die Frankfurter Feuerwehr bekommt zehn neue Fahrzeuge. Sie sind besonders wendig und haben einen Kniff am Korb.

Da steht sie nun auf dem Hof der Wache in Sachsenhausen – groß, rot und 300 PS stark. Die neue Drehleiter der Feuerwehr Frankfurt, erstes Exemplar ihrer Generation. Einer lässt es sich nicht nehmen, sich im Korb der Leiter mehr als 20 Meter in die Höhe fahren zu lassen: Stadtrat Markus Frank (CDU). Der Feuerwehrdezernent ist stolz auf Frankfurts neue Leiter. Und auf die anderen neun, die schon bestellt sind und zum Jahreswechsel noch folgen werden.

Die Drehleitern der Feuerwehr seien „elementar für diese Stadt mit ihren besonderen Anforderungen“, betont Frank, hohe Häuser gebe es hier schließlich immer mehr und diese Drehleiter sei besonders wendig, komme also leichter um die Ecke.

Das liegt, fügen die Experten der Feuerwehr hinzu, an der – Scrabble-Spieler aufgepasst – Nachlauflenkachse. Bei niedrigen Fahrgeschwindigkeiten lässt sie die Räder ganz hinten mitlenken, und der Wendekreis schrumpft auf gut 14 Meter.

Drei Achsen hat das Fahrgestell der Drehleiter, das macht den Frankfurtern keiner nach. Sie haben damit bald die wendigsten Drehleitern dieser Klasse in ganz Deutschland. Und weil es sie so noch nicht gab, wurde sie eigens nach den Vorgaben der Feuerwehr entwickelt. Sie wird von einem modernen Dieselmotor angetrieben, der die Abgasnorm Euro 6 erfüllt.

Das Fahrzeug ist besonders schmal, mit nur 2,34 Meter Breite statt 2,50 Meter. Und die Leiter kann man knicken: Vorne, nahe des Fahrkorbs, ist ein Gelenk eingebaut. Damit soll man besonders einfach umsteigen können, etwa auf ein Flachdach oder in ein Dachfenster hinein.

Vorgänger-Typ ist in die Jahre gekommen

Für das neue Modell wurde es nun Zeit, denn der Vorgänger-Typ ist in die Jahre gekommen. 2001 kamen die ersten Dreiachser nach Frankfurt, haben inzwischen also 17 Jahre auf dem Buckel. Für eine Drehleiter ist das viel.

Zehn brandneue Wagen wurden nun bestellt, zu einem Preis von jeweils 730 000 Euro. Das erste Fahrzeug wird an der Wache in der Burgstraße beheimatet sein und soll bald mit Blaulicht durch die engen Straßen Bornheims kurven. Weitere sieben Standorte in Frankfurt sollen zügig mit den neuen Leitern ausgestattet werden, enge Straßen gibt es ja schließlich auch im Nordend oder in Sachsenhausen. Und nicht immer parken in Frankfurt alle so, wie sie eigentlich sollten. Der Feuerwehr macht dies das Leben im Ernstfall schwer.

Tim Gottschalk präsentiert die Drehleiter in Aktion. Er ist bei der Feuerwehr Frankfurt vor allem zuständig für die Planung und Anschaffung neuer Fahrzeuge. Bei bis zu sechs Windstärken, so sagt er, könne man die Leiter im Ernstfall noch ausfahren, auf bis zu 23 Meter Höhe.

Mit einem stolzen Lächeln bedient Gottschalk die Leiter lässig per Joystick im Korb, mit dem bis zu fünf Personen oder eine Krankentrage transportiert werden können.

So wacklig, wie man erst denkt, ist es dann oben im Korb gar nicht. Erst, als es ein bisschen in die Schräglage geht, merkt man den Wind schließlich doch ein wenig. Es könnte einem in diesem Moment schon mulmig werden – aber dann geht es auch schon wieder abwärts, und die Vorführung ist beendet.

Nicht so für Stadtrat Markus Frank: Er lässt sich nochmal hochfahren. „Das macht wirklich Spaß“, sagt er.

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