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Tausende von Menschen schieben sich jeden tag durch Frankfurts Straßen.

Einwohnerzahl

Frankfurt wächst und wächst

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Der Boom im Baugewerbe hält an und die Einwohnerzahlen steigen. Stadtrat Jan Schneider geht davon aus, dass Anfang 2019 schon 750.000 Menschen in Frankfurt leben werden.

Es ist ein beeindruckendes doppeltes Wachstum, das Stadtrat Jan Schneider (CDU) am Montag der Öffentlichkeit vorstellte, als er das aktuelle Statistische Jahrbuch der Stadt Frankfurt erläuterte. Seit über 15 Jahren sei das Wachstum der Bevölkerung ungebrochen. Die Marke von 750.000 Einwohnern werde schon „voraussichtlich Anfang 2019“ geknackt.

Auch die Wirtschaft wachse fleißig – wobei der Boom im Baugewerbe die Entwicklung bei den Banken noch übertreffe. „Es wird gebaut, gebaut, gebaut“, sagte Schneider und wies darauf hin, dass darunter die Stadt auch zu leiden habe: Es sei schwierig geworden, für die eigenen Bauvorhaben überhaupt Firmen zu finden. Viele Unternehmen würden ihre Leistungen zu „überhöhten Preisen“ anbieten.

Das Bevölkerungswachstum speist sich aus zwei Quellen: Zum einen würden, so Schneider, viele junge Leute nach Frankfurt kommen, weil sie hier Ausbildungs- und Arbeitsplätze finden würden. Die Beschäftigungslage sei gut. Die Hochschulen würden expandieren, so dass der Dezernent davon ausgeht, dass sich der „Zuzug verstetigen“ wird. 

In Frankfurt selbst würden immer mehr Babys geboren – auch das geht aus dem Statistischen Jahrbuch hervor. Die darin genannten Zahlen stammen vom 31. Dezember 2017. Danach kamen im vergangenen Jahr in Frankfurt genau 9003 Kinder zur Welt – so viele wie zuletzt 1967, sagte Schneider. Überhaupt wird Frankfurt immer jünger: Lag der Altersdurchschnitt etwa vor zehn Jahren bei 51,8 Jahren, so sank er bis Ende 2017 auf 40,8 Jahre – und das angesichts einer bundesweiten demografischen Entwicklung, wonach die Menschen immer älter werden. Dem Frankfurter Trend entsprechend wohnen immer mehr Familien mit Kindern in der Stadt.

Aktuell erfasste das Amt für Statistik 75.500 Familien, was einem Zuwachs seit 2003 um 24 Prozent entspricht. Gleichzeitig wird die Stadt immer internationaler: Von den weltweit 197 Sprachen sind nach Angaben von Schneider bereits 177 in Frankfurt vertreten. Die meisten Sprachen werden in Frankfurt-Bockenheim gesprochen, wo die Bevölkerung in den vergangenen fünfzehn Jahren um 10.000 zugenommen hat – obwohl es dort, wie Schneider betonte, keine größeren Bauvorhaben gegeben hat. An zweiter Stelle der Vielsprachigkeit nannte der Dezernent das Gallus, das mit seinem Europaviertel auch bei der Bautätigkeit ganz vorne mit dabei ist. 

Tatsächlich kehren aber viele Neuankömmlinge Frankfurt wieder den Rücken zu und ziehen ins Umland. Frankfurt sei eine „arrival city“. Wenn etwa die Familie nachkomme, würden die Karten häufig neu gelegt. Oft werde das, was gesucht werde, nicht gefunden. Wer sich etwa ein Haus mit Garten wünsche, sei in Neu Isenburg besser aufgehoben. Ein anderer Grund sei, dass die Wohnung, die man gerne mieten würde, einfach zu teuer sei.

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