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Der Paradieshof in Sachsenhausen. Hier sollte das Theater der fliegenden Volksbühne einziehen.

Fliegende Volksbühne in Frankfurt

Fliegende Volksbühne muss landen

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Das neue Theater der Fliegenden Volksbühne in Frankfurt benötigt Geld, nicht nur von der Stadt. Es sollte auch von Unternehmen und Mäzenen unterstützt werden. Ein Kommentar.

Die Frankfurter Kommunalpolitik, wir wissen es längst, schreibt die besten Satiren. Das musste auch der große Komödiant Michael Quast schon leidvoll erfahren. 2013 hatte ihm der schwarz-grüne Magistrat bereits fest zugesagt, der Paradieshof in Sachsenhausen werde seiner Fliegenden Volksbühne endlich zur festen Heimat werden.

Doch siehe da: Eine Sparrunde von CDU und Grünen legte das Projekt auf Eis. Gleichsam als Wiedergutmachung versprach die Stadtregierung dann 2015, den Cantatesaal am Großen Hirschgraben zum Theater für die Fliegende Volksbühne herzurichten – im Rahmen der Bauarbeiten für das künftige Romantikmuseum und die „Goethehöfe“ mit ihren Wohnungen.

3,5 Millionen Euro für ein neues Theater-Domizil: Das ist in der freien Szene sehr viel Geld. Manche kleine Gruppe, manches kleine Ensemble würde sich eine solche Unterstützung seitens der   Stadt wünschen. Andererseits bleibt mit dem umgestalteten Cantatesaal ein Ort erhalten, an dem das Volkstheater Frankfurt mit seiner Gründerin Liesel Christ seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts Theatergeschichte geschrieben hatte. Es ist ein Zeichen dafür, dass die reiche Stadt jenseits von Oper und Schauspiel auch die freie Szene im Blick hat.

Nur muss die Stadt die Fliegende Volksbühne jetzt auch landen lassen. Ein Theater, das mangels Technik nicht spielen kann, ergibt keinen Sinn.

Doch das Ensemble von Michael Quast sollte auch von vermögenden Firmen und Mäzenen gefördert werden, die Frankfurt sein Eigen nennt. Die Flughafengesellschaft Fraport geht hier mit gutem Beispiel voran.

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