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Das Hochhaus Pollux an der Messe beherbergt jetzt auch das Zentrum für Unternehmen der Finanztechnologie (Fintech). (Archivbild)

Wirtschaftsstandort Frankfurt

Fintech-Zentrum eröffnet

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Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir sieht Frankfurt auf dem Weg zum führenden Standort der Finanztechnologie. Noch hat allerdings Berlin leicht die Nase vorn.

Das Tech-Quartier, ein Zentrum für Unternehmen der Finanztechnologie (Fintech) im Frankfurter Hochhaus Pollux an der Messe, ist am Donnerstagabend feierlich eröffnet worden. Es soll mehr sein als ein reines Gründerzentrum, in dem junge Unternehmen Büro- und Arbeitsflächen finden. Ziel ist, dass sich das Tech-Quartier zu einem Treffpunkt für Investoren und Anbieter entwickelt, sich als zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle auch für ausländische Fintechs und Start-ups entwickelt, die in Deutschland oder erstmals auf dem europäischen Markt Fuß fassen wollen.

Bisher bietet das Tech-Quartier 120 Arbeitsplätze. Wegen der großen Nachfrage soll eine zweite Etage des Pollux hergerichtet werden. Der Frankfurter Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) berichtete jüngst sogar, man versuche, ein drittes Stockwerk zu ergattern.

Einzigartig am Tech-Quartier seien die Einbindung der Wissenschaft und die enge Zusammenarbeit vermeintlicher Konkurrenten, sagte Al-Wazir. Gerade die Kooperation zwischen Industrie und Wissenschaft werde das Umfeld für Gründer in der Region stärken und international sichtbarer machen, sagte Tech-Quartier-Geschäftsführer Sebastian Schäfer.

Die Ziele sind hochgesteckt: Das Zentrum solle mit dazu beitragen, dass Frankfurt als führender Finanzplatz des Kontinents auch in der Fintech-Branche die Führungsposition übernehme, machte der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) klar. Die Voraussetzungen dafür seien durchaus gegeben. Die Rhein-Main-Region sei schließlich nicht nur ein Finanzzentrum, sondern auch ein „Hotspot“ der IT-Branche. Dass Frankfurt von der Bundesregierung am Donnerstag zu einem von fünf deutschen Digital Hubs ernannt wurde, wertete Al-Wazir als große Unterstützung.

Noch liegt Berlin vorne

Bisher gilt Berlin als stärkster Fintech-Standort in Deutschland. 70 Fintech-Start-ups zählte die Beratungsgesellschaft EY Ende 2015 in der Hauptstadt, nur 38 in Frankfurt. Auch in der Großregion Rhein-Main-Neckar kamen nur 56 zusammen.

Gründungsgesellschafter des Tech-Quartiers sind die Frankfurter Goethe-Universität und die Wirtschafts- und Infrastrukturbank. Der Beitritt der Stadt Frankfurt und der Technischen Universität Darmstadt stehen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums kurz bevor.

Finanziell unterstützt wird das Zentrum besonders von der Commerzbank, der Deutschen Bank, der Deutschen Börse, der Landesbank Hessen-Thüringen und der ING-Diba. Geld geben zudem die Sparda-Bank Hessen sowie die Beratungsunternehmen Allen & Overy, Ernst & Young, KPMG und PwC. Schon im Sommer hatte Wirtschaftsminister Al-Wazir das Ziel ausgegeben, dass sich das Zentrum möglichst allein aus Mieterträgen und mit Hilfe von Sponsoren trägt.

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