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Chanukka-Feier vor dem großen Leuchter auf dem Opernplatz.

Chanukka

Ein Fest mit Tanz und Feuershow

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In Frankfurt feiert die jüdische Gemeinschaft das Lichterfest mit viel Spektakel. Das Chanukka-Licht trage seinen Teil dazu bei, die Dunkelheit zu vertreiben, sagte Rabbiner Zalman Gurevitch.

Aus den Boxen dringt laute Musik, die sehr an Pop erinnert. Vor der Bühne haben die Menschen mehrere Kreise gebildet, halten sich an den Händen, tanzen und drehen sich immer schneller. Wer nicht Teil des Kreises ist, klatscht oder wippt im Takt der Musik. Die Szenerie am Sonntagabend auf dem Frankfurter Opernplatz erinnert eher an ein Konzert als an ein religiöses Fest. Und doch ist es genau das: Chanukka.

Zum Auftakt des acht Tage dauernden jüdischen Lichterfestes versammelten sich weit mehr als 300 Menschen auf dem Platz vor der Alten Oper und zelebrierten gemeinsam das Entzünden des ersten Lichtes am großen neunarmigen Leuchter – dem Chanukkia.

Am Leuchter brannten am ersten Abend bereits zwei Lichter, eines dient als Anzünder für die anderen acht. Der Verein Chabad Frankfurt hat sich um die Organisation gekümmert und Mitglied Moshe Mendelson begrüßte die Anwesenden. „Chanukka zeigt uns, dass man mit wenig Licht, sehr viel Dunkelheit wegtreiben kann“, sagte Rabbi Mendelson.

Rabbiner Zalman Gurevitch, Vorsitzender des Vereins, erklärte, dass Chanukka das Fest sei, das man mit der Öffentlichkeit und den Nachbarn feiern soll. Die Botschaft von Chanukka gelte auch heute noch und der Rabbiner erinnerte die Anwesenden daran, dass man eine Aufgabe in der Welt habe. Man müsse sie für alle zu einem besseren Platz machen. Das Chanukka-Licht trage seinen Teil dazu bei, die Dunkelheit zu vertreiben.

Parallelen zum Weihnachtsfest

Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) war ebenfalls zum Entzünden des Leuchters gekommen. Er erklärte, dass das Fest von wachsendem Licht geprägt sei und zog auch Parallelen zum Weihnachtsfest. Beide symbolisierten ein Licht, das Hoffnung bringe. „Wir müssen es weitergeben an jene, die von Gewalt bedroht sind und jene, die aus ihrer Heimat vertrieben werden.“

Rhein betonte, dass die jüdische Gemeinde in die Mitte der Frankfurter Stadtgesellschaft gehöre. Dieses Geschenk müsse man allerdings auch hüten. „Wir müssen aufstehen, wenn Hass ausgeübt wird. Wir müssen aufstehen gegen Ausgrenzung und Antisemitismus“, sagte Rhein. Dazu gehöre auch Nein zu sagen, wenn Gewalt an Menschen mit Kippas wieder in deutschen Städten zu beobachten sei.

Nach den Ansprachen folgte schließlich das Entzünden des ersten Lichtes. In den kommenden Tagen werde täglich ein weiteres dazukommen, sagte Moshe Mendelson. In der Regel werden sie bei Sonnenuntergang angezündet. Allerdings, erklärt Rabbi Mendelson, entbindet der Glnz des großen Chanukkia auf dem Opernplatz nicht von der Pflicht, auch zu Hause noch den eigenen Leuchter zu illuminieren.

Als das Licht dann brannte, tanzten und sangen die Anwesende weiter ausgelassen. Ein Künstler, Gregor, bot zudem eine Feuershow, die mit einem kleinen Feuerwerk endete. Wie es sich für Chanukka gehört, bekamen die Kinder noch Geschenke aus Israel.

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